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Kühne + Nagel bolzt Umsatz – auch ohne Panalpina

Der Logistikkonzern will in den nächsten Jahren Millionen in die Automatisierung investieren. Die dafür nötigen Kapazitäten will man aber nicht «um jeden Preis» zukaufen.
Daniel Zulauf
Kühne + Nagel setzte im vergangenen Jahr fast 10 Prozent mehr um. (Bild: Volkmar Schulz/Keystone, Hamburg, 4. November 2009)

Kühne + Nagel setzte im vergangenen Jahr fast 10 Prozent mehr um. (Bild: Volkmar Schulz/Keystone, Hamburg, 4. November 2009)

Kühne + Nagel mit Panalpina. Für einige Panalpina-Aktionäre wäre das eine Traumhochzeit. Das gilt nicht zuletzt für die schwedische Investmentgesellschaft Cevian, die 12,3 Prozent der Panalpina-Anteile hält und auch bei ABB aktiv die Shareholder-Value-Trommel rührt. Doch dort, wo bloss ein Wunsch der Vater des Gedankens ist, entwickeln sich die Dinge eben oft anders als gedacht. Nicht einmal ein Verlobungsgespräch hat stattgefunden.

Das unverbindliche Übernahmeangebot des akquisitionshungrigen dänischen Logistikkonzerns DSV, der einige Monate zuvor schon vergeblich beim Schweizer Mitbewerber Cevian Logistics angeklopft hatte, ist bei der Panalpina-Hauptaktionärin, der Ernst-Göhner-Stiftung, glatt durchgefallen. Dabei hiess es noch bis vor wenigen Wochen, ein Kauf der Basler Luftfrachtspezialistin könnte auch für Kühne + Nagel ein heisses Thema sein. Doch an der Jahresmedienkonferenz am Hauptsitz in Schindellegi bemühten sich die Konzernverantwortlichen am MIttwoch nach Kräften, dieses Gerücht endgültig zu ersticken. «Wir machen keine unfreundlichen Übernahmen», erklärte K + N-Chef Detlef Trefzger ohne Umschweife.

Doppelt so schnell wachsen als der Markt

Ein Gefühl des Bedauerns liess sich Trefzger nicht anmerken. Man kann also höchstens vermuten, dass dem Manager, wie vielen seiner Berufskollegen, ein grosser Deal à priori nicht unsympathisch gewesen wäre. Doch dem Patron, dem Ehrenpräsidenten und Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne, scheinen solche mutmasslichen Gedankenspiele sehr fern zu liegen. Im Januar sagte er in einem Interview, Panalpina sei an der Börse «heillos überbewertet» und Leistung und Bewertung passten einfach nicht zusammen. Zu jenem Zeitpunkt kostete eine Panalpina-Aktie noch mehr als 180 Fr. oder zwei Drittel mehr als drei Monate zuvor. Inzwischen ist der Kurs allerdings auf 153 Franken gefallen – deutlich unter den Angebotspreis von DSV (170 Franken).

Weiter wachsen will Kühne + Nagel dennoch und zwar gleich doppelt so schnell wie der Markt. Der Konzern investiert in der laufenden fünfjährigen Strategieperiode jährlich zweistellige Millionenbeträge in die Automatisierung von Logistikprozessen. Damit will er immer grössere Transportvolumina bei geringem Mehraufwand abwickeln. Die sogenannten «eTouch-Lösungen» für einfache Güter sind quasi das Gegenprogramm zu den komplexen Logistiklösungen, die der Konzern für anspruchsvolle Grosskunden offeriert. Für eTouch-Lösungen seien 20 Prozent des Seefracht- und 45 Prozent des Luftfracht-Geschäftes geeignet, sagte Finanzchef Markus Blanka-Graff. Und mit jeder erfolgreichen Automatisierung lasse sich der Bruttogewinn pro Sendung mindestens verdoppeln.

Von diesen verlockenden Aussichten lassen sich die Investoren derzeit allerdings kaum begeistern. Vielmehr beobachten sie mit Sorge, wie sich das Umsatzwachstum von Kühne + Nagel seit Jahresmitte halbiert und der Gewinn im Schlussquartal sogar leicht rückläufig war. Die Streitigkeiten unter den grössten Handelsmächten fordern ihren Tribut, stellte Trefzger fest. Die Anleger haben diese Entwicklung teilweise vorweggenommen. Seit Ende August verloren die K + N-Aktien rund 20 Prozent an der Schweizer Börse. Am Mittwoch büssten sie mit unter 130 Franken mehr als 7 Prozent ein.

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