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Präsident der Schwyzer Kantonalbank wirft hin

Trotz Entlastung durch den Untersuchungsbericht tritt der Schwyzer-Kantonalbank-Präsident Kuno Kennel zurück.
Jürg Auf der Maur
Eine Filiale der Schwyzer Kantonalbank. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Schwyz, 12. Mai 2017)

Eine Filiale der Schwyzer Kantonalbank. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Schwyz, 12. Mai 2017)

«Sicher werde ich nichts angehen, wo ein Interessenskonflikt mit meinem Amt bei der Kantonalbank möglich wäre.» Das erklärte der Bankratspräsident Kuno Kennel kurz nach seiner Wahl ins neue Amt der parteieigenen Zeitschrift «Freisinn» im August 2012. Diese erkundigte sich, was er neben seinem neuen 40-Prozent-Pensum, das mit rund 200'000 Franken entschädigt wird, zu tun gedenke.

Jetzt, etwas mehr als sieben Jahre später, ist Kennel genau an diesem Punkt gescheitert. Seine Beratertätigkeiten und sein Engagement in anderen Firmen wurden zunehmend zum Problem. Seit Frühling sorgten Artikel in überregionalen Medien für negative Schlagzeilen. «Das Problem war, was er nebenbei machte. Hier ist Bankpräsident Kennel gescheitert», erklärt denn auch CVP-Präsident Bruno Beeler, der wie Kennel aus der Gemeinde Arth kommt.

Bericht stützt sich nur auf verfügbare Informationen

Gleichzeitig mit der gestrigen Veröffentlichung des Untersuchungsberichts durch die Firma Deloitte im Auftrag der kantonsrätlichen Aufsichtskommission (Krak) trat Kennel per sofort zurück. «Der unabhängige Untersuchungsbericht entlastet mich in allen wesentlichen Punkten von den gegen mich erhobenen Vorwürfen», teilt Kennel mit. Weiter sagt er allerdings:

«Trotzdem trete ich von meiner Funktion als Präsident der SZKB zurück, um jegliche weitere Diskussionen um die Bank und meine Person zu vermeiden.»

Er nehme die Untersuchungsergebnisse mit Genugtuung zur Kenntnis. Und: «Die falschen Anschuldigungen und Mutmassungen, welche in den Medien verbreitet wurden, haben die von mir präsidierte Schwyzer Kantonalbank unnötig in die Schlagzeilen gebracht und mich persönlich getroffen.» Mit seinem Rücktritt wolle er dazu beitragen, dass sich die Bank wieder «ungestört von medialen Kampagnen dem Tagesgeschäft» widmen könne.

Die Untersuchungsergebnisse liegen in einer nur eine Seite umfassenden Zusammenfassung vor. Trotz des Hinweises auf das Öffentlichkeitsprinzip wird der vollständige Bericht nicht herausgegeben. Gemäss dieser Zusammenfassung beschränkt sich die Untersuchung nur auf verfügbare Informationen. Wörtlich heisst es dazu: «Wir haben keine weitergehenden forensischen (gerichtlichen) Mittel eingesetzt, um zu allfällig weiterführenden Informationen zu gelangen.»

Keine Regel- oder Gesetzesverstösse

So war zwar die Beteiligung der Nova Vorsorge AG durch die SZKB – respektive wer diese anbahnte und ob der Bankpräsident in den Ausstand trat oder nicht – Gegenstand der Untersuchung. Dieses Geschäft, bei dem die Schwyzer Kantonalbank eine Wertberichtigung von 10 Millionen Franken hinnehmen musste, war letztlich der Grund für die Untersuchung. Die später von den Medien aufgedeckten Vorfälle rund um die Phoenix-Stiftung wurden dagegen nicht einbezogen. «Das sind auch zwei völlig verschiedene Vorgänge, die nicht vermischt werden dürfen», erklärt Krak-Präsident Othmar Büeler.

Die Untersuchung stellt nun fest: Aufgrund der Auskünfte können keine tatsächlichen Interessenskonflikte bestätigt werden. Bankinterne oder gesetzliche Vorgaben, nach denen der Kantonalbankpräsident sein Beratungsmandat hätte frühzeitig offenlegen müssen, wurden nicht tangiert. Allerdings, so lässt der Bericht Tadel aufkommen, hätte «eine Offenlegung des Beratungsmandats von Kuno Kennel für die Nova Vorsorge AG gegenüber dem Bankrat vor dem Erwerb der Beteiligung einer Good Governance Practice entsprochen». Kennel trat zwar auch nicht in den Ausstand, als es um die Kaufentscheidung ging. Doch auch das war gar nicht vorgeschrieben.

Die Untersucher hätten hier nur mehr «Sensitivität» erwartet. Diese wäre «von einem Bankpräsidenten zu erwarten» gewesen und hätte Unsicherheiten verhindert.

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