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Die Zukunft hat bereits begonnen: Künstliche Intelligenz wird im Alltag eine immer wichtigere Rolle spielen

Intelligente Software, die aus eigenen Erfahrungen lernt, steht für den Begriff einer Zukunft, die bereits begonnen hat: Künstliche Intelligenz.
Ronald Joho-Schumacher
Schweizer Unternehmen setzen in ihrer Planung verstärkt auf künstliche Intelligenz. Bild: Adobe Stock

Schweizer Unternehmen setzen in ihrer Planung verstärkt auf künstliche Intelligenz. Bild: Adobe Stock

Künstliche Intelligenz (KI) ist Teil der Informatik und damit technisches Gegenstück zur menschlichen Intelligenz. Künstliche Intelligenz gründet auf Computerprogrammen und Maschinen, die aus ihren eigenen Erfahrungen lernen können – und damit auch Diskussionen auslösen.

Der US-Unternehmer und Wissenschafter Jerry Kaplan geht in seinem Buch «Künstliche Intelligenz – eine Einführung» der Thematik auf den Grund: «Fortschritte im Hinblick auf die intellektuellen und physischen Fähigkeiten der Maschinen werden die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten, spielen, eine Partnerin oder einen Partner suchen, unsere Kinder erziehen und unsere älteren Mitbürger pflegen, stark verändern.»

Kaplan spart auch nicht mit Fragezeichen, wenn er betont, dass die Maschinen «auch bestimmte menschliche Betätigungsfelder am Arbeitsmarkt überflüssig machen, einen gesellschaftlichen Wandel verursachen und private wie öffentliche Institutionen bis an ihre Belastungsgrenze bringen». Es sei egal, bilanziert Kaplan in seinem Buch, «ob wir diese Maschinen als bewusst oder geistlos betrachten, sie als neue Lebensform würdigen oder einfach nur als clevere Apparate ansehen: Sie werden aller Voraussicht nach eine immer wichtigere Rolle spielen und mit den vielen Bereichen unseres täglichen Lebens untrennbar verbunden sein.»

Die Zukunft hat bereits begonnen

Künstliche Intelligenz kennt gemeinhin zwei Definitionen: die starke und die schwache. Während sich die starke Definition auf eine Intelligenz bezieht, die in der Lage ist, den Menschen mit seinen vielfältigen Fähigkeiten ganz zu ersetzen (und damit wohl noch Fiktion bleibt), bezeichnet die schwache Definition die Entwicklung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz in klar abgegrenzten Anwendungsgebieten. Beispiele sind Firmen wie die Mobilitätsplattform Uber, Alexa, die digitale Assistentin von Amazon, oder die Anbieter von Roboterjournalismus und digitalen Übersetzungen: Allesamt gründen sie auf selbstlernenden Softwareprogrammen, die uns den Alltag erleichtern sollen. Im grösseren Stil sind es mittlerweile selbstfahrende Autos, Algorithmen im Börsenhandel, Analysefähigkeiten im Gesundheitswesen, speziell in der medizinischen Diagnostik, sowie in den Rechtswissenschaften.

Studien sagen voraus, dass der grösste Teil von juristischen Analysen in naher Zukunft schneller, besser und kostengünstiger durch Software ausgeführt werden kann.

Schweizer Unternehmen wollen dabei sein

Das Wirtschaftsberatungsunternehmen EY und die Softwarefirma Microsoft haben eine Studie zum Stand der KI-Entwicklung bei Unternehmen in 15 europäischen Ländern veröffentlicht. Befragt wurden Mitglieder von Geschäftsleitungen sowie Vertreter des mittleren Managements. Im Kern zeigt die Untersuchung, dass künstliche Intelligenz bei mehr als der Hälfte der Befragten Gegenstand der Planung und des Testens ist, jedoch erst in wenigen Fällen angewendet wird.

«Schweizer Firmen positionieren sich als fortgeschritten bezüglich KI-Reife, suchen nach Einsatzmöglichkeiten, sind aber im Vergleich nicht an der europäischen Spitze zu finden», zieht Rico Fehr, Partner und Sitzleiter von EY Luzern, Bilanz.

Was die KI-Reife betrifft, berichten gemäss Rico Fehr «alle in der Schweiz befragten Unternehmen, dass sie entweder planen, Pilotprojekte durchzuführen (30 Prozent), oder mit der Freigabe von KI-Anwendungen für den täglichen Betrieb begonnen haben (35 Prozent)». Gemäss der Studie konzentrieren sich die für Schweizer Unternehmen nützlichen KI-Technologien auf drei Bereiche: «Machine Learning» (85 Prozent), neuronale Netze (50 Prozent) und Textanalyse (50 Prozent).

Künstliche Intelligenz aus philosophischer Sicht

Schafft künstliche Intelligenz mehr Probleme, als sie löst? Geht gar der Sinn des Lebens verloren? Dazu Magdalena Hoffmann, Studienleiterin der beiden Weiterbildungsprogramme «Philosophie und Management» und «Philosophie und Medizin» an der Universität Luzern: «Die künstliche Intelligenz stellt uns vor ganz neue Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass mit der KI eine stärkere Besinnung auf philosophisch-anthropologische Fragen erfolgen werden wie «Was zeichnet den Menschen im Vergleich zu Maschinen aus?» oder «Worin kann uns KI unterstützen, und in welchen Lebensbereichen möchten wir sie nicht oder nur sehr sparsam einsetzen?».

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