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Kupferchef Telis Mistakidis verlässt Glencore

Der Baarer Bergbau- und Rohstoffkonzern Glencore nimmt mehrere Wechsel im oberen Management vor. Laut CEO Glasenberg muss die Wachablösung durch die nächste Generation nun kommen. Er selbst ist daran, seine Nachfolge aufzubauen.
Glencore ist trotz der Konjunkturabschwächung zuversichtlich. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Glencore ist trotz der Konjunkturabschwächung zuversichtlich. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

(lb/sda)

Die Führung des Baarer Rohstoffgiganten Glencore gab am Montag Einblick in den Geschäftsgang, an einer Telefonkonferenz für Investoren und Medien blickten CEO Ivan Glasenberg und Finanzchef Steve Kalmin in die nahe Zukunft und informierten ausserdem über mehrere Wechsel im oberen Management. Die zwei gewichtigsten sind die Beförderung von Peter Freyberg zum Chef aller Bergbauaktivitäten sowie der Abgang des langjährigen Glencore-Managers Aristotelis «Telis» Mistakidis (56).

Peter Freyberg. (Bild: PD)

Peter Freyberg. (Bild: PD)

Freybergs Position, die er im ersten Quartal 2019 antreten wird, wurde neu geschaffen. Sein Nachfolger als Chef des globalen Kohlegeschäfts – eine Stufe tiefer – wird Gary Nagle. Mistakidis habe nach 25 Jahren beim Konzern entschieden, zurückzutreten. Er ist noch bis Ende Jahr Leiter der Kupfersparte; sein Nachfolger in dieser Rolle wird Nico Paraskevas. Mistakidis habe seit längerem entschieden, den Konzern zu verlassen. Die Übergabe an Paraskevas sei schon länger am Laufen. Die Frage, ob Mistakidis als Sündenbock für anhaltende juristische Probleme herhalten müsse, beantwortete Glasenberg nicht.

Aristotelis Mistakidis. (Bild: PD)

Aristotelis Mistakidis. (Bild: PD)

Mistakidis räumte sein Amt im Verwaltungsrat der Glencore-Tochter Katanga Mining im letzten Jahr. Die Kupferminen in der Demokratischen Republik Kongo stehen immer wieder in den Schlagzeilen. Im Sommer verlangte das US-Justizministerium (Department of Justice, DOJ) Dokumente im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen in Kongo-Kinshasa, Nigeria und Venezuela.

«Es gibt da bereits einige Namen»

Auf die Frage, ob es in den nächsten Jahren weitere Wechsel im Management geben werde, sagte Glasenberg, es komme nun eine Zeit, «in der die nächste Generation übernehmen muss».

Auf seine eigene Zukunft angesprochen, wiederholte der 61-jährige Südafrikaner bisherige Statements: Er wolle mit 65 Jahren einen Nachfolger aufgebaut haben. «Es gibt da bereits einige Namen, drei bis vier. Einige sind im Glencore-Organigramm, andere nicht.» Der Neue sollte jedenfalls einen Trading-Background haben wie er, gute Branchenkenntnisse mitbringen – und eben der jüngeren Garde angehören. Dass Freyberg, 59-jährig, bald weiter zum CEO aufsteigt, ist demnach eher unwahrscheinlich. «Es sollte eher ein 45-Jähriger sein», so Glasenberg. Eine Frau sehe er derzeit nicht, doch dies könne sich in drei bis vier Jahren noch ändern.

Weitere Rückkaufprogramme

Zum Geschäftsgang äusserten sich die Glencore-Manager zuversichtlich. Das widerstandsfähige Handelsgeschäft und die zu geringen Kosten produzierenden Minen würden den freien Cashflow stützen. Sie rechnen 2019 mit rund 7,5 Milliarden US-Dollar an freien Mitteln. Damit will das Unternehmen die Basis-Dividende auszahlen, den Schuldenabbau fortsetzen und einen Teil der Einnahmen für Aktienrückkäufe verwenden. Akquisitionen seien aktuell keine in Planung. «Momentan ist nichts auf dem Tisch», resümierte Glasenberg. Glencore sehe aktuell keine attraktiven Übernahmekandidaten.

Der Glencore-Aktienkurs hatte in letzter Zeit gelitten. Die Titel verloren seit Anfang Jahr über 20 Prozent. Auch die Aktienrückkaufprogramme haben nicht die erwünschte Erholung gebracht. Den Grund dafür ortet Glasenberg hauptsächlich bei der zu tiefen Einschätzung des Kohlemarktes durch die Analysten. Viele würden erwarten, dass der Kohlepreis sinken werde; Glencore sehe das freilich anders. Weiter habe die Situation im Kongo einen dämpfenden Effekt: Er glaube, auch hier, dass das Kongo-Business nicht korrekt bewertet werde. Doch er sei überzeugt, dass sich die Aktie langsam erholen werde, auch dank weiterer Rückkaufprogramme. Keine Option sei es, Teile des Konzerns abzustossen.

Der Aktienkurs von Glencore seit Jahresbeginn. (Chart: Yahoo Finance)

Der Aktienkurs von Glencore seit Jahresbeginn. (Chart: Yahoo Finance)

Die Marktstimmung sei durch die Konjunktursorgen in Folge des Handelsstreits zwischen den USA und China belastet, hiess es weiter. Die Investitionen im Rohstoffsektor blieben begrenzt, während die Nachfrage weiter solide sei. Die Lagerbestände seien niedrig und dürften weiter sinken, so die Erwartung des Unternehmens.

Der Betrag für die laufende Instandhaltung und Neuinvestitionen (Capex) soll sich im laufenden Jahr auf rund 4,8 Milliarden Dollar belaufen, was auch als Mittelwert für den Zeitraum 2019 bis 2021 genannt wird. Dabei soll der Wert im kommenden Jahr und 2020 etwas höher liegen, 2021 aber spürbar zurückgehen.

Positiver Ausblick bei Kupfer, Kobalt und Nickel

Der Betriebsgewinn (Ebit) aus dem Marketing-Geschäft soll 2018 rund 2,7 Milliarden US-Dollar betragen. Das ist die Mitte der Langfrist-Spanne von 2,2 bis 3,2 Milliarden Dollar. Zuvor hatte Glencore einen Wert in der oberen Hälfte dieses Bereichs angepeilt. Der leicht gesenkte Wert wird auf Preisschwankungen bei Aluminium und Lieferverzögerungen bei Kobalt zurückgeführt. Für 2019 wird ebenso ein Wert um die Mitte der Langfrist-Spanne erwartet.

Glencore sieht sich auch beim Wandel zu einer Wirtschaft mit einen geringerem Verbrauch an fossilen Energieträgern gut positioniert. Dazu trage das breite Portfolio bei. Die Bereiche Kupfer, Kobalt und Nickel würden durch den Wandel im Bereich Energie und Mobilität gestützt, während die Kraftwerkskohle des Unternehmens die wirtschaftliche Entwicklung in Asien stütze.

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