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Lachendes und weinendes Auge

Mehr Fahrgäste und auch mehr Umsatz. Der Busverkehr Solothurn und Umgebung kann auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurückblicken. Freude kam aber nicht auf. Zu schwer wiegen die Probleme der Pensionskasse.

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Fahrplan

Fahrplan

Hanspeter Bärtschi

Gaudenz Oetterli

«Wie gewonnen, so zerronnen.» Mit diesem Sprichwort stimmte Ulrich Bucher gestern die Generalversammlung auf die Situation der Pensionskasse ein. Er nahm Bezug auf das Börsenjahr 2008. Der Verwaltungsrats-Präsident des Busverkehrs Solothurn und Umgebung (BSU) zeigte den Aktionären die Auswirkungen der Börse auf die Pensionskasse auf. «Wir hatten ein gutes Betriebsjahr. Bei der Pensionskasse haben wir aber ein massives Problem.» Es werde lange dauern, bis die Buchverluste kompensiert werden könnten, wenn überhaupt.

Als Lösungsansatz schlug Bucher vor, die gesetzlichen Vorgaben dahingehend zu ändern, dass die Leistungsziele der Pensionskassen ihre Ziele auch ohne risikoreiche Spekulationen erreichen können, was heute nicht der Fall sei. «Ebenso muss es Betrieben mit öffentlichem Leistungsauftrag erlaubt werden, ein angemessenes Eigenkapital bilden zu können, um krisenresistenter zu werden.»

Mehr Fahrgäste, mehr Ertrag

Erfreulicheres zu berichten hatte BSU-Direktor Hans Amacker. Er musste sich vor den Aktionären nicht mit kompliziert verhüllten Kursschwankungen der Hochfinanz herumschlagen, sondern mit nackten Zahlen des Betriebsjahrs. Der Ertrag hat sich insgesamt um 1,5 auf 15,7 Millionen Franken erhöht. Da auch der Aufwand anstieg, weist der BSU für 2008 einen Betriebsgewinn von 70 000 Franken aus.

Erheblich gesteigert hat sich die Zahl der Fahrgäste. Zwar hat der BSU die «magische» Marke von fünf Millionen Gästen knapp nicht durchbrochen. Aber mit über 100 000 Fahrgästen mehr immerhin eine wesentliche Steigerung erreicht. «Hier muss man festhalten, dass dies ein Muss war, mit dem dichteren Fahrplan.»

Fortschritte für das «Sorgenkind»

Im Juni 2008 verabschiedete der Kantonsrat die Angebotserweiterung. Bereits ein halbes Jahr später war dieser Tatsache. Aus diesem Grund bezeichnete Amacker das Projekt BSU 2008 - mit Fahrplan-Ausbau - als eine «Investition in die Zukunft, die sich gelohnt hat.» Dass die BSU-Kunden das verbesserte Angebot schätzen, belegte der BSU-Direktor mit den Fahrgastzahlen für das erste Quartal 2009.

«Über alle Linien haben wir im Vergleich zum Vorjahr bereits 14 Prozent mehr Fahrgäste.» Als Spitzenreiter stach dabei die Linie in den Sonnenpark heraus, mit einer Zunahme von 28 Prozent. Aber Amacker relativierte Angabe in Prozenten, schliesslich sein die absolute Zahl recht tief gewesen. «Aber es ist trotzdem schön, zu sehen, dass unser ‹Sorgenkind› Fortschritte macht.»