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Lästige Callcenter-Anrufe: So viele Millionen bezahlen die Krankenkassen an Provisionen – die Rangliste

Eine Auswertung zeigt, wie viel Geld die Krankenkassen in der Grundversicherung für Provisionen ausgeben.
Andreas Möckli

Die Provisionen der Krankenkassen für Vermittler sorgen für Diskussionsstoff. Die agierten Makler sind für viele ein Ärgernis und sorgt entsprechend unter vielen Politikern für Kritik. Diese Zeitung hat nun ausgewertet, wie viel die Versicherer für Provisionen im Bereich der Grundversicherung bezahlen. Die Kassen müssen diese Angaben dem Bund als Aufsichtsbehörde offenlegen.

Der Spitzenreiter ist Helsana. Die Versicherung hat im vergangenen Jahr 11,7 Millionen Franken an Provisionen bezahlt. Dahinter folgen Visana, Sanitas und die CSS. Sie alle gehören zu den grössten Krankenkassen des Landes, wobei Helsana als Nummer zwei deutlich mehr Geld für Provisionen ausgibt als Branchenprimus CSS.

Helsana relativiert den Spitzenplatz. Die verwendeten Zahlen erlaubten einen grossen Spielraum beim Ausweisen der Provisionen. Damit sei ein Vergleich zwischen den Versicherern mit grosser Vorsicht zu geniessen, sagt der Sprecher. «Unsere Auswertungen zeigen, dass wir keinesfalls die höchsten Entschädigungen pro Neukunde in der Branche zahlen.»

Das zuständige Bundesamt für Gesundheit spricht dagegen von verlässlichen Zahlen. Die Aufsichtsbehörde räumt jedoch ein, dass Grund- und Zusatzversicherung oft zusammen verkauft würden. Bei der Aufteilung der Provisionen auf die beiden Bereiche hätten die Kassen einen gewissen Spielraum. Dieses Argument bringt etwa Visana hervor. Zahlen alleine zu den Provisionen in der Grundversicherung seien nicht aussagekräftig. Im Bereich der Zusatzversicherung besteht allerdings keine Transparenz bezüglich der ausbezahlten Provisionen.

Helsana sagt, es scheine wenig plausibel, dass einzelne Versicherer gemäss vorliegendem Vergleich weder Provisionen noch Löhne bezahlen würden. Angesprochen ist etwa die Krankenkasse Concordia, die laut den Zahlen des Bundesamts keinerlei Ausgaben bei Provisionen verzeichnet. Die Luzerner Versicherung bestätigt das: «Es werden keine Provisionen für Abschlüsse im Bereich der Grundversicherung bezahlt, weder an Vermittler noch an Mitarbeiter», sagt eine Sprecherin.

Sanitas wiederum betont, die Versicherung verfüge über ein Vertriebsmodell, das sich deutlich von der Konkurrenz unterscheide. So verzichte Sanitas weitgehend auf eigene Agenturen vor Ort. Im Gegenzug arbeite Sanitas mit langjährigen Vertriebspartnern zusammen. Deshalb würden die Kosten höher ausfallen als bei anderen Kassen.

Nun ist der Bundesrat am Zug

Der Bundesrat ist nun im Auftrag des Parlaments daran, eine Branchenlösung in Sachen Provisionen für allgemeinverbindlich zu erklären. Dazu muss jedoch das Gesetz geändert werden. Der Verband Santésuisse will dies jedoch nicht abwarten. Präsident Heinz Brand will erreichen, dass die Vereinbarung unter seinen Mitgliedern freiwillig per nächsten Herbst in Kraft tritt. Da Abkommen will die Provisionen zur Kundengewinnung beschränken und die lästigen Anrufe von Callcentern verbieten.

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