Leute stürzten sich trotz Krise in Weihnachtseinkäufe

Die Wirtschaftskrise hat die Konsumenten vorsichtiger gestimmt. Trotzdem sind die Detailhändler mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden – obwohl sie nicht an die beiden letzten Rekordjahre anknüpfen konnten.

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Detailhändler sind zufrieden

Detailhändler sind zufrieden

Vasilije Mustur

Ein hartes Jahr liegt hinter uns. Es war geprägt von Rezession und Arbeitslosigkeit. Doch das Weihnachtsfest wollen sich die Schweizerinnen und Schweizer offenbar nicht verderben lassen. Sie gönnen ihren Liebsten und sich selbst trotz allem ein Geschenk – das ist auch gut fürs Geschäft.

Zwar bestätigen die Detailhändler Globus, Coop, Migros und Manor auf Anfrage, dass erst der Schneefall Anfang Dezember die Konsumenten richtig in Kaufstimmung versetzte. Dies trübte die Umsatzzahlen etwas. «Da wir in den letzten beiden Jahren Rekordumsätze auswiesen, sind wir für dieses Jahr dennoch zufrieden», sagt Globus-Sprecher Jürg Welti. Die Migros geht davon aus, dass der Umsatz auf Vorjahresniveau liegen wird. «Möglicherweise hängt das mit der Wirtschaftskrise zusammen, denn viele Kunden möchten zu Hause bleiben und gönnen sich dafür etwas Besonderes», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Noch optimistischer klingt Coop. Laut Pressesprecher Nicolas Schmied verliefen vor allem die Sonntagsverkäufe sehr gut. Damit hätten die Umsätze im Weihnachtsgeschäft das Vorjahresniveau erreicht.

Eine Katze als Verkaufsschlager

Die Verkaufshäuser stellen allerdings fest, dass die Krise das Einkaufsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer veränderte. «Die Kundschaft kauft bewusster ein. Das manifestiert sich daran, dass weniger umgetauscht wird. Dieses Weihnachtsgeschäft zeigt klar: Die Konsumenten suchten nach echtem Mehrwert und Qualität», sagt Coop-Sprecher Nicolas Schmied stellvertretend dazu. So sind die Klassiker iPod oder iPhone genauso gefragt wie grosse TV-Geräte, Kaffeemaschinen, Notebooks oder Navigationsgeräte. Bei Manor zeichnet sich vor allem «Lulu» als Kassenschlager ab. Die interaktive Katze als Kinderspielzeug geht über den Ladentisch wie warme Weggli. CDs waren dieses Jahr hingegen der grosse Ladenhüter.

Darüber hinaus setzen die Konsumenten dieses Jahr auch beim Menü auf Tradition. So waren bei Manor und Globus das Fondue chinoise äusserst beliebt. Bei Coop wurden vor allem Entrecôtes und Käsefondue eingekauft, und Mi-
gros-Kunden rissen sich geradezu um Nuss- und Rollschinkli. Ausserdem verkaufte sich bei allen Detailhändlern der Räucherlachs sehr gut.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Obwohl sich die Schweizer bereits heute in den Kreis der Familie zurückziehen, ist für die Detailhändler der Weihnachtsverkauf noch nicht vorbei. Vor allem in der Food-Abteilung erwarten die Verkaufshäuser einen massiven Andrang. Die Migros will dies heute mit zusätzlichem Personal auffangen. Die übrigen Detailhändler verzichten auf diese Massnahme. «Aber es ist in der Tat so, dass wir aufgrund der höheren Kundenfrequenzen von November bis Dezember zehn Prozent mehr Personal haben», sagt Globus-Sprecher Welti. Um dem Chaos morgen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt er deshalb, möglichst früh einzukaufen, wenn die Regale noch voll und die Gänge noch leer sind. Zudem ruft er alle Kunden zu Geduld auf, denn «am 24. Dezember ist es im Laden traditionell hektischer als an anderen Tagen.