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Liebe Firmen, sprecht über Hackerangriffe!

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag» über die Gefahren der weltweiten Digitalisierung.
Dominik Buholzer, Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Es war wohl eher dem Zufall geschuldet. Ausgerechnet am ersten Schweizer Digitaltag am vergangenen Dienstag machte spätabends die Meldung die Runde, dass dem US-amerikanischen Fahrdienst Uber 57 Millionen Datensätze von Kunden und Fahrern gestohlen worden waren.

Der Vorfall liegt rund ein Jahr zurück. Dass dies bislang noch nicht publik wurde, liegt daran, dass Uber sich das Schweigen der Hacker was kosten liess. Nun aber haben die amerikanischen und die britischen Behörden von der Sache Wind bekommen, haben entweder Ermittlungen angekündigt oder wie im Fall der Engländer bereits ein Verfahren in die Wege geleitet.

Natürlich: Uber ist längst nicht die einzige Firma, die Opfer von Hackern wurde. Die Liste der Firmen ist so lang wie illuster: Yahoo, MySpace, Ebay, Linkedin, Dropbox, Tumblr … In der Schweiz sollen laut einer Studie des Wirtschafts- und Beratungsunternehmens KMPG 88 Prozent aller befragten Unternehmen innerhalb der vergangenen zwölf Monate Opfer eines Cyberangriffs gewesen sein und damit markant mehr als noch vor einem Jahr. Damals waren es lediglich 54 Prozent.

Das Problem hat sich also verschärft und mit ihm die Auswirkungen. Grund dafür ist nicht nur, dass zahlreiche Firmen dem Thema Sicherheit noch immer zu wenig Beachtung schenken, weil sie die Kosten scheuen, sondern oft auch die Mitarbeiter. Nicht weil die etwa vorsätzlich, sondern weil sie oftmals viel zu wenig auf die Risiken sensibilisiert sind. Nicht umsonst geht man davon aus, dass täglich weltweit 1,6 Millionen Menschen einen Hackerangriff erfahren.

Das Problem liegt aber noch an einem ganz anderen Ort. Firmenchefs sprechen gerne von der Digitalisierung, stellen sich mit ihren Projekten als innovativ dar. Das gehört letzten Endes auch zum Business. Wer aber mit seinen Produkten Vertrauen bei den Kunden schaffen will, der sollte nicht nur von seiner digitalen Strategie schwärmen, sondern auch über die Probleme reden. Erst recht, wenn ein Unternehmen mal in Schwierigkeiten gerät. Denn Vertuschen bringt nichts. Das musste nun ja auch Uber erfahren.

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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