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LIEFERDIENST: Lidl wirft den Herd an

Lidl Schweiz hat eine Kochbox lanciert. Der Discounter steigt mit Kampfpreisen ein und bietet damit vor allem Start-ups die Stirn.
Stefan Borkert
Eine Mitarbeiterin, Lidl-Chef Georg Kröll und Projektleiter Remo Brugger in der Testküche. (Bilder: Michel Canonica (Winterthur, 30. August 2017))

Eine Mitarbeiterin, Lidl-Chef Georg Kröll und Projektleiter Remo Brugger in der Testküche. (Bilder: Michel Canonica (Winterthur, 30. August 2017))

Stefan Borkert

Detaillisten und Discounter liefern sich auf dem Schweizer Markt einen harten Konkurrenzkampf. Ständig sind neue Ideen und Innovationen gefragt. Lidl Schweiz ist nun mit einem neuen Angebot vorgeprescht, das bislang eher jungen Start-ups vor­behalten blieb. Seit gestern kann eine Menü-Box bei Lidl Schweiz im Internet bestellt werden.

Die Box enthält so gut wie alle Zutaten für drei Gerichte pro Woche zum Selberkochen. Das Rezept liegt jeweils bei. «Die Kochzeit beträgt maximal 45 Minuten», sagt Projektleiter Remo Brugger. Georg Kröll, Geschäftsleiter von Lidl Schweiz, betont, dass man gleich die gesamte Schweiz beliefern wolle. Damit antwortet er auch auf die An­kündigung der Migros, die solche Foodboxen zunächst in sechs Filialen der Deutschschweiz ausprobieren will.

Es sei das erste eigene Online-Angebot von Lidl Schweiz, betont Kröll weiter. «Es ist in ­dieser Form einzigartig im Schweizer Detailhandel.» Die preisliche Ausgestaltung wird es der ­Konkurrenz schwermachen. Lidl Schweiz sei in dieser Hinsicht konkurrenzlos, sagt Kröll. Dass dadurch die Menge der gelieferten Lebensmittel leide, könne er sich nicht vorstellen. Man gehe von der oberen Grenze der empfohlenen Pro-Kopf-Menge aus, erklärt Brugger. Und Kröll verspricht, die Portionen seien reichlich bemessen. Für den neuen Geschäftsbereich ist ein Team von elf Mitarbeitern am Standort Winterthur gebildet worden.

Ein Rezept pro Woche von René Schudel

Dabei sind auch eine Ernährungswissenschafterin und ein Koch. Ein Rezept pro Woche kreiert der Fernsehkoch und Lidl-Werbeträger René Schudel höchstpersönlich. Frische, Ausgewogenheit und Abwechslung seien garantiert, so Projektleiter Brugger. Die Idee zu der Menu-Box ist nicht ganz neu. Die deutsche Lidl-Mutter hat 2015 das Know-how mit dem Berliner Start-up Kochzauber eingekauft. Der Schweizer Lidl-Chef war sofort Feuer und Flamme: «Wir machen das», sagte er damals, und nun kommt das Projekt zum Laufen. Die erste Box wird am 13. September ausgeliefert. Die Waren stammen fast alle aus den Lidl-Regalen. Genutzt werden Logistik und Infrastruktur von Lidl Schweiz. Ist die Menu-Box erfolgreich, könnten weitere Länder mit Lidl-Schwestern folgen, so Kröll.

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