Lizenzhändler
Stanser SoftwareOne mit «solidem Ergebnis» – aber unter den Erwartungen

Das IT-Unternehmen legte im Coronajahr 2020 bei Umsatz wie Gewinn zu und blickt zuversichtlich nach vorn. Aktionäre sollen nun eine höhere Dividende erhalten.

Gregory Remez
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Der Hauptsitz des börsenkotierten Lizenzhändlers SoftwareOne im Stanser Schnyderpark.

Der Hauptsitz des börsenkotierten Lizenzhändlers SoftwareOne im Stanser Schnyderpark.

Bild: Corinne Glanzmann (24. September 2019)

Auch wenn SoftwareOne die Markterwartungen verfehlte und bei der Profitabilität ebenfalls unter den Prognosen blieb: Der Stanser Softwarelizenzhändler bleibt ein Profiteur der Pandemie. Im Coronajahr 2020 haben sich die Nidwaldner gut geschlagen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn legten sie zu, wie dem am Donnerstag publizierten Jahresbericht zu entnehmen ist. SoftwareOne selbst spricht darin von einem «soliden Ergebnis».

Konkret belief sich der Umsatz im Berichtsjahr auf 7,91 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 0,6 Prozent respektive 6,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen entspricht. Der Bruttogewinn stieg um 4,4 Prozent bei konstanten Wechselkursen und betrug 729,6 Millionen Franken, entsprechend einem Rückgang von 1,7 Prozent in der Berichtswährung. Den negativen Währungsumrechnungseffekt führt das Unternehmen auf eine Aufwertung des Frankens zurück.

Hunderte Jobs geschafften

Die beiden Sparten der Stanser haben sich dabei unterschiedlich entwickelt. Während Solutions & Services den Wachstumskurs dank der gestiegenen Nachfrage nach cloudbasierten Dienstleistungen fortführte, wurde Software & Cloud durch geringere Einkäufe von KMU beeinträchtigt und verzeichnete gar einen geringen Gewinnrückgang.

Unter dem Strich erzielte das IT-Unternehmen einen Reingewinn von 176,8 Millionen Franken nach zuvor 125 Millionen Franken. Pro Anteilsschein sollen die Aktionäre nun eine Dividende von 30 Rappen erhalten, nach 21 Rappen im Vorjahr.

Aufgestockt hat SoftwareOne überdies das Personal. Der Lizenzhändler schuf Hunderte Jobs – wenn auch vor allem im Ausland. Insgesamt sechs Akquisitionen, darunter jene von InterGrupo, einem südamerikanischen Anbeiter von Anwendungsdienstleistungen, führten zu einem Anstieg des Personalbestands um 2'200 Vollzeitbeschäftigte. Somit beschäftigen die Stanser weltweit inzwischen über 7'700 Mitarbeitende. Die 2020 getätigten Akquisitionen trugen nach Unternehmensangaben rund 7 Millionen Franken zum Wachstum des Bruttogewinns bei.

Vereinbarung mit Microsoft

Für das laufende Jahr erwartet SoftwareOne ein verbessertes operatives Umfeld, wenn auch mit Unsicherheiten in Bezug auf die Corona-Restriktionen. Mit Blick auf die beiden Geschäftsbereiche erwartet das Unternehmen, dass «Solutions & Services auch 2021 eine starke Dynamik aufweisen und eine Wachstumsrate des Bruttogewinns erzielen wird, die deutlich über jener von Software & Cloud liegt».

Prognostiziert wird ein Bruttogewinnwachstum von über 10 Prozent zu konstanten Wechselkursen. «Wir gehen mit Zuversicht ins Jahr 2021», kommentierte CEO Dieter Schlosser das Finanzergebnis. «Der Bereich Software & Cloud erreichte zwar nicht die von uns erwartete Performance, dafür bin ich über die Aussichten für Solutions & Services mehr als erfreut.» Die Coronakrise habe sich als Katalysator für die Cloud erwiesen, indem die digitale Transformation zu einer unmittelbaren strategischen Priorität für die Kunden wurde, um Widerstandsfähigkeit und Innovation zu fördern. Entsprechend wolle man die eigene Wachstumsstrategie weiter beschleunigen.

Zeitgleich mit der Publikation des Jahresberichts gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt, dass man eine strategische Vereinbarung für Application Services und SAP on Azure mit Microsoft getroffen hat. Bis Ende 2023 werde SoftwareOne damit seine Kapazitäten für Anwendungsservices und SAP on Azure durch die Anstellung und Schulung von bis zu 5'000 Spezialisten ausbauen, hiess es. Finanzielle Details wurden keine bekannt.