LOHN: Zug zahlt dem CEO am meisten

Die Abschlüsse der Zentralschweizer Kantonalbanken können sich sehen lassen. Beim CEO-Lohn liegen zwei Banken aber über dem Limit, wo ein anderer Kanton die Grenze setzt.

Ernst Meier
Drucken
Teilen
Generalversammlung der Zuger KB im April 2012. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Generalversammlung der Zuger KB im April 2012. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

Banken und ihre Lohnzahlungen – spätestens seit der Finanzkrise, die auch Schweizer Grossbanken wie UBS und CS an den Rand des Ruins brachte, werden die Löhne der CEOs immer wieder heftig kritisiert. Die Schweizer Kantonalbanken meisterten die Krise mehrheitlich sehr gut. Von der Lohndebatte blieben aber auch sie nicht vollständig verschont. So zum Beispiel im Kanton Aargau, wo der CEO der Aargauischen Kantonalbank heute rund 1 Million Franken pro Jahr verdient. Sein Nachfolger, der zurzeit gesucht wird, soll aber deutlich weniger erhalten. Das Kantonsparlament sprach sich nämlich mit einer deutlichen Mehrheit für einen Lohndeckel von 600 000 Franken aus. Die Politik spricht von einem Beitrag zur Spardebatte und der Verkleinerung der Diskrepanz zu den Löhnen der Regierungsräte (300 000 Franken).

In der Zentralschweiz, wo alle Kantonalbanken mehrheitlich in Staatsbesitz sind, haben die Löhne der Bankdirektoren und Bankräte auch schon zu Vorstössen und Debatten im Parlament geführt. Von einer gesetzlich verankerten Lohnobergrenze für die Finanzinstitute sieht man bis heute aber ab.

Börse garantiert Transparenz

Der Blick in die aktuellen Geschäftsberichte der Kantonalbanken zeigt, wie viel die Chefs verdienen – zumindest bei den zwei börsenkotierten Unternehmen ist dies exakt aufgeführt. Pascal Niquille, der vor fünf Jahren von der UBS zur Zuger Kantonalbank stiess und das Amt des CEOs übernahm, verdient derzeit am meisten. Laut Geschäftsbericht erhielt er für das vergangene Jahr 554 000 Franken Fixlohn. Dazu kam ein variabler Lohnanteil (erfolgsabhängig) – dieser wurde mit 181 000 Franken in bar und zusätzlich mit Aktien der eigenen Bank vergütet. Die Wertpapiere unterliegen einer fünfjährigen Sperrfrist und sind im Geschäftsbericht mit einem Wert von 195 000 Franken aufgeführt. Zusammen entspricht die Vergütung 2013 somit 930 000 Franken.

CEO-Löhne sind gesunken

Bei Bernard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank, wird das Fixsalär mit 480 012 Franken angegeben. Hinzu kommen erfolgsabhängige variable Zahlungen von 157 611 Franken sowie Aktien im Wert von 157 490 Franken (Sperrfrist sechs Jahre). Damit summieren sich die Vergütungen für den CEO, der die Bankleitung Anfang Jahr aus privaten Gründen abgab, auf 795 000 Franken (gerundet). Bei beiden Bankleitern ist der Lohn tiefer als in den vergangenen zwei Jahren. 2011 zahlte man Bernard Kobler bei der LUKB noch total 875 000 Franken, Pascal Niquille erhielt 967 000 Franken. Die niedrigere Gesamtvergütung ist dabei auf die tiefer ausfallenden erfolgsabhängigen Lohnkomponenten zurückzuführen.

Banken publizieren nicht freiwillig

Weniger transparent handhaben die anderen Zentralschweizer Finanzinstitute in Staatsbesitz die Lohnzahlungen. Da die Banken nicht an der Börse kotiert sind, müssen sie die Vergütung an die Mitglieder der Geschäftsleitung auch nicht bekannt geben. Die Kantonalbanken von Nidwalden und Obwalden machen davon Gebrauch – in ihren Geschäftsberichten gibt es keine Informationen zum Lohn des Bankchefs. Lediglich die Entschädigungen an die Mitglieder des Bankrates – alle in Teilzeitfunktion tätig – werden gesamthaft aufgeführt.

Ebenfalls keine genauen Angaben zu den Vergütungen für den CEO findet man bei der Schwyzer und der Urner Kantonalbank. Die beiden Finanzinstitute, die zu 100 Prozent dem Kanton gehören, führen in ihrem Geschäftsbericht aber zumindest die Gesamtsumme der Zahlungen an die Geschäftsleitungsmitglieder auf. In Schwyz betrugen diese 2013 total 2,33 Millionen Franken (fixe Entschädigung 1,3 Millionen Franken, Erfolgsbeteiligungen 1,03 Millionen Franken). Rein «im Schnitt berechnet» entfällt auf die fünf Geschäftsleitungsmitglieder eine Vergütung von je 465 200 Franken. Der Geschäftsbericht der kleinsten Kantonalbank in der Zentralschweiz, der Urner, liegt noch nicht vor. Für das Jahr 2012 wurde die Gesamtsumme der Löhne an die Mitglieder der Geschäftsleitung mit 1,06 Millionen Franken aufgeführt. Die Leistungshonorierung gibt die Bank mit «maximal 20 Prozent des Grundgehalts» an.

Waadt: CEO verdient 2,3 Millionen

Für die Festsetzung der Löhne ist in der Regel der Bankrat respektive das Aktionariat zuständig. In Luzern verweist man hierbei auf die Eignerstrategie. Mit den Richtlinien präzisiert der Kanton als Mehrheitsaktionär seine Verantwortung. Der Regierungsrat hält darin fest, dass die Gesamtvergütung für den CEO unter 950 000 Franken liegen solle. In Zug sagt Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel, der den Kanton im Bankrat vertritt: «Wir kommentieren Geschäftsleitungsbezüge der Zuger KB nicht.» Der Lohn werde vom Entschädigungsausschuss der Bank festgelegt. Weiter verweist der Regierungsrat auf die Beantwortung einer Interpellation zum Thema von 2009. Darin heisst es: «Der Entschädigungsausschuss orientiert sich bei der Festlegung am Niveau der Gesamtbezüge vergleichbarer Kantonalbanken.»

Gesamtschweizerisch gibt es Kantonalbanken, wo der CEO mehr verdient als in Zug und Luzern – Spitzenreiter ist der Chef der Waadtländer KB mit über 2,3 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2012 –, aber auch in St. Gallen und im Wallis liegt der Lohn über einer Million Franken.