Lohn
Lohnherbst wird trist

Gewerkschaften wollen mehr Geld, Doris Leuthard wiegelt ab Trotz Krise wollen die Gewerkschaften nicht generell auf höhere Löhne verzichten. Sie werden aber Mühe haben, ihre Positionen durchzubringen.

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Doris Leuthard

Doris Leuthard

Aargauer Zeitung

Daniel Imwinkelried

Normalerweise sind es die Gewerkschaften, die den «Lohnherbst» mit ihren Forderungen im August eröffnen. Doch nun ist ihnen Bundesrätin Doris Leuthard zuvorgekommen. In einem Interview mit dem «SonntagsBlick» sagt die Wirtschaftsministerin, dass die Schweiz möglichst viele Jobs retten müsse. «Vielleicht muss man dafür auch auf Lohnerhöhungen verzichten.»

Die Gewerkschaften dagegen denken nicht daran, schon im Vorfeld der Lohnverhandlungen klein beizugeben. Sie werden höhere Löhne fordern, wissen allerdings auch, wie schwierig die Lage vieler Firmen ist. «Travail Suisse wird bei ihren Forderungen die Situation jeder einzelnen Branche und jedes einzelnen Betriebs berücksichtigen», sagt Therese Schmid von der Dachorganisation, der zwölf Verbände angehören. So habe beispielsweise in Exportunternehmen, die wirtschaftlich zu kämpfen hätten, der Stellenerhalt Priorität.

Auch der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) fordert höhere Löhne. «Dies bewahrt die Kaufkraft », sagt Rolf Zimmermann, Zentralsekretär des SGB. Zudem hätten längst nicht alle Angestellten vom Boom der Jahre 2003 bis 2008 profitiert. Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit werden die Gewerkschaften aber einen schweren Stand haben. Die MZ zeigt die Argumente der Sozialpartner.