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Lukrative Revisionsmandate sorgen für viel Bewegung

KPMG hat Aufträge von Post, Swisscom und Credit Suisse verloren. Dafür haben sich ABB und Coop für KPMG entschieden.
Maurizio Minetti
Der Schweizer Hauptsitz von KPMG in Zürich. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Der Schweizer Hauptsitz von KPMG in Zürich. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG musste in den letzten Monaten viel Prügel einstecken. Im Zusammenhang mit dem Postautoskandal hat die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde KPMG «teilweise erhebliche Mängel» vorgeworfen. Das Postmandat hat KPMG inzwischen an den Konkurrenten EY verloren.

KPMG wird bald auch das lukrative Mandat der Grossbank Credit Suisse verlieren. Wie dem CS-Geschäftsbericht zu entnehmen ist, soll an der Generalversammlung des kommenden Jahres PricewaterhouseCoopers (PwC) als neue Revisionsstelle eingesetzt werden, wobei die Ernennung für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr in Kraft treten soll. Dafür braucht es noch die Zustimmung der Aktionäre. Die CS lässt ihre Bücher seit 1989 von KPMG prüfen. Letztes Jahr hat die Grossbank knapp 60 Millionen Franken für die Revision bezahlt.

KPMG: «Haben Marktanteile gewonnen»

KPMG wird ausserdem den Swisscom-Auftrag verlieren. Die Generalversammlung der Swisscom soll Anfang April die Wahl von PwC als neue Revisionsstelle bestätigen, heisst es im Geschäftsbericht. Bei Bestätigung durch die GV wird PwC schon ab dem Geschäftsjahr 2019 die Bücher der Swisscom revidieren. Die Vorkommnisse bei Postauto hätten nichts mit dem Wechsel zu tun, betont Swisscom. Swisscom ist seit 2004 KPMG-Kunde. Das jährliche Volumen beträgt hier rund drei Millionen Franken.

Doch für KPMG gibt es in der Schweiz nicht nur schlechte Nachrichten. «KPMG konnte Marktanteile gewinnen und prüft beispielsweise neu ABB, Coop oder die Basler Kantonalbank», sagt KPMG-Sprecher Andreas Hammer. Coop hat sich laut dem jüngsten Geschäftsbericht entschieden, die Revisionsstelle von PwC zu KPMG zu wechseln. Die Delegiertenversammlung hat der Wahl bereits im Oktober zugestimmt. Das Revisionsmandat für die Coop-Gruppe und für die Prüfung der konsolidierten Jahresrechnung der Coop-Gruppe übte PwC seit dem Jahr 1994 aus. Im letzten Jahr hat PwC gemäss Coop-Geschäftsbericht Honorare von über drei Millionen Franken verrechnet. Dass Swisscom zu PwC wechselt und Coop zu KPMG, hat in der Branche für Stirnrunzeln gesorgt. Die Frage lautet, ob es dabei eine Absprache gegeben hat. Grund für diese Annahme ist die Nähe der beiden Firmen, da beide Verwaltungsräte von Hansueli Loosli präsidiert werden. Die beiden Unternehmen kooperieren im Bereich der Handyabos und haben zusammen für viel Geld die Online- Handelsplattform Siroop gegründet – die allerdings vor einem Jahr eingestellt wurde.

Bei der Neuvergabe der Revisionsstelle habe man nicht kooperiert, versichern allerdings Coop und Swisscom auf An- frage. «Die Delegiertenversammlung hat sich im Rahmen einer Ausschreibung für einen Wechsel der Revisionsstelle entschieden. Der Entscheid für eine Ausschreibung wurde durch Coop gefällt und stand in keinerlei Zusammenhang mit anderen Unternehmen», so Coop-Sprecherin Andrea Bergmann. «Es gab keine Koordination zwischen Coop und Swisscom», sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber.

Raiffeisen und Ruag schreiben aus

Derweil dürfte es in den kommenden Monaten mit Neuvergaben weitergehen. Die sogenannten «Big Four» der Branche – PwC, EY, KPMG und Deloitte – werden um viele Mandate kämpfen. Dazu gehören Ausschreibungen von Raiffeisen oder des Rüstungskonzerns Ruag, der im Zuge der Aufspaltung eine neue Revisionsstelle braucht. Mit dem Ruag-Mandat hat KPMG allerdings nicht viel verdient. Zuletzt war es rund eine Million Franken.

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