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LUXUSGÜTER: Richemont spürt den Brexit

Das Weihnachtsgeschäft in London lief für den Schmuck- und Uhrenkonzern weniger berauschend als im Vorjahr.
Richemont hat seinen Umsatz von Oktober bis Dezember etwas langsamer gesteigert als noch in der ersten Jahreshälfte. (Archiv) (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

Richemont hat seinen Umsatz von Oktober bis Dezember etwas langsamer gesteigert als noch in der ersten Jahreshälfte. (Archiv) (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

Der Uhren- und Schmuckwarenkonzern Richemont hat die Verkäufe im dritten Geschäftsquartal (Oktober bis Dezember) um 1 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro gesteigert. In der gleichen Zeit des Vorjahres war es dem Unternehmen noch gelungen, den Umsatz um 6 Prozent zu verbessern. Hauptgrund für die deutliche Wachstumsverlangsamung ist die Aufwertung des Euro zu allen für Richemont wichtigen Handelswährungen. Unter der Annahme unveränderter Wechselkurse hätte Richemont im Berichtsabschnitt den Umsatz um 7 Prozent erhöht und die Leistung aus dem Vorjahr (+5 Prozent) übertroffen.

Das Weihnachtsgeschäft ist dem Zwischenbericht zufolge aber eher enttäuschend verlaufen. So zeigen die Verkaufszahlen zu den ersten neuen Geschäftsmonaten (Richemont schliesst die Bücher jeweils Ende März) mit einem Umsatzplus von 10 Prozent zu konstanten Wechselkursen, dass sich die Verkäufe in den drei letzten Monaten des Jahres deutlich abgeschwächt haben. Offenbar hat der erstarkte Euro die Kauflust der Touristen aus Übersee in den europäischen Metropolen deutlich gebremst. In Europa, wo Richemont rund 30 Prozent der weltweiten Verkäufe tätigt, waren die Umsätze im Berichtsquartal wechselkursbereinigt 1 Prozent tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Im letzten Dreimonatsabschnitt des Jahres 2016 waren die Verkäufe in Europa noch um 3 Prozent gestiegen.

Warenbestand noch zu hoch

Ein wesentlicher Treiber war damals das Geschäft in London, dem wichtigsten internationalen Markt für Luxusgüter in Europa. Der starke Kurseinbruch des Pfundes im Anschluss an die Brexit-Abstimmung hatte die Kauflust der Touristenschar damals mächtig angeregt und dem britischen Luxusgüterhandel ein Rekordweihnachtsgeschäft beschert. Der Vorjahresvergleich im britischen Markt sei «herausfordernd», schreibt Richemont in der Medienmitteilung.

Zwar sind die Verkäufe in den beiden anderen Hauptmärkten Asien und Amerika mit 11 Prozent und 8 Prozent deutlich gestiegen. Doch das Wachstum war bereits im Vorjahr so hoch. In Europa sind Luxusgüter traditionell deutlich billiger als in Asien. Die Erstarkung des Euro und des Pfundes dürfte Richemont deshalb stärker gebremst haben, als die Quartalszahlen auf den ersten Blick erkennen lassen.

Des Weiteren ist der Lagerbestand bei den Uhrenhändlern noch zu hoch, wie Richemont bereits im Halbjahr klargemacht hatte. So verkauften die Uhrenhändler zwar mehr: Die Verkäufe an Endkunden legten zweistellig zu. Doch bestellten die Uhrenhändler ihrerseits nicht mehr bei den Herstellern.

Daniel Zulauf

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