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Luxushotel Palace in Luzern: Mandarin Oriental übernimmt den Betrieb

Nun ist es definitiv: Die Mandarin-Oriental-Gruppe wird das Luzerner Luxushotel Palace führen und betreiben. Ob es tatsächlich schon Ende 2020 wiedereröffnet wird, ist fraglich.
Rainer Rickenbach
Das Hotel Palace wird derzeit umgebaut. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 21. Oktober 2019)

Das Hotel Palace wird derzeit umgebaut. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 21. Oktober 2019)

Die international renommierte Hotel-Betreiberkette Mandarin Oriental gab am Montag offiziell bekannt, künftig das «Palace» in Luzern zu führen. Das vor 113 Jahren erstellte Fünfsternhaus am Vierwaldstättersee erhält neu die Bezeichnung «Mandarin Oriental Palace».

«Wir freuen uns, ein neues Hotel in der Schweiz zu führen, das unser wachsendes Portfolio in Europa ergänzt. Der Vierwaldstättersee ist seit langer Zeit ein beliebtes Ziel für Luxusreisende», lässt sich James Riley, CEO der Mandarin-Oriental-Gruppe, zitieren. Die asiatische Betreiberkette führt weltweit 32 Luxushotels und sieben Residenzen in 23 Ländern. In der Schweiz führt sie bereits ein Hotel in Genf. Hinweise darauf, dass der chinesische «Palace»-Besitzer Yunfeng Gao mit Mandarin Oriental zusammenspannt, gab es bereits im Sommer.

Umbauarbeiten sind ins Stocken geraten

Der chinesische Investor Gao bleibt Besitzer des Hotels. Er schloss mit Mandarin Oriental nach längeren Verhandlungen keinen Kauf-, sondern einen Betreibervertrag ab. Das bedeutet: Die asiatische Kette wird von Gao für die Erledigung des Tagesgeschäftes bezahlt. Was danach vom Gewinn übrig bleibt, geht an Gao.

Gao lässt die traditionsreiche Nobelherberge zurzeit für mehr als 100 Millionen Franken von Grund auf sanieren. Die Umbauarbeiten begannen vor gut einem Jahr, kamen aber seit dem Sommer kaum mehr voran. Ursache für die Verzögerungen waren die Unsicherheiten, die sich aus den Verhandlungen zwischen den Leuten des Hotelbesitzers und Oriental Mandarin ergaben. Da die für den Umbau engagierten einheimischen Firmen keine oder nur ausweichende Antworten auf ihre Vorschläge oder Anfragen erhielten, kam der Umbau fast zum Erliegen. Abgeschlossen sind bis heute erst die Rückbauarbeiten.

Mandarin Oriental hält zwar am Wiedereröffnungstermin für Ende des kommenden Jahres fest. Doch einige beteiligte Firmen bezweifeln, dass 14 Monate reichen, um das denkmalgeschützte Gebäude in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Die Wiedereröffnung sollte übrigens ursprünglich bereits Ende dieses Jahres über die Bühne gehen. Doch vor zwei Jahren liess Gao die gesamte Planung überarbeiten, um mehr Zimmer im Hotel unterzubringen.

An der zweiten Fassung der Pläne scheint sich nun nicht mehr viel zu ändern. Die neu angeheuerte Betreiberkette stellt 146 Hotelzimmer und Suiten in Aussicht, vorher war von 148 Zimmern und einer Suite die Rede. Geplant sind weiter ein Restaurant, eine Bar, mehrere Seminar- und Konferenzräume sowie ein Spa- und Fitnessraum.

Engelberg und Frutt gehören nicht zum Deal

Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass die Mandarin-Oriental-Gruppe bereits einen Hoteldirektor bestimmt hat. Es handelt sich um den Schweizer Christian Wildhaber. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Hotelleriegeschäft, stiess vor zwei Jahren zur Mandarin-Oriental-Gruppe und führt aktuell ei­nes ihrer Hotels im chinesischen Guangzhou. Vorher war er in Hongkonger und australischen Gästehäusern tätig. Er werde seine neue Tätigkeit aufnehmen, sobald die Verwaltungsformalitäten erledigt seien, heisst es in einem internen Schreiben der Hotelbetreibergruppe.

Wildhaber folgt auf Peter Durrer, der von Gaos First Swiss Hotel Collection nach dem Beginn der Umbauarbeiten als «Palace»-Direktor angestellt und im vergangenen Sommer bereits wieder entlassen wurde. Ursache für seine kurze Anstellungszeit ohne Hotelbetrieb war der Druck, den die neuen Betreiber offenbar ausübten, da sie selber einen Hoteldirektor stellen wollten.

Der chinesische Investor und Unternehmer Yunfeng Gao hat das Luzerner Luxushotel Palace im Dezember 2015 erworben. Ihm gehören auch das sich noch im Umbau befindliche Hotel Titlis Palace Engelberg sowie die Frutt-Lodge und Spa auf der Melchsee-Frutt. Der Betreiber-Vertrag mit Mandarin Oriental umfasst indes diese beiden Hotels nicht, er beschränkt sich auf das «Palace» in Luzern.

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