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LUZERN: 26 Millionen für Concordia-Kunden

Die Versicherten der Concordia bekommen erneut Geld zurück. Dies dank des guten letzten Jahres. Für die Prämien 2018 hat der Chef der Luzerner Krankenkasse aber keine guten Neuigkeiten.
Roman Schenkel
Concordia-CEO Nikolai Dittli am Hauptsitz in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 25. August 2016))

Concordia-CEO Nikolai Dittli am Hauptsitz in Luzern. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 25. August 2016))

Roman Schenkel

Die Luzerner Krankenkasse Concordia nimmt zum zweiten Mal in Folge eine freiwillige Auszahlung an ihre Versicherten vor. 2016 hat sie als erste Krankenkasse überhaupt von den neuen Bestimmungen im Krankenversicherungsaufsichtsgesetz Gebrauch gemacht und eine Rückzahlung von 30 Millionen Franken an ihre Kundinnen und Kunden vorgenommen. Dieses Jahr beabsichtigt die Concordia, etwas weniger zurückzuzahlen: 26 Millionen Franken sollen an die Versicherten fliessen.

«Wir haben im vergangenen Jahr kommuniziert, dass wir immer dann von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, wenn es unsere finanzielle Situation zulässt», sagt Concordia-Chef Nikolai Dittli. Mit einem Ertragsüberschuss von rund 44 Millionen Franken in der Grundver- sicherung habe die Concordia 2016 ein «gutes Ergebnis» vorgelegt. «Der Gewinn war leicht kleiner, deshalb ist auch die Rückzahlung etwas tiefer», erklärt Dittli. Für eine vierköpfige Familie macht die Rückzahlung insgesamt 144 Franken im Jahr aus. «Jeder, der ab dem 1. Januar 2018 bei uns grundversichert ist, profitiert von der Rückzahlung», so Dittli. Der Betrag wird monatlich direkt von der Prämienrechnung abgezogen.

Bundesamt muss Auszahlung genehmigen

Noch ist nicht definitiv, ob die freiwillige Auszahlung bewilligt wird. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) entscheidet Ende September darüber. Das BAG wird es gleichzeitig mit den Prämien für das Jahr 2018 kommunizieren. Um eine Rückzahlung machen zu können, muss eine Kasse eine sehr gute Finanzlage aufweisen. «Unsere Solvenz muss auch nach der Auszahlung noch hoch genug sein», sagt Dittli. Die Concordia erfülle alle gesetzlichen Vorgaben. «Unsere Reserven liegen deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimum», sagt Dittli. «Wir gehen deshalb davon aus, dass wir vom BAG grünes Licht für die Auszahlung bekommen.»

Alles nur Marketing, hielt man der Concordia im vergangenen Jahr vor. Das treffe nicht zu, sagt Nikolai Dittli energisch. Die Rückzahlung habe keinen grossen Einfluss auf Neuabschlüsse, betont er: «Es stärkt aber das Vertrauen unserer Versicherten und erhöht so deren Treue.» Die Treue bei Krankenkassen ist jedoch generell ziemlich hoch. Laut Studien wechseln jährlich rund 8 Prozent die obligatorische Grundversicherung.

Der Zeitpunkt für den Wechsel ist jeweils der Herbst, wenn das BAG Ende September die neuen Prämien bekanntgibt. Für 2018 rechnet der Branchenverband der Krankenversicherungen Santésuisse mit einem Anstieg von 4 bis 5 Prozent. Dittli geht davon aus, dass der Prämienaufschlag bei der Concordia wie in den vergangenen Jahren unter dem Durchschnitt der anderen Krankenversicherer liegt. Dennoch gibt ihm der «ungebremste» Kostenanstieg zu denken. «Die hohen Prämien werden für immer breitere Gesellschaftsschichten zum Problem. Nun bekommt zunehmend auch der Mittelstand Zahlungsprobleme», konstatiert Dittli. Dass der Kanton Luzern aufgrund des fehlenden Budgets die Prämienverbilligungen fürs letzte Quartal nicht ausbezahlt, bezeichnet Dittli deshalb als «Sauerei» (siehe Box).

Wenig erhofft sich der Krankenkassen-CEO vom Eingriff des Bundesrats beim Ärztetarif Tarmed. 470 Millionen Franken will Bundesrat Alain Berset so einsparen. Laut Berechnungen des Bundes entspricht dies einer Einsparung von 1,5 Prämienprozenten. «Das ist pure Augenwischerei», ärgert sich Dittli. In der Vergangenheit habe jede Tarifänderung nicht zu einer Kostendämpfung, sondern zu höheren Kosten geführt. «Alle Leistungserbringer sind gewinnorientiert. Sie werden versuchen, die Mindereinnahmen zu kompensieren», befürchtet Dittli. Dies sei sehr stossend, da es sich bei der Grundversicherung schliesslich um eine Sozialversicherung handle. Deshalb könne man die Reduktion bei Tarmed auch nicht in die Berechnung der Prämien 2018 einfliessen lassen. «Wir können ja nicht Geld verteilen, bevor wir es überhaupt eingespart haben», sagt Dittli.

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