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LUZERN: CSS behauptet die Nr. 1

Die CSS hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn gesteigert. Die Krankenkasse mit Sitz in Luzern stellt einen unterdurchschnittlichen Prämienanstieg in Aussicht.
Der CSS-Hauptsitz im Luzerner Tribschenquartier. (Bild pd)

Der CSS-Hauptsitz im Luzerner Tribschenquartier. (Bild pd)

Die Spanische Grippe erfasste 1918 knapp zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer. 25 000 Personen starben. Die Epidemie stürzte die Christlichsoziale Krankenkasse, wie die CSS damals noch hiess, in arge finanzielle Schwierigkeiten. Sie hatte Mühe die Leistungen ihrer Kunden zu bezahlen.

Hundert Jahre später ist ein solches Szenario kaum mehr denkbar: Im Jahr 2017 steht die Krankenkasse mit Sitz in Luzern stabil da. Die Solvenzquoten der vier Krankenkassen der CSS (CSS, Intras, Arcosana und Sanagate) liegen allesamt über der vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschriebenen Limite – wenn auch bei Arcosana und Sanagate relativ knapp. Bei beiden Kassen hat sich die finanzielle Situation aber deutlich verbessert. «Wir befinden uns in einer fast feudalen Situation», sagt deshalb Armin Suter, seit Anfang Jahr Finanzchef der CSS.

Die gute Solvenz-Situation ist eine Folge des erfolgreichen vergangenen Geschäftsjahres. Für 2016 hat die CSS einen Gewinn von 98,1 Millionen Franken (Vorjahr: 70,4 Millionen Franken) verbucht. In der Grundversicherung gelang der Schritt aus der Verlustzone. Nach einem Minus von 12,5 Millionen Franken im 2015, erwirtschaftete die CSS 2016 im obligatorischen Bereich einen Gewinn von 27,9 Millionen Franken. Das Zusatzversicherungsgeschäft spülte der Krankenversicherung 69,6 Millionen Franken (Vorjahr 82,3 Millionen Franken) in die Kasse.

Steigern konnte die CSS – zum vierten Mal in Folge – auch die Anzahl Versicherte. Per 1.1.2017 zählte sie im obligatorischen Bereich 1,33 Millionen Kunden. Das ist eine Zunahme von 1,4 Prozent, was über 18000 neuen Kunden entspricht. Seit 2012 ist die CSS im Schnitt pro Jahr um rund 2 Prozent gewachsen. «Rund doppelt so stark wie der Markt», betont Suter. Zusammen mit den Zusatzversicherten zählt die CSS gar 1,66 Millionen Kunden.

CEO Philomena Colatrella zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: «Wir sind organisch gewachsen und weisen sowohl im obligatorischen wie auch im Zusatzversicherungsgeschäft solide finanzielle Kennzahlen aus. Das ist erfreulich.» Damit bleibe die CSS Marktführerin: «Wir haben die Nr. 1 bestätigt und ausgebaut», sagt Colatrella. Die gute Solvenz hat auch einen direkten Einfluss auf die Kunden der CSS. «Bei der nächsten Prämienrunde können wir die Prämien ohne Druck von der Solvenz her festlegen», sagt Finanzchef Suter.

Übers ganze Geschäftsjahr gelang es der CSS, den sogenannten kombinierten Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) unter 100 Prozent zu halten. Das heisst, die Prämieneinnahmen sind höher als die Leistungs- und Verwaltungskosten. Man spricht von einem versicherungstechnischen Gewinn. Während im stark regulierten obligatorischen Bereich die Combined Ratio bei optimalen 99,8 Prozent lag, kam sie im Zusatzversicherungsgeschäft bei 93,7 Prozent zu liegen. Finanzchef Suter gibt sich damit zwar zufrieden, deutet aber an, dass eigentlich mehr drin liegen würde.

Mit ihren Anlagen erzielte die CSS im vergangenen Jahr eine Rendite von 3,7 Prozent oder 53,2 Millionen Franken. Das Bruttoergebnis liegt gar 93 Millionen Franken höher, die CSS hat diesen Betrag jedoch für Wertschwankungen zurückgestellt. «Die Zinsen sind nach wie vor sehr tief, es werden sicher schwierigere Jahre folgen», erklärt Suter die vorsichtige Verwendung des erzielten Gewinns.

Neben den Zahlen ist für CEO Colatrella - sie führt die CSS seit September 2016 - auch der Umbau des Unternehmens zentral. «Wir wollen uns voll und ganz auf unsere Kunden fokussieren und uns auf die digitale Zukunft ausrichtenµ, sagt sie. Dafür hat Colatrella die CSS umgebaut und zwei neue Konzernbereiche – Kunde & Markt sowie Strategie - eingeführt. Dies soll es den anderen Bereichen ermöglichen, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren und die Kosten im Griff zu behalten. Für den Rest des Jahres ist sie zuversichtlich. «Wir haben für unsere vier obligatorischen Krankenkassen-Gesellschaften Gewinne budgetiert. Auf dieser Basis müssen wir die Prämien auf 2018 eher etwas unter dem Durchschnitt anheben.»

Roman Schenkel





roman.schenkel@luzernerzeitung.ch



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