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LUZERN: CSS gewinnt an Stabilität

Die Luzerner Krankenversicherung hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn gesteigert. Für 2018 stellt die CSS einen unterdurchschnittlichen Prämienanstieg in Aussicht.
Roman Schenkel
Die CSS konnte im letzten Jahr Tausende neue Versicherte an Bord holen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Die CSS konnte im letzten Jahr Tausende neue Versicherte an Bord holen. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone)

Roman Schenkel

roman.schenkel@luzernerzeitung.ch

Die Spanische Grippe erfasste 1918 knapp 2 Millionen Schweizerinnen und Schweizer. 25 000 Personen starben. Die Epidemie stürzte die Christlichsoziale Krankenkasse, wie die CSS damals noch hiess, in arge finanzielle Schwierigkeiten. Sie hatte Mühe, die Leistungen ihrer Kunden zu bezahlen. Hundert Jahre später ist ein solches Szenario kaum mehr denkbar: Im Jahr 2017 steht die Krankenkasse mit Sitz in Luzern stabil da. Die Solvenzquoten der vier Krankenkassen der CSS (CSS, Intras, Arcosana und Sanagate) liegen allesamt über der vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschriebenen Limite – wenn auch bei Arcosana und Sanagate relativ knapp. Bei beiden Kassen hat sich die finanzielle Situation aber deutlich verbessert. «Wir befinden uns in einer fast feudalen Situation», sagt deshalb Armin Suter, seit Anfang Jahr Finanzchef der CSS.

Die gute Solvenzsituation ist eine Folge des vergangenen Geschäftsjahrs. Für 2016 hat die CSS einen Gewinn von 98,1 Millionen Franken (Vorjahr: 70,4 Millionen Franken) verbucht. In der Grundversicherung gelang der Schritt aus der Verlustzone. Nach einem Minus von 12,5 Millionen Franken im Jahr 2015 erwirtschaftete die CSS 2016 im obligatorischen Bereich einen Gewinn von 27,9 Millionen Franken. Das Zusatzversicherungsgeschäft spülte der Krankenversicherung 69,6 Millionen Franken (2015: 82,3 Millionen Franken) in die Kasse.

18000 neue Kunden

Steigern konnte die CSS – zum vierten Mal in Folge – auch die Anzahl Versicherter. Per 1. Januar 2017 zählte sie im obligatorischen Bereich 1,33 Millionen Kunden. Das ist eine Zunahme von 1,4 Prozent, was über 18 000 neuen Kunden entspricht. Seit 2012 ist die CSS im Schnitt pro Jahr um rund 2 Prozent gewachsen. «Rund doppelt so stark wie der Markt», betont Suter. Zusammen mit den Zusatzversicherten zählt die CSS gar 1,66 Millionen Kunden.

CEO Philomena Colatrella zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: «Wir sind organisch gewachsen und weisen sowohl im obligatorischen wie auch im Zusatzversicherungsgeschäft solide finanzielle Kennzahlen aus. Das ist erfreulich.» Damit bleibe die CSS Marktführerin: «Wir haben die Nr. 1 bestätigt und ausgebaut», sagt Colatrella. Die gute Solvenz hat auch einen direkten Einfluss auf die Kunden der CSS. «Bei der nächsten Prämienrunde können wir die Prämien ohne Druck von der Solvenz her fest­legen», sagt Finanzchef Suter.Übers ganze Geschäft gelang es der CSS, den sogenannten kombinierten Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) unter 100 Prozent zu halten. Das heisst, die Prämieneinnahmen sind höher als die Leistungs- und Verwaltungskosten. Man spricht von einem versicherungstechnischen Gewinn. Während im stark regulierten obligatorischen Bereich die Combined Ratio bei optimalen 99,8 Prozent lag, kam sie im Zusatzversicherungsgeschäft bei 93,7 Prozent zu liegen. Finanzchef Suter ist damit zufrieden, deutet aber an, dass mehr drinliegen würde.

Mit ihren Anlagen erzielte die CSS im vergangenen Jahr eine Rendite von 3,7 Prozent oder 53,2 Millionen Franken. Das Bruttoergebnis liegt gar 93 Millionen Franken höher, die CSS hat diesen Betrag jedoch für Wertschwankungen zurückgestellt. «Die Zinsen sind nach wie vor sehr tief, es werden sicher schwierigere Jahre folgen», erklärt Suter die vorsichtige Verwendung des erzielten Gewinns.

Für alle Kassen sind Gewinne budgetiert

Neben den Zahlen ist für CEO Colatrella – sie führt die CSS seit September 2016 – der Umbau des Unternehmens zentral. «Wir wollen uns ganz auf unsere Kunden fokussieren und uns auf die digitale Zukunft ausrichten», sagt sie. Dafür hat Colatrella die CSS umgebaut und zwei neue Konzernbereiche – Kunde und Markt sowie Strategie – eingeführt. Dies soll es den anderen Bereichen ermöglichen, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Für 2017 ist sie zuversichtlich. «Wir haben für unsere vier obligatorischen Krankenkassengesellschaften Gewinne budgetiert. Auf dieser Basis müssen wir die Prämien auf 2018 eher etwas unter dem Durchschnitt anheben.»

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