LUZERN: «Das ist ein Vertrauensbeweis»

Der neue Chef der Luzerner Kantonalbank heisst Daniel Salzmann. Im Interview gibt er Einblick in die neue Strategie der Bank. Dabei soll nicht allein das Onlinebanking verbessert werden.

Interview Bernard Marks
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Der Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank sprach dem 50-jährigen Daniel Salzmann letzten Dienstag das Vertrauen aus. (Bild Pius Amrein)

Der Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank sprach dem 50-jährigen Daniel Salzmann letzten Dienstag das Vertrauen aus. (Bild Pius Amrein)

Daniel Salzmann, Sie wurden im Januar 2014 nach dem abrupten Rücktritt Bernard Koblers CEO ad interim. Nun sind Sie vom Verwaltungsrat definitiv zum CEO der LUKB berufen worden. Freut Sie dieser Entscheid?

Daniel Salzmann: Ja, sehr. Die Ernennung zum CEO ist ein grosser Vertrauensbeweis des Verwaltungsrates. Zugleich habe ich natürlich auch Respekt vor der Aufgabe. Die Führung einer Bank im aktuellen Umfeld ist anspruchsvoll. Als interimistischer CEO seit Januar konnte ich ja bereits auch ein bisschen an der neuen Aufgabe «schnuppern».

Wie hat Ihre Familie diese Neuigkeit aufgefasst?

Salzmann: Am Dienstagabend kam ich nicht mehr gross zum Feiern, aber am Mittwoch haben wir im Familienkreis eine gute Flasche Wein geöffnet. Ich bin überwältigt, wie viele Glückwunschkarten oder Mails schon bei mir eingetroffen sind und wie viele Leute mir spontan gratuliert haben. Das ist wirklich ein schönes Erlebnis.

Was ist das Besondere an der Arbeit als Chef der LUKB?

Salzmann: Wenn man für die Luzerner Kantonalbank tätig ist, spürt man, dass unsere Bank für die Luzernerinnen und Luzerner emotional wichtig ist und ein hohes Ansehen geniesst. Das geht wohl allen Mitarbeitenden der LUKB so. Als Chef dieser Bank trage ich natürlich eine ganz besondere Verantwortung dafür, dass wir dieses Vertrauen durch Leistung für unsere Kunden und unsere Aktionäre immer wieder neu verdienen. Als Chef der LUKB muss ich auch unsere Werte wie Kundennähe, Kontinuität, Verlässlichkeit und Solidität jederzeit vorleben.

Als Leiter der Luzerner Kantonalbank ist man gleichzeitig eine in der Öffentlichkeit bekannte und gefragte Person. Viel Zeit werden Sie in Zukunft für gesellschaftliche Anlässe aufbringen. Da muss man oft diplomatisch sein. Liegt Ihnen das?

Salzmann: Da müssten Sie eigentlich meine engsten Mitarbeitenden fragen. (lacht) Aber im Ernst: Ich bin jemand, der in der Bank die Probleme meist direkt anspricht – und dann gemeinsam eine gute Lösung sucht. So kann man nach vorne schauen und die umstrittenen Punkte relativ schnell hinter sich lassen. Viele Leute sagen mir, dass ich mitunter energisch wirke – das stimmt sicher –, aber mir ist der gegenseitige Respekt sehr wichtig. Deshalb: Wenn nötig hart in der Sache, aber immer anständig im Umgang! Als Chef muss man fassbar und authentisch bleiben, damit man glaubwürdig ist. Und man muss auch zusammen lachen können. Das gilt für Chefs aller Stufen, nicht nur für den CEO.

Ihr Terminkalender ist bereits jetzt schon voll. Wer hilft Ihnen in Zukunft beim Einteilen Ihrer Zeit?

Salzmann: Wichtig ist es, Prioritäten zu setzen: Meine Familie und Freunde sorgen dafür, dass ich auf dem Boden bleibe. Darum gibt es auch im Privatleben Termine, die nicht durch geschäftliche Termine umgestossen werden können. Gleiches gilt übrigens auch für den Sport. Denn der Sport ist für mich eine grossartige Quelle, um aufzutanken. Ich bin ein begeisterter Skifahrer und im Winter so oft wie möglich auf der Piste. Im Sommer stehen Wanderungen ganz oben auf der Hitliste.

Der Steuerstreit mit den USA ist noch nicht ganz beigelegt. Der neue SNB-Chef Mark Branson fordert erneut stärkere Risiko-Absicherungen für Banken. Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen für die LUKB?

Salzmann: Wir müssen trotz immer dichteren Regulatorien kundennah und leistungsfähig bleiben. Damit spreche ich ganz konkret unser Geschäftsmodell an, das auf Langfristigkeit, auf einen hohen Kundennutzen und ein tiefes Risikoprofil ausgerichtet ist. Wenn wir unsere Aufgabe gut lösen, dann können wir nachhaltig so gute Zahlen erzielen, dass wir einerseits unsere Aktionäre zufrieden stellen und anderseits unsere Eigenkapitalbasis weiter substanziell stärken können. Die Sicherheit einer Bank ist also das Resultat verschiedener Faktoren.

Worauf können sich die Kunden unter Ihrer Führung einstellen?

Salzmann: Wir werden in den kommenden Monaten die Vorarbeiten für die Strategieperiode 2016 bis 2020 einleiten. Das ist schon länger so geplant. Kompetenz, Kundennähe und Berechenbarkeit werden für die LUKB zentrale Werte bleiben. Absehbar ist jetzt schon, dass das Onlinebanking für unsere Kunden immer wichtiger wird. Wir werden darum schon im Herbst 2014 einen grossen Schritt machen mit einem neuen Online-Portal. Dennoch bleibt die persönliche Beratung zentral. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren beispielsweise unsere Regionalsitze in Willisau neu gebaut und Horw renoviert, in diesem Jahr sind Neu- und Umbauten in den Geschäftsstellen Weggis und Wolhusen vorgesehen. In Sursee werden wir zwei Standorte zusammenlegen und dort ab 2017 eine völlig neue Bank bauen.

Hinweis

*Daniel Salzmann (50) ist Betriebsökonom und wohnt mit seiner Familie in Meggen. Seit 2004 ist er für die LUKB tätig, zuerst während zehn Jahren als Mitglied der Geschäftsleitung mit Verantwortung für das Geschäftsfeld der Privat- und Gewerbekunden sowie als Stellvertreter des CEOs.