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LUZERN: Emmi wagt sich nach Brasilien

Mit 40 Prozent beteiligt sich Emmi an einem brasilianischen Milchverarbeiter. Dem Luzerner Unternehmen eröffnen sich damit vielversprechende Chancen.
Ernst Meier
Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Thomas Delley/Keystone (Luzern, 22. März 2017))

Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Thomas Delley/Keystone (Luzern, 22. März 2017))

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Emmi setzt seine Strategie der vorsichtigen Ausland-Expansion durch einen Beteiligungsaufbau fort. Gestern gab der börsenkotierte Milchverarbeiter mit Sitz in der Stadt Luzern bekannt, dass man sich mit 40 Prozent an dem brasilianischen Unternehmen Laticínios Porto Alegre Indústria e Comércio beteiligt. Dieses hat seinen Hauptsitz und eine Produktionsstätte in Ponte Nova, eine weitere Fabrik befindet sich in Mutum. Beide Orte liegen etwas mehr als 500 Kilometer nordöstlich von der Grossstadt São Paulo.

Laticínios Porto Alegre sei ein sehr gut etabliertes Unternehmen mit einer zeitgemässen Produktionsinfrastruktur, schreibt Emmi in einer Mitteilung. Das Privatunternehmen ist in einer Region mit rund 20 Millionen Einwohnern der fünftgrösste Milchverarbeiter und stellt vor allem Käse – Mozzarella und Requeijão (Frischkäse) –, UHT-Milch und Butter her. Zusätzlich wird Molkenpulver für die Nahrungsmittelindustrie hergestellt. «Die starke Position von Laticínios Porto Alegre bietet uns die Möglichkeit, das Produktportefeuille durch innovative Produkte- und Vermarktungskonzepte zu ergänzen», erklärte Emmi-CEO Urs Riedener gestern. Es würden zusätzliche Chancen in einem Markt geschaffen, der langfristig viel Potenzial habe.

Brasilien ist mit 215 Millionen Einwohnern die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas. Nach einer schweren Wirtschaftskrise erholt sich das Land langsam wieder. Die Teuerung ist in den letzten Monaten zurückgegangen, und die brasilianische Währung Real hat sich erholt.

Bisherige Eigner behalten die Aktienmehrheit

Nach dem Einstieg von Emmi verbleiben die restlichen 60 Prozent des 1991 gegründeten Unternehmens bei den Geschwistern José Afonso und João Lúcio Barreto Carneiro. Letzterer bleibe CEO des Unternehmens und werde dieses künftig zusammen mit Emmi weiter vorantreiben, heisst es. Zum Preis für die 40-Prozent-Beteiligung gab es keine Angaben. Da die Kontrol- le am Unternehmen mit rund 1000 Angestellten bei den Brasilianern bleibt, wird der Umsatz von gegen 150 Millionen Franken nicht in die Emmi-Konzernrechnung vollkonsolidiert. Emmi wird künftig lediglich einen Gewinnanteil bei sich verbuchen.

Die Beteiligung entspricht der Emmi-Philosophie. Wie bei anderen ausländischen Zukäufen steigen die Luzerner mit einer Minderheitsbeteiligung ein, um nach einer Phase, in der man gute Erfahrungen sammeln konnte, eine Gesamtübernahme und Vollkonsolidierung vorzunehmen.

Lateinamerika zählt zu den Kernzielmärkten, die Emmi helfen, die Abhängigkeit vom Schweizer Markt zu verringern. Bisher ist Emmi in Chile und Mexiko tätig. In Nord- und Südamerika erwirtschaftete Emmi 2016 rund 14,2 Prozent des Umsatzes. 53,4 Prozent der Verkäufe stammten aus der Schweiz, knapp 27 Prozent aus Europa.

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