Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Mobility floriert

Die Carsharing-Genossenschaft Mobility hatte 2016 mehr Kunden, und der Umsatz stieg. Nun zieht sie die Konsequenzen aus dem VW-Abgasskandal.
Rainer Rickenbach
Nicht nur in Zürich ein Erfolg: Autoteilet von Mobility. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 23. September 2014))

Nicht nur in Zürich ein Erfolg: Autoteilet von Mobility. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 23. September 2014))

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch

Die Nachfrage nach Mobility-Autos stieg vergangene Woche in Luzern sprunghaft an: Weil mit dem Zugverkehr im Bahnhof mehrere Tage lang fast nichts mehr ging, stieg die Auslastung der Mobility-Standorte in der Stadt um 20 Prozent. Am Standort beim Bahnhof schnellte sie sogar um 50 Prozent in die Höhe.

Diese kurze Episode schlägt sich erst in einem Jahr in den Mobility-Jahreszahlen nieder. Die gestern veröffentlichten Zahlen zum vergangenen Jahr dokumentieren freilich auch so die Fortsetzung des ungebrochenen Aufwärtstrends bei der Carsharing-Genossenschaft. Die Anzahl Kunden stieg um 4400 auf 131 700 (fast die Hälfte sind Genossenschafter), der Umsatz um 2,7 Prozent auf 76 Millionen Franken und die Menge der Fahrzeuge um 50 auf 2950. Der Jahresgewinn summiert sich auf 3,4 Millionen Franken.

Gewinne investiert Mobility umgehend in das Unternehmen, wie es sich für eine Genossenschaft gehört. Die finanziellen Ziele habe man im vergangenen Jahr erreicht, hiess es gestern bei Mobility. «Langfristig wollen wir uns zum grössten nationalen Anbieter für individuelle Verkehrsdienstleistungen entwickeln», steckt Geschäftsführer Patrick Marti das Ziel ab.

Zuversichtlich stimmt ihn, dass überdurchschnittlich viele junge Leute als neue Kunden und Genossenschafter zu Mobility stossen. Stark zugelegt hat das Autoteilet-Unternehmen auch bei den Firmen: Rund 400 neue Geschäftskunden stiessen im vergangenen Jahr dazu. Insgesamt sind es nun 4600 Firmen, deren Leute (auch) mit roten ­Mobility-Autos unterwegs sind.

Catch a Car wird ausgebaut

Den grössten Anteil am Umsatz macht das herkömmliche Geschäft mit dem stationsgebundenen Carsharing aus. Die Kunden holen ein Auto an einem bestimmten Standort und liefern es dort oder an einer anderen Mobility-Stelle wieder ab. In Basel und Genf bietet das Unternehmen unter der Bezeichnung Catch a Car auch eine stationsungebundene Variante an. Die Kunden orten mit einer App, wo sich das nächste Mobility-Auto befindet. Sie buchen es, lenken es zu ihrem Fahrziel und lassen es auf einem öffentlichen Parkplatz innerhalb eines definierten Geschäftsgebietes stehen. «Wir führen mit verschiedenen Stadtbehörden Gespräche, um das stationsungebundene Carsharing auszudehnen», sagt Mobility-Sprecher Patrick Eigenmann.

Der Sitz von Mobility ist in Luzern, Hauptstadt des Carsharing ist aber Zürich. Dort hat die Genossenschaft mehr als 28 000 Kunden. Zum Vergleich: In Luzern sind es 4650 Kunden, in Zug 1050. «Je grösser eine Stadt, desto besser ist der öffentliche Verkehr ausgebaut und desto mehr Leute besitzen kein eigenes Auto», erklärt Eigenmann. 70 Prozent der Mobility-Standorte befinden sich in Städten und Agglomerationen. Das Carsharing funktioniert in erster Linie als Kombination zwischen Auto und öffentlichem Verkehr. Umgekehrt verhält es sich folgerichtig mit den ländlichen, kleineren Ortschaften. Um auf der Karte der Genossenschaften nicht zu grosse weisse Flecken entstehen zu lassen, unterhält Mobility in einigen wenig bevölkerten Landstrichen aber auch Standorte, die nicht kostendeckend sind.

Umstieg auf Benziner

Anfang Jahr entschied die Mobility-Führung, die Flotte mit den Dieselfahrzeugen Schritt für Schritt auf Benzin umzustellen. Grund dafür ist der Abgasskandal. Mehr als ein Viertel der Fahrzeuge sind heute mit Dieselmotoren ausgestattet. Eigenmann: «Es ist ein Zielkonflikt für uns. Wir haben uns den CO2-Zielen verpflichtet. Doch so lange keine Klarheit zu den wirklichen Abgaswerten herrscht, stellen wir nach und nach auf Benzin um.»

Vor einem Jahr gab Mobility bekannt, den Genossenschaftssitz von Luzern nach Rotkreuz zu zügeln. «Unser zeitliches Ziel ist, dass die knapp 200 Mitarbeitenden mit Beginn des nächsten Jahres die Arbeit in Rotkreuz aufnehmen», sagt Eigenmann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.