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LUZERN: Musik für die Ohren der Wirtschaft

Der Zentralschweizer Wirtschaftsraum wächst seit 20 Jahren über Schweizer Durchschnitt – so auch im kommenden Jahr. Die Risiken sind aber nicht verschwunden.
Roman Schenkel
Martin Eichler, Chefökonom von BAK Basel, gestern im KKL Luzern. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 27. Oktober 2016)

Martin Eichler, Chefökonom von BAK Basel, gestern im KKL Luzern. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 27. Oktober 2016)

Es sind trockene Wirtschaftszahlen, die jeweils an der jährlichen Veranstaltung «Perspektiven» im Konzertsaal des KKL Luzern präsentiert werden. Für die versammelte Zentralschweizer Wirtschaftselite sind die vorgesetzten Daten aber dennoch Musik für die Ohren. Seit 19 Jahren findet der Anlass in Luzern statt, und fast jedes Jahr konnte den Wirtschaftsvertretern aufgezeigt werden, dass der Wirtschaftsraum, in dem sie tätig sind, etwas stärker zulegen wird, als (fast) der ganze Rest der Schweiz. Das war auch gestern nicht anders: Martin Eichler, Chefökonom von BAK Basel, prognostizierte den 1600 anwesenden Gästen ein «überdurchschnittliches Wachstum» für die Zentralschweiz.

So rechnet der Ökonom für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum für die Schweiz von 1,6 Prozent. Für das kommende Jahr soll es mit 1,7 Prozent sogar noch etwas mehr sein.

«Das ist ein solides, anständiges Wachstum», kommentierte Marin Eichler. Ein Boom sei dies aber nicht, machte er klar. Die Region Zentralschweiz schneidet über dem Schweizer Durchschnitt ab: BAK erwartet für 2016 ein Wachstum für die hiesige Wirtschaft von 2,2 Prozent. 2017 sollen es 1,8 Prozent sein. Einzig die Regionen Genf/Waadt und die Nordwestschweiz können da mithalten.

Zug schwingt obenaus

Bei den einzelnen Zentralschweizer Kantonen sind ziemlich starke Unterschiede zu beobachten (siehe Grafik). Der Kanton Zug zum Beispiel wächst im laufenden Jahr kräftig. «Grund dafür ist der Rohwarenhandel, der in Zug eine wesentliche Rolle spielt und trotz der tiefen Preise boomte», erklärt Eichler. Doch nicht nur der Rohstoffhandel, auch die Industrie, der Fahrzeugbau mit beispielsweise den Pilatus-Flugzeugwerken hätten in der Zentralschweiz für viel Wertschöpfung gesorgt. Der Bau verliere zwar «etwas an Schwung», befinde sich aber nach wie vor auf hohem Niveau.

Nach dem schwierigen Jahr 2015, wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses ein Jahr der Stagnation, sind das doch wieder gute Perspektiven. «Die Schweiz hat den Frankenschock im Grossen und Ganzen überwunden», sagte Eichler. Die Unternehmen hätten gelernt, mit der starken Währung umzugehen. Dennoch warnte Eichler vor zu viel Euphorie. «Die Risiken vom vergangenen Jahr sind nicht verschwunden.» Der Brexit habe gezeigt, wie schnell sich die Währungs­situation wieder zuspitzen könne. Auch die Unsicherheiten rund um die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, die Frage, ob das Schweizer Volk die «wichtige» Unternehmenssteu­erreform III annehmen wird oder nicht und das schrumpfende Wirtschaftswachstum Chinas ordnete Eichler den Risiken zu, die je nach Entwicklung einen erheblichen Einfluss auf das Prosperieren der Schweizer Wirtschaft haben können.

Nicht mit dem künftigen Wachstum der Wirtschaft, sondern mit der Mobilität der Zukunft beschäftigt sich Paul Friedli, Leiter Transit-Management beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler. In seinem Referat zeigte er auf, wie die Firma Wege vereinfachen und beschleunigen will. «Menschen hören ja praktisch auf zu leben, wenn sie auf einen Lift warten», sagte er. Mit der Port-Technologie versucht Schindler, Warte­zeiten und den Energieverbrauch von Aufzügen zu senken. «Der Zugang zu Gebäuden, Aufzügen, Wohnungen, Garagen oder Briefkästen kann mobil via Smartphone gesteuert werden», erzählte Friedli, und er machte klar, dass es sich hierbei nicht um ferne Zukunftsmusik handle.

Roman Schenkel

Diese Bruttoinlandsprodukt-Prognosen für die Zentralschweiz wurden am Donnerstagabend im KKL Luzern präsentiert. (Bild: Grafik: mop)

Diese Bruttoinlandsprodukt-Prognosen für die Zentralschweiz wurden am Donnerstagabend im KKL Luzern präsentiert. (Bild: Grafik: mop)

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