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LUZERN: «Playstation für Alte» räumt ab

Den diesjährigen Neuunternehmerpreis gewinnt Dividat aus Schindellegi. Die Firma will ihre Technologie nun in die Wohnzimmer bringen.
Maurizio Minetti

Maurizio Minetti

Mit einem Apéro zu Jazzklängen begann gestern Abend die mittlerweile 24. Verleihung des Zentralschweizer Neuunternehmerpreises der Gewerbe-Treuhand AG in der Messe Luzern. Während der Pilatus im Abendlicht strahlte, sorgte in der Aula die in der Schweiz wohnhafte «Grand Old Lady des Jazz» Othella Dallas mit Gesang und Tanzeinlangen für gute Stimmung. Ihre 92 Jahre waren ihr nicht anzumerken. Moderator Simon Kopp fragte die Musikerin, wie sie es denn schaffe, in diesem hohen Alter so fit zu sein. «Dance» war ihre Antwort. Für andere Menschen kann Tanzen in diesem Alter hingegen gefährlich sein – es drohen folgenschwere Stürze.

Hier setzt die Firma Dividat aus Schindellegi an, die gestern den mit 10000 Franken dotierten Neuunternehmerpreis gewann. 2013 gegründet, beschäftigt die Firma von Eva van het Reve und ihrem Bruder Joris mittlerweile 12 Personen. Auf die Frage des Moderators, was die Firma denn genau mache, antwortete Eva van het Reve: «Wir trainieren die kognitiven und körperlichen Komponenten gleichzeitig.» Im Klartext: Dividat hat eine mit Sensoren bestückte Bodenplatte entwickelt, die an einen Fernseher angeschlossen wird. Nun können über eine eigens entwickelte Software spezielle Games wie zum Beispiel eine Art Tetris gespielt werden – und zwar mit den Füssen. Mit den Bewegungen werden jene Hirnareale trainiert, die sich im Alter zurückbilden. Eine Studie hat belegt, dass das Training mit diesem System die Sturzgefahr um 80 Prozent reduziert.

In Alterszentren und Rehakliniken im Einsatz

Der Moderator brachte es so auf den Punkt: «Sie haben also sozusagen eine Playstation für Alte entwickelt.» Tatsächlich hatte es die Gründerin zunächst mit einer Spielkonsole versucht: Erste Versuche führte sie mit einer Nintendo Wii durch, später dann mit einer Tanzplatte. «Erst die Entwicklung unseres eigenen Trainingssystems in den letzten zwei Jahren brachte die gewünschten Ergebnisse», sagte Eva van het Reve. Die Bodenplatten von Dividat werden heute beispielsweise in Alterszentren oder Rehakliniken eingesetzt.

Nun soll das System weiterentwickelt werden. Geplant ist eine Version, die direkt an Privatpersonen verkauft wird – ohne Bodenplatte, dafür mit kleinen Sensoren, die an den Knöcheln befestigt werden können. Damit soll es möglich sein, dass jedermann die Technologie bei sich Zu Hause installieren kann.

Für den Neuunternehmerpreis nominiert waren dieses Jahr ausserdem die in der 3D-Darstellung tätige Allvisual AG aus Steinhausen, der Holzbrillen-Hersteller Dominik Gasser aus Lungern, der Luzerner Messedienstleister Pengland, die Seeblick Flachdach GmbH aus Cham/Kerns und der Cateringanbieter Tuck-Tuck Zentralschweiz aus Emmenbrücke.

Doris Russi Schurter, Verwaltungsratspräsidentin der LZ Medien Holding und der Luzerner Kantonalbank, gab gestern Abend nach acht Jahren ihr Amt als Jurymitglied ab.

Vor der traditionellen Vergabe des Neuunternehmerpreises ging gestern Nachmittag in der Messe Luzern zudem zum zweiten Mal der Start-up-Tag Zentralschweiz über die Bühne. Den Organisatoren der beiden Veranstaltungen gelang es letztes Jahr bei der Premiere, keine Konkurrenz untereinander entstehen zu lassen: Während sich der Neuunternehmerpreis an Firmen richtet, die zwischen ein und fünf Jahre alt sind, stehen bei den Start-ups Jungfirmen im Fokus, die es seit weniger als einem Jahr gibt.

Horwer Firma gewinnt Start-up-Preis

Durchgesetzt hat sich in dieser Kategorie Swisens aus Horw. Die aus dem Umfeld der Hochschule Luzern vor einem Jahr gegründete Firma hat ein Messgerät entwickelt, das Gefahren in der Umgebungsluft erkennt. Aktuell liegt der Fokus der Firma in der automatischen Identifikation von Pollen in Echtzeit. Das Siegerteam um Reto Abt, Erny Niederberger und Philipp Burch erhält 2000 Franken und ein einjähriges Coaching.

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