LUZERN: Satter Umsatz zum Jubiläum

Der Backwaren-Spezialist Hug hat letztes Jahr erneut zugelegt. Erwarten konnte man das nicht. Die beiden Hug-Brüder hatten trotzdem hartes Brot zu beissen.

Maurizio Minetti
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Mit dem Hug-Pferdefuhrwerk wurde Brot ausgeliefert (undatierte Aufnahme). (Bild: PD/Hug AG)

Mit dem Hug-Pferdefuhrwerk wurde Brot ausgeliefert (undatierte Aufnahme). (Bild: PD/Hug AG)

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

Es war der 1. August 1877, als der damals 26-jährige Joseph Hug-Meyer auf eigene Rechnung für exakt 3010.25 Franken die Bäckerei Zumbühl an der äusseren Weggisgasse in Luzern übernahm. Die Legende besagt, dass der Bäckermeister eines Morgens im Halbschlaf versehentlich geschnittenes Brot anstatt Brotlaibe in den Ofen geschoben haben soll. Damit war der Hug-Zwieback geboren. Später zog die Bäckerei in unmittelbare Nähe zum Bourbaki-Panorama, das 1881 eröffnet wurde. Dort hat die Firma Hug gestern das Jubiläumsjahr 2017 eingeläutet.

140 Jahre nach der Gründung macht der Zwieback nur einen Teil des Sortiments von Hug aus. Der Guetzli-Bäcker mit Hauptsitz in Malters erwirtschaftet mittlerweile 26 Prozent des Umsatzes im Bereich Food Service. Darunter versteht Hug die Produktion von Halbfabrikaten für den Gastronomie-Bereich wie Meringues, Tortenböden oder Pastetli. In jüngster Zeit konnte Hug in diesem Segment wachsen, vor allem im Ausland. In der Schweiz resultierte letztes Jahr aber ein Rückgang. Andreas Hug, der mit seinem Bruder Werner die Firma in vierter Generation führt, sagte gestern, dass man nun Pläne geschmiedet habe, «damit wir hier wieder zulegen können».

Kritik an Swissness-Gesetz

Mehr Sorgen bereiteten Hug die neuen Swissness-Regelungen. Diese besagen, dass 80 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz anfallen müssen, damit ein Produkt mit dem Schweizer Kreuz versehen wird. Das Gesetz, das Anfang dieses Jahres in Kraft trat, bezeichnet die Firma als «äusserst bürokratisch». Die detaillierten Bestimmungen seien erst im November 2016 vom Bundesrat erlassen worden. «Die Vorlage grenzt an eine Nötigung der Lebensmittelindustrie durch Politik und Behörden», so Andreas Hug. Das Thema habe die Firma die letzten vier Jahre beschäftigt. «Unsere Lebensmittelingenieure mussten alle Rezepturen durchrechnen», so Hug. Es sei aber gelungen, auch dank der Ausnahme­regelung, alle Markenprodukte aus der eigenen Produktion mit dem Swissness- Label auszuzeichnen.

Mit Blick in die Zukunft machen sich die beiden Patrons keine Sorgen. Die fünfte Generation – Daniel, Anna und Fabian Hug – ist zum Teil schon seit einigen Jahren im Familienunternehmen tätig. «Sie übernehmen sukzessive Führungsverantwortung, damit wir in ein paar Jahren kürzertreten können», sagt Andreas Hug.