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LUZERN: Schmolz + Bickenbach: Hassliebe in Zeiten von Trump

Schmolz + Bickenbach schreibt wieder Gewinn und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Aus den USA kommen gemischte Signale für den Luzerner Stahlhersteller.
Die Öfen von Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke sind gut ausgelastet. (Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 27. April 2010))

Die Öfen von Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke sind gut ausgelastet. (Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 27. April 2010))

Maurizio Minetti

«Wir lehnen Strafzölle ab, Handelskriege führen nie zu etwas Gutem», sagte Clemens Iller gestern unmissverständlich. Der Konzernchef des Luzerner Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach äusserte sich an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich erstmals öffentlich zu den Strafzöllen auf Stahl, die US-Präsident Donald Trump verhängen will.

Trumps Ankündigung sorgte bereits vor Wochenfrist für Aufruhr in Europa, aber auch bei den US-Handelspartnern Mexiko und Kanada (wir berichteten). Mit dem Schritt will Trump die einheimische Stahlindustrie vor allem gegen Billigimporte aus China schützen.

Schweizer Tochter von Strafzöllen nicht betroffen

Schmolz + Bickenbach dürfte diese Massnahme wohl nur am Rande treffen, denn Exporte von anderen Niederlassungen in die USA machen maximal 3 Prozent des Umsatzes auf Gruppenebene aus. Möglicherweise ist auch nur ein Bruchteil dieses Umsatzes tatsächlich von Strafzöllen betroffen; die genauen Modalitäten sind bis heute noch nicht klar. Der US-Markt wird für den Stahlkonzern indes immer wichtiger: In den USA betrug die Umsatzsteigerung letztes Jahr 26,3 Prozent. Wachstumsfaktoren sind hier die Einführung neuer Produkte und die leichte Belebung der Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie. Der Stahlkonzern mit Hauptsitz in Luzern betreibt eigene Produktionsstandorte und eine Vertriebseinheit in den USA.

Die Schweizer Tochter Swiss Steel mit Sitz in Emmenbrücke exportiert überhaupt nicht in die USA. 92 Prozent der Mengen des Schweizer Produktionsstandortes gehen nach Deutschland, Italien, Frankreich und in die Schweiz.

US-Steuerreform wirkt sich positiv aus

Etwas macht CEO Iller aber «ein bisschen Sorgen», wie er sagte: Wenn asiatische Hersteller aufgrund der hohen Zölle weniger in die USA exportieren, verschieben sich möglicherweise die Handelsströme: «Es könnte viel asiatisches Material auf Europa zukommen», so Iller. Dies könnte Druck erzeugen auf den europäischen Stahlmarkt, der ohnehin schon mit Überkapazitäten kämpft.

Der Stahlhersteller hat also seine liebe Mühe mit den protektionistischen Massnahmen von US-Präsident Donald Trump. Auf der anderen Seite zeigt sich aber, dass Schmolz + Bickenbach durchaus auch profitiert von Trumps Politik. Grund dafür ist die US-Steuerreform, die per 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. Kernelemente sind eine permanente Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent sowie temporäre Senkungen der Steuersätze bei der individuellen Einkommenssteuer. Von dieser Steuersenkung profitiert auch Schmolz + Bickenbach.

Dass der Stahlhersteller letztes Jahr einen Konzerngewinn von 45,7 Millionen Euro erzielen konnte (siehe Box), ist zum Teil auf einen einmaligen positiven Effekt der US-Steuerreform zurückzuführen. Finanzchef Matthias Wellhausen hob hervor, dass die passiven latenten Steuern dadurch gesunken seien. Einmalig machte dies letztes Jahr 15 Millionen Euro aus. Insgesamt führten positive Steuereffekte – vor allem aufgrund der Steuerreform in den USA – zu einem Steuerertrag von 3,3 Millionen Euro. Die Steuersenkung werde sich auch langfristig positiv auswirken, sagte Wellhausen. Auch andere Zentralschweizer Firmen profitieren von der US-Steuerreform – vor allem der Zuger Stromzählerhersteller Landis + Gyr, der mehr als die Hälfte seines Konzernumsatzes in Amerika macht. Landis + Gyr rechnet wegen der reduzierten Steuern in den USA mit 22 Millionen Dollar mehr Gewinn.

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