Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Schweiz ist für Emmi nur noch halb so wichtig

Die grösste Schweizer Molkerei legt weiter zu. Unter anderem dank Zukäufen und dem Umsatzwachstum beim US-Käse. Auf dem Heimmarkt sieht man sich dagegen mit Preiskämpfen konfrontiert.
Raphael Bühlmann
Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. März 2018))

Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (5. März 2018))

Raphael Bühlmann

Emmi drehte das abgelaufene Geschäftsjahr in der zweiten Jahreshälfte doch noch ins Plus und erwirtschaftete 2017 ein organisches Wachstum von 0,5 Prozent. Nach den ersten sechs Monaten resultierte noch ein Minus von 1,3 Prozent. «Die gute Umsatzentwicklung in den Märkten USA und Tunesien, ein gut laufendes Käsegeschäft und günstigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben uns Aufwind gegeben», sagt CEO Urs Riedener.

Vor allem bei lokal hergestelltem Käse (Ziegen- und Kuhmilch) läuft es Emmi wie geschmiert. In den USA und Tunesien resultiert hier ein Umsatzplus von insgesamt 11,6 Prozent, 7,3 Prozent davon sind organisch begründet.

Milchbauern winkt Jubiläums-Dividende

Zäher läuft das Geschäft für die grösste Schweizer Molkerei auf dem Heimmarkt. Um 0,6 Prozent sank hier der Umsatz im letzten Jahr auf 1,73 Milliarden Franken. 2014 waren es noch 1,89 Milliarden. Emmi-Verwaltungsratspräsident Konrad Graber nannte an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Luzern steigende Käseimporte, den Preisdruck seitens des Detailhandels oder den Einkaufstourismus als Gründe dafür. «Die Käseimporte haben gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent zugenommen», so Graber. Beim Käse geraten die traditionellen Sorten – solche mit geschützter Herkunfts­bezeichnung – zudem auch im Export unter Druck.

Hierzulande gut funktionieren würden fein konzipierte Markenprodukte: Caffè Latte (+4 %), Luzerner Rahmkäse (+7%) oder das Jogurt pur (+2%). Vergleichbare Produktinnovationen liess Emmi letztes Jahr allerdings vermissen. «Die ganz grossen Hits konnten wir 2017 nicht landen», konstatierte CEO Urs Riedener. Ungebrochen forsch strebt die Luzerner Molkerei dafür nach Wachstum im Ausland. Das anvisierte Ziel, die Hälfte des Erlöses im Ausland zu generieren, wird Emmi voraussichtlich 2018 erreichen. Denn während die Schweizer Umsätze wegschmelzen, wachsen diese im Ausland stetig an (siehe Grafik). Ein Wachstum, das vor allem auf Zukäufen basiert. Mit knapp 400 Millionen Franken schlagen die Beteiligungen auch in den Jahreszahlen 2017 kräftig zu Buche. Dadurch stieg auch die Nettoverschuldung von Emmi von 71 Millionen auf 338 Millionen Franken deutlich. Berücksichtigt man sämtliche Zukäufe, steigerte Emmi den Umsatz 2017 um 3,2 Prozent auf 3,36 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit wuchs um 1,6 Prozent auf 205,8 Millionen Franken. Der Reingewinn lag mit 162 Millionen 15,1 Prozent über dem Vorjahr. Dies ist primär auf die vollständige Übernahme der Mittelland Molkerei in Suhr zurückzuführen. Unter dem Strich übertrifft das Ergebnis die Erwartungen. Die Emmi-Aktie notierte gestern Abend bei 752.50 Franken – ein Plus von über 7 Prozent und damit ein neues Halbjahreshoch.

Beflügelt wurde der Titel auch von der neuen Dividendenpolitik von Emmi. Die Ausschüttungsquote soll von bislang 20 bis 25 Prozent auf 25 bis 30 Prozent erhöht werden. Zudem ist für dieses Jahr eine einmalige Ausschüttung angedacht. Der 25. Geburtstag von Emmi und der Verkauf des Joghurtherstellers Icelandic Milk and Skyr Corporation («Siggi’s») in den USA werden als Gründe dafür genannt. So ist der Generalversammlung eine Dividende von brutto 10 Franken pro Namenaktie beantragt (Vorjahr 5.90 Franken). Die Sonderdividende beträgt 3 Franken. Freuen dürfte dies die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP), Hauptaktionäre der Emmi, die einen Teil des Gewinns an die Milchbauern zurückgeben werden. Über die Höhe der Rückvergütung für das Geschäftsjahr 2017 werde der ZMP-Vorstand am 15. März entscheiden. «Das Ziel ist, neben der ordentlichen Rückvergütung die einmalige Zusatzdividende an die Mitglieder rückzuvergüten», schreiben die ZMP auf Anfrage.

Konzernchef Urs Riedener geht für 2018 für die Schweiz weiterhin von einem hart umkämpften Handel mit entsprechendem Preisdruck aus. Der Einkaufstourismus werde konstant hoch bleiben. Umso wichtiger bleibe für Emmi weiterhin das internationale Wachstum.

In den globalen Märkten zählt Riedener auf die weltwirtschaftlichen Aufhellungen. Positives erwartet wird vor allem von den Märkten USA, Chile und Tunesien. «In der Division Americas nähern wir uns beim Umsatz der Milliarden-Grenze», so Riedener. Ungewiss blieben die Auswirkungen des Brexits. Riedener warnte zudem davor, den Anschluss nicht zu verpassen. Insbesondere Deutschland habe in der Käseproduktion stark zugelegt und werde durch EU-Freihandelsabkommen den Export weiter ausdehnen können.

Bild: Grafik: Martin Ludwig

Bild: Grafik: Martin Ludwig

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.