Uli Sigg, Christof Reichmuth und Ueli Breitschmid investieren in Zürcher Start-up

Die Kreditfabrik AG will das Hypothekargeschäft digitalisieren. Die Mehrheit der Firma halten Uli Sigg, Christof Reichmuth und Ueli Breitschmid.

Maurizio Minetti
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Uli Sigg auf der Insel auf Schloss Mauensee. (Bild: Pius Amrein, 6. Juni 2018)

Uli Sigg auf der Insel auf Schloss Mauensee. (Bild: Pius Amrein, 6. Juni 2018)

Banken befinden sich zunehmend unter hohem Kostendruck. In den letzten Jahren haben sie deshalb viele rückwärtigen Dienste an spezialisierte Dienstleister ausgelagert. Nun haben Jungunternehmer auch im Hypothekargeschäft Sparpotenzial ausgemacht.

Seit Anfang Jahr ist die Kreditfabrik AG mit Sitz im zürcherischen Horgen operativ. Das Unternehmen will die heute noch kostenintensiven Prozesse im Hypothekargeschäft vereinfachen, damit der Kreditzyklus günstiger wird. Die Idee ist, dass der Hypothekargeber die Abwicklung des Hypothekengeschäfts an die Kreditfabrik auslagert. «Hypothekengeber, darunter vor allem Banken, Versicherungen und im Moment noch relativ wenige Pensionskassen, beschäftigen heute grosse Teams in der Hypothekarkredit-Bewirtschaftung», sagt Walter Boreatti, Verwaltungsratspräsident der Kreditfabrik, gegenüber der «NZZ am Sonntag».

5 Millionen Franken investiert

Er glaubt, dass die Banken die Kosten im Hypothekarkreditgeschäft mit einem Outsourcing der gesamten Prozesse «problemlos um bis zu 50 Prozent senken könnten». Zu den Investoren des Unternehmens gehört laut dem Zeitungsbericht eine Gruppe um den Ringier-Verwaltungsrat, Kunstsammler und ehemaligen Schweizer Botschafter in China, Uli Sigg. Der in Luzern geborene und auf Schloss Mauensee wohnhafte Sigg ist nicht der einzige Kreditfabrik-Investor aus der Region Luzern. Andere gewichtige Geldgeber seien Christof Reichmuth, Inhaber und Verwaltungsratspräsident der gleichnamigen Luzerner Privatbank, sowie der Unternehmer Ueli Breitschmid, Geschäftsführer der auf Zahnpflege spezialisierten Curaden AG aus Kriens.

Gemäss «NZZ am Sonntag» halten Sigg, Reichmuth und Breitschmid die Mehrheit der Aktien. Bisher hätten sie mehr als 5 Millionen Franken in die Kreditfabrik gesteckt.

Suva ist erster Referenzkunde

Die Kreditfabrik ist schlank aufgestellt; das Unternehmen beschäftigt laut dem Bericht lediglich fünf Personen. Bereits ab dem nächsten Jahr wolle man pro Quartal mindestens einen Neukunden gewinnen, und «bis 2020 wollen wir die Gewinnschwelle erreichen», wird CEO Alexander Rippl in der «NZZ am Sonntag» zitiert.

Einen ersten Referenzkunden hat die Firma aber bereits: die Unfallversicherung Suva. Die Kreditfabrik wickelt die Hypothekenvergabe für die mehr als 4000 eigenen Mitarbeitenden der Unfallversicherung ab. Das Kreditvolumen beträgt 500 Millionen Franken. Treiber hinter dem Projekt sei Uli Sigg gewesen, berichtet die Zeitung. Er ist mit seinem Neffen Manuel Salvisberg auch an den Luzerner Firmen Base-Net und Peax beteiligt. Erstere liefert die Software für die Kreditfabrik und hat das Start-up Peax aufgebaut. Dieses ist bei der Kreditfabrik im Hintergrund beim Einlesen der Dokumente im Einsatz. Sigg ist in der Luzerner Softwarebranche schon seit längerem aktiv: Er ist auch Mitbesitzer des Luzerner Softwareherstellers Axon. 

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