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Luzerner Industriebetrieb Schurter führt Kurzarbeit ein

Schurter sieht sich mit den Auswirkungen einer schwächeren Weltwirtschaft konfrontiert. 84 Angestellte sind von Kurzarbeit betroffen. Vier weitere werden entlassen.
Raphael Bühlmann
Schurter-CEO Ralph Müller (links) mit Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Schurter. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 7. April 2017)

Schurter-CEO Ralph Müller (links) mit Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Schurter. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 7. April 2017)

Operiert ein Unternehmen am Puls der Weltwirtschaft, wirkt eine sich abkühlende Konjunktur unmittelbar auf den Betriebszustand aus. Wie akut ein Betrieb davon betroffen sein kann, zeigt aktuell das Beispiel des Luzerner Industriebetriebs Schurter. «Wenn Deutschland hustet, dann haben wir ein massives Problem.» Der Satz stammt von CEO Ralph Müller und ist gerade einmal vier Monate alt. Mittlerweile steht fest, dass die deutsche Autoindustrie rund 5 Prozent unter den Verkäufen des Vorjahres liegt.

Am Montag teilte die Schurter-Gruppe mit, für den Standort Luzern Kurzarbeit einzuführen. Wie das Unternehmen schreibt, seien einzelne Produktionsbereiche sowie die Spedition davon betroffen. Konkret wird die Kurzarbeit per 1. September für 84 der insgesamt 489 Mitarbeitenden von Schurter eingeführt. Gruppen-CEO Müller bestätigte zudem, dass es zu vier Entlassungen am Hauptsitz in Luzern kommen wird. «Wir werden alle unsere Standorte auf Ressourcenoptimierungen überprüfen», sagt Müller, schliesst dabei aber weitere Entlassungen aus.

Der starke Franken macht den Export nicht leichter

Der sinkende Absatz der deutschen Autoindustrie hält der Schurter-CEO allerdings nur für ein Symptom, nicht aber als eigentlichen Grund für die Baisse. Vielmehr sei die allgemeine Abkühlung der Weltkonjunktur nicht zuletzt auf den Handelsstreit zwischen den USA und China zurückzuführen. «Wir verzeichnen auch einen starken Umsatzrückgang in Asien und den USA. Ebenfalls nicht günstig bleibe die aktuelle Währungsentwicklung. Der wieder erstarkte Franken verteuert das Schweizer Exportgeschäft – insbesondere in den Euroraum.

Die gesamten Auftragseingänge bei Schurter seien seit Ende letzten Jahres kontinuierlich zurückgegangen, was sich entsprechend negativ auf das Ergebnis auswirke. «Der Auftragsbestand ist im zweistelligen Prozentbereich gesunken», sagt Müller.

Ausbauprojekt wird nicht beeinflusst

Wie lange bei Schurter Kurzarbeit gelten wird, hängt demnach vor allem davon ab, wie sich die Weltwirtschaft weiterentwickelt. Für Müller ein Blick in die Kristallkugel. «Wir gehen davon aus, dass eine allfällige Korrektur der über die letzten Jahre auf Hochtouren gelaufene und sich überhitzte Wirtschaft etwa 6 bis 8 Monate dauern kann.»

Müller verweist dabei darauf, dass das Unternehmen dank diesem Aufschwung heute in Luzern 381 Mitarbeitende beschäftigt. Allein 2018 seien 40 neue Stellen geschaffen worden. Und auch die jüngst angekündigten Ausbauprojekte seien von den Minderaufträgen nicht in Frage gestellt. Schurter investiert am Hauptsitz in den Ausbau der Bereiche Innovation und Entwicklung, in die Administration und verschiedene Support-Stellen. Ein bestehendes Gebäude wird deshalb um drei Etagen aufgestockt und mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Die Produktionsfläche soll somit um 20 Prozent erweitert werden und schlussendlich Platz für 400 bis 420 Mitarbeiter bieten. «Wir investieren in Luzern mit einem Zeithorizont von über 30 Jahren und damit unabhängig von konjunkturellen Schwankungen», sagt Müller.

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