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M-INDUSTRIE: Migros wächst stark dank Verkäufen im Ausland

Die Produktionsbetriebe des Grossverteilers wachsen nur dank Verkäufen ausserhalb der Schweiz. Vor allem das Geschäft mit Kaffeekapseln, Käse und Kosmetik treibt die Umsätze in die Höhe.
Daniel Zulauf
Einblick in die Grossbäckerei Jowa des Migros-Konzerns. Bild: Sebastien Anex (Birsfelden, 18. Dezember 2009)

Einblick in die Grossbäckerei Jowa des Migros-Konzerns. Bild: Sebastien Anex (Birsfelden, 18. Dezember 2009)

Daniel Zulauf

daniel.zulauf@luzernerzeitung.ch

Amerikaner essen Schweizer Raclette-Käse, und die für das Geschäft zuständige Herstellerin Mifroma verdient erst noch Geld dabei. Was der Schweizer Käseunion nie gelingen wollte, schafft Migros Industrie scheinbar spielend. 2016 hat der Orange Riese den Absatz von Milchprodukten, Käse und Saucen im Ausland um 40 Millionen Franken– oder um einen vollen Drittel – gesteigert. Walter Huber, der in der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) die Verantwortung für die unter der Bezeichnung M-Industrie laufende Eigenproduktion trägt, verweist auf diverse Neulancierungen im weltgrössten Einzelhandelsmarkt. Wir haben ein «gutes Geschäftsjahr hinter uns», sagte Huber gestern an einer Medienkonferenz am Sitz von Mibelle im aargauischen Buchs.

Acht Jahre nach dem Wechsel vom Chef des Milchverarbeiters Emmi zum Leiter der Industriegeschäfte der Migros hat der 60-jährige Manager ein wichtiges Etappenziel erreicht. Huber hatte sich 2008 bei seiner Ankunft bei Migros das Ziel auf die Fahne geschrieben, den Auslandumsatz im Industriegeschäft von damals 350 Millionen Franken zu verdoppeln. 2016 gelang der Sprung über die 700-Millionen-Franken-Marke – wenn auch mit einigen Jahren Verspätung.

23 Betriebe in der Schweiz, 7 Fabriken im Ausland

M-Industrie erwirtschaftete im Berichtsjahr 790 Millionen Franken jenseits der Schweizer Grenze – das sind eindrückliche 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Auslandverkäufe repräsentieren jetzt mehr als 12 Prozent aller Verkäufe des Industriekonglomerates.

M-Industrie stellt in ihren 23 Betrieben in der Schweiz und 7 Fabriken im Ausland Eigenmarken im Lebensmittel- und Near-Food-Bereich (Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel) für diverse ausländische Supermarktketten her. Der Konzern gilt als einer der grössten Hersteller in diesem Segment. Der Anteil wird weiter wachsen. Im Inland stagniert das Geschäft, und 2016 war es sogar leicht rückläufig. Der hohe Marktanteil setzt der Expansion im Heimmarkt enge Grenzen, und der nach wie vor boomende Einkaufstourismus der Schweizer Konsumenten im grenznahen Ausland ist der Produktion von Migros-Produkten auch nicht förderlich.

Doch damit die Migros in der Produktion für den Heimmarkt konkurrenzfähig bleibt, braucht sie eine hohe Auslastung ihrer Fabriken. Dafür ist das Auslandgeschäft hilfreich. Bis vor wenigen Jahren dienten die Verkäufe im Ausland vor allem dem Zweck, die Produktion für den Heimmarkt zu verbilligen. Doch das ist langfristig keine Erfolg versprechende Strategie, sagt Maurer. Die Produktionsbetriebe müssten sich ihre Investitionen am Markt verdienen können, dafür müssen sie entsprechende Margen einspielen. 220 Millionen Franken hat M-Industrie im vergangenen Jahr in der Schweiz investiert, im Ausland waren es bloss 10 Millionen Franken. Das Verhältnis dürfte sich in den nächsten Jahren zwar zu Gunsten des Auslandes verschieben, aber auch hierzulande bleibt die Investitionsbereitschaft hoch. Für den Ausbau des Geflügelgeschäfts sind in nächster Zeit bedeutende Investitionen im Umfang von rund 150 Millionen Franken geplant. Als Standorte der neuen Betriebe kommen das Wallis, das Waadtland und die Ostschweiz in Frage.

Wachstum im Ausland ist breit abgestützt

Das Wachstum des Auslandgeschäfts der Migros-Industriebetriebe ist erstaunlich breit abgestützt. Es sind längst nicht nur die im Vergleich zum Original preisgünstigeren Café-Royal-Kapseln, die vor allem bei den französischen Nutzern des Nespresso-Systems auf grosse Nachfrage stossen. Auch von den 140 Millionen Artikeln, die zum Beispiel Mibelle in Buchs jährlich herstellt, gehen mehr als 80 Millionen ins Ausland.

Die Migros operierte im Ausland während vieler Jahre ohne Glück. In den 90er-Jahren musste sie einen Expansionsversuch in Österreich nach kurzer Zeit mit hohen Millionenverlusten ab­brechen. Die laufende Internationalisierungsstrategie scheint dagegen deutlich mehr Früchte zu tragen. Die Weiterentwicklung dieser Strategie dürfte bei der Wahl des Nachfolgers für den im November abtretenden Direktionspräsidenten des MGB, Herbert Bolliger, eine wichtige Rolle spielen.

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