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Tesla-Chef muss sich wegen Tweet vor Gericht verantworten

Die Börsenaufsicht SEC zieht Elon Musk vor Gericht – weil der Konzernchef des Autobauers Tesla den Investoren die Unwahrheit gesagt habe.
Renzo Ruf, Washington
Tesla kommt um Elon Musk nicht zur Ruhe. (Bild: Inga Spence/Alamy Stock Photo (28. September 2018)

Tesla kommt um Elon Musk nicht zur Ruhe. (Bild: Inga Spence/Alamy Stock Photo (28. September 2018)

Mark Spiegel fühlt sich – endlich – bestätigt. Nachdem die Börsenaufsicht SEC am Donnerstagabend bekanntgegeben hatte, dass sie den Konzernchef des Autobauers Tesla vor Gericht ziehen wolle, zog der New Yorker Hedgefonds-Manager auf dem Kurznachrichtendienst Twitter einen Vergleich zwischen Elon Musk und Elizabeth Holmes. Bei ersterem handelt es sich um den Tausendsassa an der Spitze von Tesla, der trotz anhaltender Probleme im Tesla-Produktionszyklus als Börsenstar galt.

Letztere war Chefin einer hochfliegenden Medizinaltechnikfirma und zumindest auf dem Papier eine Multimilliardärin – bevor sie vor einigen Monaten im Bundesstaat Kalifornien des ­Betruges angeklagt wurde. Ihre Firma musste den Betrieb mittlerweile einstellen, und das Wirtschaftsmagazin schätzt das Vermögen von Holmes auf 0 Dollar. «Nicht vergessen», schrieb der Spekulant Mark Spiegel auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: «Die SEC schloss mit Elizabeth Holmes einen sehr milden Vergleich ab. Und nun versucht das Justizministerium, sie ins Gefängnis zu werfen.»

«War diese Nachricht echt?»

So tief ist der 47-jährige Musk noch nicht gestürzt. Bei den Vorwürfen der Börsenaufsicht – zusammengefasst in einer 23 Seiten zählenden Klage – handelt es sich vorerst nur um Anschuldigungen. Und in einer ersten Reaktion sagte der Verwaltungsrat von Tesla, das Gremium habe vollstes Vertrauen in die «Integrität» des Firmengründers. Musk wiederum deutete an, dass er sich vor Gericht gegen die ­Zivilklage der SEC wehren wolle, nachdem er gemäss dem «Wall Street Journal» eine aussergerichtliche Einigung mit der Aufsichtsbehörde abgelehnt hatte.

Aber erstmals in der 15-jährigen Geschichte des Autobauers droht der US-Konzern wirklich das Vertrauen der Geldgeber zu verlieren. Am Freitag, zu Handelseröffnung, stürzte der Kurs der Tesla-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq um gegen 12 Prozent ab. Das sind schlechte Nachrichten für eine Firma, die mit 10 Milliarden Dollar verschuldet ist und Quartalsverluste in der Höhe von 1 Milliarde Dollar schreibt. Hinzu kommt: Musk ist mehr als bloss das Aushängeschild einer Firma – ohne ihn hätte es Tesla, Bauer von innovativen elektronischen Fahrzeugen, nicht geschafft, innerhalb kurzer Zeit zu einem der führenden Autobauer aufzusteigen.

Die SEC wirft Musk nun aber vor, mehrmals öffentlich die ­Unwahrheit gesagt zu haben. Am schwersten wiegt dabei der Vorwurf, dass der Tesla-Konzernchef über vertrauliche Gespräche, den Autobauer von der Börse zu nehmen, gelogen habe. So schrieb Musk am 7. August auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: «Offerte, Tesla zu dekotieren für 420 Dollar. Die notwendigen Mittel stehen bereit.» Nicht nur die Investoren reagierten erstaunt, wie in der SEC-­Klage nachzulesen ist. Auch ein hochrangiger Tesla-Manager meldete sich bei Musks Stabschef mit der Frage: «War diese Nachricht echt?» Musk sei es klar gewesen, dass er die Unwahrheit verbreite, sagt die Börsenaufsicht, und dass er wichtige Fakten verschwieg – worunter letztlich die Tesla-Investoren gelitten hätten. Deshalb fordert die SEC, dass es Musk künftig verboten ist, eine Firma zu führen, die an der Börse kotiert ist.

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