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Marken zum Glanz bringen

Der Brand Leadership Circle. Sechs Firmen im Eigentum von Fabian Hotz widmen sich von allen Seiten einem Grundsatzthema: der Führung von Unternehmen mit einer starken Marke.
Die Wirkungsstätte eines Kreativen: Fabian Hotz (Bild: AHY)

Die Wirkungsstätte eines Kreativen: Fabian Hotz (Bild: AHY)

Am Anfang stand ein Jugenderlebnis: Fabian Hotz wurde mit neuen Ski beschenkt. Der Pragmatismus der Eltern führte zum Kauf von Exemplaren aus dem Grossverteiler. Hergestellt wurden die Sportgeräte in der Fabrik einer weltbekannten Skifirma, doch schlussendlich klebte die Eigenmarke des Detailhandelsriesen auf den Brettern. Im jungen Hotz weckte dies Ängste: Das anstehende Skilager fand ohne ihn statt! Er befürchtete die Häme der Kameraden, die allesamt mit den Skiern ausgerüstet waren, mit denen Pirmin Zurbriggen und Michela Figini den Berg hinunterrasten. «Mit meiner Marke fuhr kein Mensch!», sagt Fabian Hotz.
Jahre später wurde sich Fabian Hotz bewusst, was beim Skidrama falsch lief: «Die Marke des Grossverteilers war inhaltlos, es gab keine Geschichten rundherum, keine Leistung stand dahinter. Ich hatte als Bub nichts zu erzählen zu diesen Skiern» sagt Hotz, der damit die Kernfelder seiner jetzigen Tätigkeit definiert: einen (Neudeutsch) Brand mit Image, einer Botschaft und Inhalten auszustatten. «Denn so steuert die Marke den Kaufentscheid», weiss der Inhaber eines Verbundes von Unternehmen, die sich beratend und umsetzend mit Brands auseinandersetzen.

Neue Richtungen

Dazu kommen noch drei Firmen, die sich «mit Papier beschäftigen» (Hotz) und damit den Link zur Entstehungsgeschichte des «Brand Leadership Circles» (BLC) herstellen: 1969 eröffnete Vater Viktor Hotz eine Druckerei. In der Absicht, den Druckmaschinen mehr Arbeit aus eigenen Reihen zuzuführen, wurde 1994 – unter dem Impuls des Sohnes und gelernten Designers Fabian Hotz – eine erste Beratungsfirma eröffnet: die «Hotz Brands Consultants». Dieses Unternehmen emanzipierte sich dynamisch in neue Richtungen. Gemäss der Tatsache, dass «Kommunikation nicht nur auf dem Papier stattfindet, sondern überall», so Hotz.
So ergänzte 1997 die Zuwendung zu den Neuen Medien die traditionellen Disziplinen. Fabian Hotz lacht: «Oft stand bei uns beim Einstieg in ein neues Geschäftsfeld das Wollen vor dem Können!» Als Beispiel nennt er den Bereich Webdesign, der «bis vor wenigen Jahren nur rote Zahlen schrieb». Doch der eiserne Wille zu lernen, sich weiterzuentwickeln, räumte Anfangschwierigkeiten aus dem Weg. Und liess das Firmenkonglomerat erfolgreich in alle Bereiche und Facetten der Markenbewirtschaftung vordringen: Screen Concept widmet sich der webbasierten Kommunikation, Sensorial Sourroundings Animations-, Video- und Sound-Projekten, Knobel Corporate Communications der Unternehmenskommunikation und Medienarbeit, Mintberry der klassischen Marketingkommunikation sowie gateB dem «Communication Engineering». Letztere ist eine schillernde Erfolgsgeschichte: 2011 gegründet, arbeiten heute bereits über 30 Personen an der Optimierung und Automatisierung von Kommunikations- und Marketingprozessen. Diese Dienstleistung, die auch die Implementierung von Software-Lösungen beinhaltet, ermöglicht es Firmen, ihre gesamten Marketingaktivitäten zentral zu steuern – inklusive der Kreation von Werbemedien. Als Beispiel für einen Anwender nennt Fabian Hotz die AMAG (VW, Audi, Seat, Škoda): «Jeder Händler kann online auf Marketingvorlagen und Marketinginhalte zugreifen sowie Werbemittel individuell für sich zusammenstellen.» Weltweit tätige Firmen gehören zum Kundenkreis von gateB.

Autonom stark

Die sechs beschriebenen Bereiche sind selbstständig geführte Unternehmen mit eigenen Geschäftsführern, die unabhängig voneinander Kunden akquirieren und betreuen. Dieses Konstrukt sei das Resultat aus der Erkenntnis, «dass wir Exzellenz in einem Fachgebiet nur durch Spezialisierung erreichen». Selbstverständlich würden die Synergieeffekte gesucht. «Wenn ein Kunde in einem der Unternehmen ein gutes Erlebnis hat, dann ist der Weg zu einer weiteren Firma des ‹Brand Leadership Circles› natürlich sehr kurz», erklärt Fabian Hotz den cleveren Kundenbetreuungs-Mechanismus.

Die richtigen Ski

111 Personen arbeiten heute für den «Brand Leadership Circle», 165 sind es unter Einbezug des ebenfalls eine Diversifikation durchlaufenden Druckereibereichs. Das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden beträgt 34 Jahre. Dasjenige der Geschäftsleitung ebenfalls! Da muss sich Fabian Hotz mit reifen 40 Jahren schon fast um eine Nachfolgeregelung bemühen: «Meine Tochter ist jetzt zwei Jahre alt – da warten wir noch», schmunzelt der Geschäftsinhaber. Zuerst werden für sie Ski gekauft. Hoffentlich von der richtigen Marke.

Andréas Härry

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