Importpreise
Markenhersteller: Coop und Migros sind Schuld an hohen Preisen

Die Marken-Hersteller kehren den Spiess um: Nicht sie seien schuld an den hohen Preisen, sondern Coop und Migros. Der Markenartikelverband behauptet, die Währungsgewinne bleiben bei den Händlern hängen.

Roman Schenkel
Merken
Drucken
Teilen
Ausverkauf bei Coop: Der Detailhandler wirft einzelne Marken aus dem Sortiment

Ausverkauf bei Coop: Der Detailhandler wirft einzelne Marken aus dem Sortiment

Die Schweizer Detailhändler und die Hersteller von Markenartikeln schieben sich gegenseitig die Schuld an den hohen Preisen in die Schuhe. Nachdem Coop angekündigt hatte, Produkte von Mars, Ferrero und L’Oréal aus dem Regal zu räumen, schlägt Promarca, der schweizerische Markenartikelverband, jetzt zurück.

«Wir wissen, dass die grosse Mehrzahl unserer 100 Verbandsmitglieder Währungsgewinne weitergibt», sagt Promarca-Chefin Anastasia Li-Treyer. Deshalb vermutet Promarca, dass die Währungsgewinne bei den Händlern hängen bleiben. Mit Coop und Migros herrsche in der Schweiz ein Duopol. Welches diese ausnutzen würden: «In den letzten Jahren wurden die jährlichen Forderungen der Händler immer massiver.»

Coop weist Kritik zurück

Bei Coop weist man die Kritik zurück: «Wir hätten niemals zu dieser Massnahme gegriffen, wenn dies nicht nötig und auch korrekt gewesen wäre», sagt Mediensprecher Urs Meier. Migros-Sprecher Urs Peter Naef wehrt sich gegen die «alten» Vorwürfe: «Wir haben die Preise in diesem Jahr über das gesamte Sortiment um 4 Prozent aus eigener Kraft gesenkt, nun erwarten wir auch etwas von den Markenherstellern.»

Migros wolle in den nächsten 48 Stunden darüber entscheiden, wie man gegen die hohen Preise vorgehe. Eine Auslistung sei das letzte Mittel. «Wir sind im Notfall aber zu dieser Massnahme bereit.»

«Hoher Imageschaden»

Nivea-Herstellerin Beiersdorf – immer wieder in der Kritik, die Währungsgewinne nicht weiterzugeben – betont, die Preise stets angepasst zu haben. «Wir haben die Preise gesenkt und höhere Rohstoffkosten absorbiert», sagt Erhard Schöpfer, Chef von Beiersdorf Schweiz. Beiersdorf sei zurzeit in Verhandlungen mit den Detailhändlern, über eine mögliche Auslistung von Nivea-Produkten könne er deshalb nichts sagen. «Wir wollen eine Auslistung verhindern, dies ist für das Image einer Marke schädlich.» Auch wirtschaftlich sei es nicht zu unterschätzen, wenn Produkte aus dem Regal geräumt werden. «Das kann Arbeitsplätze bei den Schweizer Niederlassungen kosten.»