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Matthias Rebellius wird Chef von Siemens Schweiz

Der CEO von Siemens Building Technologies mit Hauptsitz in Zug, Matthias Rebellius, übernimmt im April zusätzlich die Leitung von Siemens Schweiz. Sein Vorgänger Siegfried Gerlach geht in Pension.
Maurizio Minetti
Matthias Rebellius, Chef von Siemens Building Technologies, in einem Gebäude des neuen Campus in Zug. Mittlerweile ist der modernisierte Standort eröffnet worden. (Bild: Werner Schelbert, Zug, 4. Juli 2018)

Matthias Rebellius, Chef von Siemens Building Technologies, in einem Gebäude des neuen Campus in Zug. Mittlerweile ist der modernisierte Standort eröffnet worden. (Bild: Werner Schelbert, Zug, 4. Juli 2018)

Chef einer Länderniederlassung von Siemens zu werden, dürfte für jeden Industrie-Manager einem Ritterschlag gleichkommen. In der Schweiz kommt es nun zu einem Wechsel an der Spitze der hiesigen Niederlassung der deutschen Industrie-Ikone: Der langjährige CEO Siegfried Gerlach geht per Ende März mit 65 Jahren in Pension. Er war zehn Jahre lang Chef von Siemens Schweiz.

Sein designierter Nachfolger ist in Zug kein Unbekannter: Es ist Matthias Rebellius, der zurzeit die Siemens-Division Building Technologies (BT) mit Hauptsitz in Zug leitet. Der 54-jährige Rebellius übernimmt seine neue Aufgabe im April.

Anspruchsvolle Doppelrolle

Rebellius leitet seit vier Jahren die global tätige Division Gebäudetechnik mit aktuell weltweit 27 000 Angestellten und Hauptsitz in Zug. Unter seiner Führung habe sich diese zu einem der wichtigsten Ergebnisträger des Konzerns entwickelt, teilt Siemens mit. Der Ingenieur arbeitete schon vorher fast zehn Jahre in der Schweiz. Anschliessend war Rebellius von 2012 bis 2015 in den USA tätig und für die BT-Geschäfte in der gesamten Region Amerika verantwortlich.

Siemens ist derzeit gerade dabei, seine Divisionen neu aufzustellen: Aus bisher fünf Industriesparten sollen künftig drei weitgehend selbstständige Firmen werden. In Zug, wo bislang die BT-Sparte ihren globalen Hauptsitz hatte, wird ab April 2019 der Hauptsitz der neuen Division Smart Infrastructure (SI) entstehen. Geleitet wird die neue Einheit von Cedrik Neike als CEO. Rebellius wird in seiner neuen Funktion als COO der SI-Sparte direkt an Neike berichten, hiess es Ende vergangenen Jahres.

An diesen Plänen habe sich nichts geändert, bestätigt ein Siemens-Sprecher auf Anfrage. Damit wird der gebürtige Deutsche die schwierige Aufgabe haben, sowohl das operative Geschäft einer neuen global aufgestellten Einheit zu leiten, als auch das gesamte Schweizer Geschäft von Siemens zu verantworten. Kaum ein anderer bisheriger Siemens-Schweiz-Chef dürfte eine derartige Fülle an Aufgaben gehabt haben.

Obwohl die Funktion als CEO von Siemens Schweiz prestigeträchtiger klingt, wird sich Rebellius’ Fokus auf SI richten. Das lässt sich nur schon daran erkennen, dass die neue Siemens-Sparte um ein Vielfaches grösser ist als die Schweizer Siemens-Organisation: Die neue Division Smart Infrastructure wird weltweit mehr als 70000 Personen beschäftigen, die in den Bereichen Gebäudetechnik und Energieverteilung tätig sind. SI ist laut der Mitteilung von Siemens gemäss vorläufiger Zahlen mit einem Geschäftsvolumen von rund 14 Milliarden Euro einer der weltweit grössten industriellen Hauptsitze in der Schweiz. Die Umsatzrendite der SI-Sparte soll künftig auf bis 15 Prozent gesteigert werden.

Siemens Schweiz ist allerdings auch nicht zu vernachlässigen. Die Organisation beschäftigt mehr als 5700 Mitarbeitende an über 20 Standorten und ist damit einer der grössten industriellen Arbeitgeber. Eine starke Marktstellung hat das Unternehmen hierzulande vor allem in den Bereichen Gebäude- und Energietechnik, Industrieautomatisierung und Antriebstechnik, in der Bahnautomatisierung sowie in der Strassenverkehrs- und Medizintechnik. Siemens ist bereits seit 125 Jahren in der Schweiz aktiv.

Zuger Ursprung mit Elektrowatt-Übernahme

Wie wird Matthias Rebellius diese Doppelbelastung meistern? Er stand am Montag für Fragen nicht zur Verfügung. Deutlich macht der künftige Schweiz-Chef von Siemens jedenfalls, dass der Standort Zug Dreh- und Angelpunkt bleibt: «Wir werden in der Schweiz auch in den kommenden Jahrzehnten eine prägende Rolle spielen. Zudem ist die Tatsache, dass wir die weltweiten Geschäfte von Smart Infrastructure von Zug aus führen, natürlich sehr positiv für unser Land», wird Rebellius in der Mitteilung zitiert.

Siemens Building Technologies beschäftigt derzeit in Zug 1700 Personen, davon arbeiten knapp 400 in der erst vor kurzem modernisierten Fabrik. Rund 250 Millionen Franken hat Siemens in den Bau der neuen Büro- und Produktions­gebäude der BT-Sparte investiert. Im vergangenen Dezember ist der neue Campus auf dem nördlichen Siemens-Areal unweit des Bahnhofs Zug, wo früher auch die Fabriken von Landis+Gyr standen, eingeweiht worden. Die Geschichte von Siemens Building Technologies in Zug hatte 20 Jahre zuvor mit der Übernahme der Industrieaktivitäten der Elektrowatt AG begonnen.

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