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Max Pfister verabschiedet sich aus dem Verwaltungsrat der LUKB

An der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank stimmten die Aktionäre allen Geschäften und Wahlvorschlägen deutlich zu. Die Wortmeldungen reichten von einem zurückliegenden Streit bis zu Food-Waste.
Rainer Rickenbach
LUKB-Präsidentin Doris Russi Schurter verabschiedet Max Pfister als Verwaltungsrat. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)

LUKB-Präsidentin Doris Russi Schurter verabschiedet Max Pfister als Verwaltungsrat. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)

Für Max Pfister war es am Montag die letzte Generalversammlung als Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank (LUKB). Der frühere FDP-Regierungsrat erreichte im Frühling mit 68 Jahren das Alter, das als obere Grenze für das Aufsichtsgremium festgelegt ist. Er wurde von den 3673 Aktionären in der Messehalle Allmend mit Applaus verabschiedet.

Der verwaiste Sitz wurde nicht wieder besetzt. Neu setzt sich der Verwaltungsrat aus acht Mitgliedern zusammen. Die Aktionäre wählten sie alle mit grossen Mehrheiten wieder. Doch als Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter an der Reihe war, begab sich Willi Tschopp aus Effretikon ans Rednerpult und empfahl, sie nicht wieder zu wählen.

Der Frust eines Zürcher Aktionärs

«Ich habe mir lange überlegt, ob ich meinen Frust und meine Wut, die sich innert einem Jahr bei mir angestaut haben, hier kundtun soll», sagte Tschopp. Ursache für seinen Groll war eine Auseinandersetzung nach der letztjährigen Generalversammlung, an der er sich kritisch zum Verwaltungsratspräsidium Russi Schurters bei der Versicherung Helvetia äusserte und ihr vorwarf, in einer Wirtschaftszeitung anerkennende Worte für den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz gefunden zu haben. «Zum Gespräch unter vier Augen kamen nach der Versammlung noch mehr Personen hinzu, es endete despektierlich und gehässig», so Tschopp. Ein Teil der anwesenden Aktionäre quittierte seinen Auftritt mit Pfiffen und Buhrufen. Russi Schurter antwortete: «Wir haben dazugelernt, diesmal steht ein Raum für Gespräche unter vier Augen zur Verfügung.» Am Schluss löste sich die Sache in Minne auf, Tschopp signalisierte Gesprächsbereitschaft. An der klaren Wiederwahl der Präsidentin änderten seine Worte nichts.

Die weiteren Voten der Aktionäre drehten sich vorwiegend um die Bankgeschäfte. Der Berner Walter Grob etwa warf die «Grundsatzfrage» auf, ob es wirklich Aufgabe einer Kantonalbank sei, von Jahr zu Jahr den Gewinn zu steigern, während sich die Aktionäre mit Minizinsen begnügen müssen. «Andere Banken gewähren ihren Aktionären unter klar definierten Vorgaben höhere Zinsen», so Grob. Zudem störte er sich daran, dass vor einem Jahr Salate in Abfallkübeln landeten. CEO Daniel Salzmann entgegnete, die Kantonalbank habe den ­Erwartungen der Börse und dem Mehrheitsbesitzer, dem Kanton Luzern, gerecht zu werden. «Es ist aber nicht unser Bestreben, den Profit als oberste Maxime über alles zu stellen.» Und zum Salat: «Meistens melden sich mehr Leute zum Essen an, als dann tatsächlich erscheinen.»

Gewinnschwelle von 200 Millionen erreicht

Aktionär Robert Furrer aus Oberkirch befürchtete, mit Postfinance als allfälligem Kreditvergeber würden den Kantonalbanken eine starke Konkurrenz erwachsen, und bei einem Rahmenvertrag mit der EU könnte es der Staatsgarantie an den Kragen gehen. «Darunter könnte die Marge leiden», so Furrer. CEO Salzmann wies darauf hin, weder bei Postfinance noch beim Rahmenvertrag sei klar, wohin der Weg führe.

Die statuarischen Geschäfte der LUKB waren bei den Aktionären unbestritten. Die Bank über-traf 2018 erstmals die Gewinnschwelle von 200 Millionen Franken. Für das laufende Jahr erwartet die Bank einen leicht geringeren Gewinn. Salzmann: «Doch wir halten Kurs und erreichen die strategischen Ziele.» Im den ersten drei Monaten dieses Jahres konnte die Bank den Gewinn leicht steigern.

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