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Maxon Motor hebt ab

Der Obwaldner Motorenhersteller hat im vergangenen Jahr den Umsatz deutlich gesteigert. Nun sucht sich Maxon neue Geschäftsfelder – in der Landwirtschaft und in der Luft.
Roman Schenkel
Die Produktion von Maxon Motor läuft auf Hochtouren. Sehr zur Freude von Unternehmenschef Eugen Elmiger. (Bild: Pius Amrein, (Sachseln, 10. Februar 2017))

Die Produktion von Maxon Motor läuft auf Hochtouren. Sehr zur Freude von Unternehmenschef Eugen Elmiger. (Bild: Pius Amrein, (Sachseln, 10. Februar 2017))

Das Tempo, das Maxon Motor anschlägt, ist hoch. Am Hauptsitz in Sachseln entsteht für 30 Millionen Franken ein Innovationscenter für Medizintechnologie. Im November 2018 werden dort 350 Angestellte einziehen. Auch an den Standorten in den USA, Deutschland, Ungarn und Südkorea wurde die Produktion ausgebaut – Investitionen von insgesamt nochmals 20 Millionen Franken.

Der starke Ausbau geschieht nicht ohne Grund. Maxon Motor brummt. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen ein Rekordergebnis eingefahren. Der Umsatz erhöhte sich um 8.6 Prozent auf 459 Millionen Franken (siehe Grafik unten), die Zahl der Angestellten stieg ebenfalls um 4,9 Prozent auf 2577 Angestellte. Das sind 120 Stellen mehr als im Vorjahr. Der grösste Teil der neuen Stellen ist im Ausland geschaffen worden. In der Schweiz hat die Zahl der Beschäftigten um 39 auf 1211 zugenommen.

«Das letzte Jahr war für unsere Mitarbeitenden sehr herausfordernd»
Eugen Elmiger, CEO Maxon Motor

«Das letzte Jahr war für unsere Mitarbeitenden sehr herausfordernd», sagt Maxon-Motor-Chef Eugen Elmiger. Die Firma sei in allen Bereichen gewachsen – am stärksten aber im Medizin- und im Automobilbereich. Unter anderem konnte Maxon einen Grossauftrag für Pumpensysteme zur Reduktion von Stickoxiden in Dieselfahrzeugen im hartumkämpften Automobilmarkt gewinnen. «Zudem haben wir die Entwicklung von elektrisch betriebenen chirurgischen Instrumenten vorangetrieben, wie auch die anspruchsvolle Entwicklung von Mikro-Pumpensystemen, die in der minimalinvasiven Herzchirurgie zum Einsatz kommen», zählt Elmiger auf.

Um mit dem hohen Wachstumstempo Schritt zu halten, arbeiteten die Maxon-Angestellten in diesen Bereichen auch am Samstag. Zudem wurde in Teilen der Produktion eine dritte Schicht eingeführt. «Ohne diesen Ausbau der Produktion könnten wir die Nachfrage nach unseren Antrieben nicht stillen», sagt Elmiger.

Wachstumsphase ist noch nicht abgeschlossen

In den letzten vier Jahren konnte Maxon seinen Umsatz pro Jahr im Schnitt um über 5 Prozent steigern. Bleibt der Markt stabil wird es laut Firmenchef in diesem Tempo – oder gar noch etwas schneller – weitergehen. «Mit dem Ausbau an den verschiedenen Standorten ist unsere Infrastruktur auf einen Umsatz ausgelegt, der weiteres starkes Wachstum ermöglicht, sagt er. Es gelte nun die Überkapazitäten in den neuen Fabriken – beispielsweise in Taunton in der Nähe von Boston oder in Südkorea – zu füllen. Gleichzeitig muss das Lieferanten-Netz im Auge behalten werden. Aufgrund der guten Konjunktur gibt es in verschiedenen Bereichen Lieferengpässe und lange Wartezeiten. «Wir müssen deshalb parallel neue Lieferanten aufbauen», sagt Elmiger. Es sei zentral die Lieferkette unter Kontrolle zu haben.

Die Wachstumsphase sei aber noch nicht abgeschlossen. «Wir werden in den nächsten zwei Jahren weiter ausbauen», sagt Elmiger. Das werde aber vorwiegend im Ausland stattfinden. Namentlich in Südkorea, wo die Produktionskosten tief liegen, sieht er Potenzial; oder auch in den USA. «Noch ist aber nichts spruchreif», betont er.

Maxon Motor wächst nicht nur in der Produktion. Der grösste Arbeitgeber Obwaldens stösst auch in neue Geschäftsbereiche vor. Vielversprechend seien Projekte in der Landwirtschaft. «Für die Kultivierung der Agrarflächen werden immer mehr Roboter eingesetzt», so Elmiger. Als Antrieb dafür sind die Motoren von Maxon prädestiniert.

Drohnen-Motor in der Pipeline

Ganz neu arbeitet Maxon an einem Motor für Drohnen. «Wir entwickeln einen Standard-Drohnenmotor, der bis zu 15 Prozent mehr Leistung bringt als gängige Modelle, gleichzeitig aber leichter und effizienter ist», sagt er. Zudem biete Maxon Lösungen rund um den Antrieb an, etwa das Batterie-Management-System (BMS). Die Drohnenmotoren seien jedoch nicht für Spielzeugdrohnen, sondern für High-End-Drohnen, die beispielsweise Pakete transportieren, geeignet.

Eine Visualisierung einer Drohne mit den Einsatzmöglichkeiten von Maxon-Motoren und -Steuerungen. (Visualisierung: PD)

Eine Visualisierung einer Drohne mit den Einsatzmöglichkeiten von Maxon-Motoren und -Steuerungen. (Visualisierung: PD)

Das Interesse an den Motoren sei gross, sagt Elmiger. Hier spüre Maxon, dass die Schweiz bei der Entwicklung der Fluggeräte in der ersten Liga spiele. Nach Angaben des Bundes sind über 80 Unternehmen mit über 2500 Arbeitsplätzen in der digitalen Luftfahrt tätig. Schweizer Drohnen sind in unterschiedlichsten Bereichen im Einsatz, von der öffentlichen Sicherheit über Landwirtschaft bis hin zu humanitärer Hilfe in Krisenregionen. «Das Fliegen von Drohnen ist in der Schweiz noch relativ liberal, das wird von ausländischen Herstellern, mit denen wir zusammenarbeiten, gelobt», sagt Elmiger.

Maxon-Mann mit Arbeitsplatz an der ETH Lausanne

Ganz vorne in der Drohnenforschung spielen die ETH Zürich und die EPFL in Lausanne mit. Deren Forscher können in den Bereichen Robotik, Elektronik, Softwareentwicklungen und Aerodynamik mit der Weltspitze mithalten. Davon kann die Industrie in hohem Masse profitieren. In der Umgebung von Lausanne beispielsweise haben sich zahlreiche Unternehmen aus der Branche niedergelassen.

Davon will sich auch Maxon Motor eine Scheibe abschneiden. Vor kurzem wurde das Maxon Innovations Lab an der EPFL Lausanne eröffnet. Seither hat ein Maxon-Angestellter seinen Arbeitsplatz fix an der Hochschule in Lausanne. Das Lab soll Studierenden als Trainingsplattform zur Verfügung stehen. Maxon Motor verspricht sich vom Labor einen regen Austausch mit Technologie-Spezialisten sowie einen verstärkten Zugang zur aktuellen Forschung.

Umsatzentwicklung Maxon Motor

in Millionen Franken
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