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MEDIEN: Möge die Macht mit dir sein, Bob Iger

Der Disney-Konzern passt sich dem neuen Medienumfeld an und übernimmt fast den gesamten Konkurrenten 21st Century Fox. Damit will Disney-CEO Bob Iger den Unterhaltungsriesen neu aufstellen.
Renzo Ruf, Washington
Disney-CEO Bob Iger (links) und Medienmogul Rupert Murdoch auf einem undatierten Bild. (Bild: Disney)

Disney-CEO Bob Iger (links) und Medienmogul Rupert Murdoch auf einem undatierten Bild. (Bild: Disney)

Renzo Ruf, Washington

Bob Iger bleibt seinem Arbeitgeber erhalten. Als der Walt-Disney-Konzern gestern die fast vollständige Übernahme des Konkurrenten 21st Century Fox ankündigte, wurde – mehr oder weniger beiläufig – auch eine Vertragsverlängerung mit dem langjährigen Disney-Konzernchef publik, der auch den Verwaltungsrat präsidiert. Demnach soll Iger, auf seinem Posten seit 2005, noch bis mindestens Ende des Jahres 2021 an der Spitze des Unternehmens stehen. Mit dieser Ankündigung zerstreute der 66-Jährige die hartnäckigen Gerüchte, er liebäugle mit einem Einstieg in die hohe Politik und wolle vielleicht in zwei Jahren für die Demokratische Partei in die Schlacht um das amerikanische Präsidentenamt steigen.

Zum anderen verdeutlicht diese Vertragsverlängerung auch, wie komplex der Integrationsprozess ist, vor dem die beiden Unterhaltungskonzerne stehen – in einer schriftlichen Stellungnahme deutete Orin Smith, der Sprecher der ungebundenen Mitglieder des Disney-Verwaltungsrates, an, dass nur Iger die Fähigkeiten besitze, die Trans­aktion erfolgreich über die Bühne zu bringen. Dazu benötige er aber mehr Zeit.

In der Tat wird die Übernahme einiges Fingerspitzengefühl erfordern. In einem ersten Schritt muss sich nämlich 21st Century Fox – die Firma gehört zum Medienimperium von Rupert Murdoch und wurde erst 2013 ins Leben gerufen – aufspalten. Disney will bloss diejenigen Teile übernehmen, die zum Konzern passen, darunter das legendäre Filmstudio 20th Century Fox («Avatar» und «Deadpool») und diverse Fernsehproduktionsstätten, die für Gassenhauer wie «Die Simpsons» oder «Modern Family» verantwortlich zeichnen. Zudem geht der Bezahlsender Sky vollständig in den Besitz von Disney über, nachdem die geplante Komplett-Übernahme durch Murdoch gerade in Grossbritannien auf politische Widerstände gestossen war. (Sky ist über die deutsche Tochterfirma und lokale Kooperationen auch in der Schweiz präsent.)

Und schliesslich wird Disney künftig Mehrheitsbesitzer von Hulu sein, einem Online-Portal, über das traditionelle Hollywood-Studios ihre Inhalte verbreiten. Hulu ist ein wichtiger Pfeiler der Strategie, die Disney in den ­Augen von Bob Iger das längerfristige Überleben sichern wird – dank dem Netflix-Konkurrenten kann der Konzern seine Produkte direkt ans Publikum vermarkten. Damit trägt Disney dem Strukturwandel Rechnung, weg vom traditionellen amerikanischen Kabelfernseh-Geschäft, das über hohe Monatsgebühren finanziert wird, hin zu mehr Auswahlfreiheit für die Konsumenten.

Murdochs behalten Fox-Sender

Zwei Filetstücke von 21st Century Fox bleiben nach der Übernahme durch Disney im Besitz von Murdoch. So behält die Familie des australisch-amerikanischen Medienbarons den Nachrichtensender «Fox News Channel», das Wirtschaftsprogramm «Fox Business Network», den Unterhaltungssender «FOX» und diverse Sportkanäle. Die Murdochs sind zudem Besitzer des Medienunternehmens News Corp., unter dessen Dach diverse Zeitungen («Wall Street Journal»), der Buchverlag HarperCollins und Finanzdienstleister operieren. Unter dem Strich bezahlt Disney für die Übernahme 52,4 Milliarden Dollar in Aktien. Hinzu kommen 13,7 Milliarden Dollar an Fox-Schulden, für die der Disney-Konzern künftig geradestehen wird.

Am Ende der komplexen Aktien-Transaktion würden die heutigen Disney-Aktionäre 75 Prozent der neuen Firma besitzen, während die Anteilseigner von 21st Century Fox künftig 25 Prozent der Aktien kontrollierten, gab Disney bekannt. Disneys ­Jahresumsatz beläuft sich auf 55,1 Milliarden Dollar, während 21st Century Fox im vorigen Jahr 27,3 Milliarden Dollar erwirtschaftete. Konzernchef Iger zeigte sich zuversichtlich, dass die Aufsichtsbehörden die Verschmelzung der beiden Firmen genehmigen würden.

Und weil er noch lange nicht die Absicht hat, in den Ruhestand zu treten, beendete der Disney-Konzernchef gestern eine Telefonkonferenz mit Investoren mit einem Werbespruch für den neusten «Star-Wars»-Film («Die letzten Jedi»), der gleichentags weltweit anlief. Dann verabschiedete sich Bob Iger mit dem obligaten Jedi-Spruch «May the force be with you», Möge die Macht mit dir sein!

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