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Mehr als nur Schwarzgeld

Redaktor Balz Bruppacher zur Zinsbesteuerung.
Balz Bruppacher
Balz Bruppacher (Bild: Corinne Glanzmann / LZ)

Balz Bruppacher (Bild: Corinne Glanzmann / LZ)

Seit dem Wegfall des Bankgeheimnisses für ausländische Kunden steht der Finanzplatz unter Druck. Schätzungen von Beratungsfirmen und Wissenschaftern über das Ausmass der abgezogenen Gelder gehen bis zu 850 Milliarden Franken. Die verfügbaren Statistiken zeichnen ein weniger dramatisches Bild. So sind die Wertschriftenbestände ausländischer Inhaber von Kundendepots der Schweizer Banken laut Nationalbank seit dem Höchststand vom Oktober 2007 um 247 Milliarden auf 2968 Milliarden Franken gesunken. Allerdings berücksichtigt diese Statistik den Effekt von Börsen- und Wechselkursveränderungen nicht.

Dass die ausländischen Kundengelder nicht nur eine Richtung kennen, macht die Statistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung über die Umsetzung des Zinsbesteuerungsabkommens mit der EU deutlich. Zwar ist die Aussagekraft auch dieser Daten beschränkt, erfasste das nun ausgelaufene Abkommen doch nur einen Teil der Zinserträge und war für reiche Privatpersonen relativ einfach zu umgehen. Die jüngsten Zahlen zu Italien zeigen aber, dass das Verhalten der Kunden nicht nur durch die Weissgeldstrategie beeinflusst wird. Viele italienische Kunden liessen ihr Erspartes auf hiesigen Banken, nachdem sie mit dem Fiskus in Rom ins Reine gekommen waren. Die Vermutung liegt nahe, dass andere Vorteile, wie die politische Stabilität, dazu beitrugen, dass sie der Schweiz nicht den Rücken kehrten.

Fazit: Die Schweiz hat durchaus noch Stärken, die dem Finanzplatz auch im Ausland Vorteile verschaffen. Sie auszunützen, bedarf grosser Anstrengungen seitens der Banken. Niemand sollte aber dem Ende des Bankgeheimnisses nachtrauern.

Balz Bruppacher

balz.bruppacher@luzernerzeitung.ch

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