UBS
Mehr Cash für UBS-Banker: Boni steigen trotz Verlust

Die UBS tut alles, um ihre Vermögensverwalter zu halten. Cash statt Aktien, ein Mitarbeiter-Bindungsprogramm und höhere Boni sollen dafür sorgen, dass der UBS die besten Mitarbeiter nicht mehr davonlaufen.

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Das UBS-Logo an einer Filiale in New York

Das UBS-Logo an einer Filiale in New York

Keystone

«1000 Kundenberater werden wir bis Ende dieses Jahres verloren haben, bei 40 Prozent bedauern wir den Weggang», sagte Jürg Zeltner, Chef der UBS Vermögensverwaltung.

Das soll sich nun mit den beschlossenen Verbesserungen für die Mitarbeiter ändern. Zeltner hat dafür einen neuen Begriff erfunden: «Positiv net new client advisers». Für die Betroffenen heisst das trotz Milliarden-Verlust: «UBS: Unser Bonus ist sicher».

Hintergrund der Aktion sind die mit dem Abgang von wichtigen Kundenberatern verbundenen Milliardenabflüsse in der Vermögensverwaltung seit einem Jahr. Zeltner spricht von einer «Plage», die erst in der zweiten Hälfte 2010 vorüber sein werde. Das alles wird getan, um Gegensteuer zu geben: Als erste Massnahme wurde der Bonus erhöht. Zeltner: «Wir haben höhere Rückstellungen für Boni gemacht, um unsere Mitarbeiter wieder wettbewerbskonform zu bezahlen.»

Zweitens ändert die UBS ihr Bonussystem für die «unteren» Lohnkategorien der Bank. Neu gibt es, ausser für die Spitzenlöhne, Cash statt Aktien. Konkret heisst dies, statt wie bisher ab einem Bonus von 150 000 Franken wird künftig der Bonus erst ab 250 000 Franken teilweise in Aktien ausbezahlt. Früher war es zudem so, dass die Aktien während mehrerer Jahre gesperrt waren. Das ist beim Cash bis 250 000 Franken nicht mehr so.

Da teilweise auch die Fixlöhne erhöht wurden und in der Vergangenheit im Schnitt 50 Prozent der Löhne der UBS-Mitarbeiter fix waren, bekommen die Angestellten, die weniger als 600 000 Franken verdienen, künftig ihren Bonus bar auf die Hand.

Das scheint eine Abkehr auf breiter Front vom erst letztes Jahr angekündigten Bonus-Malus-System zu sein. UBS-Sprecherin Evelin Müller widerspricht: «Es ist davon auszugehen, dass sich im Total der Aktienanteil gegenüber dem Cashanteil nicht verändern wird. Der Unterschied ist, dass künftig höher bezahlte Mitarbeiter einen grösseren Anteil des Bonus in gesperrten Aktien beziehen.»

Als dritten Punkt gibt es ein so genanntes Retention-Programm, das heisst spezielle zusätzliche Leistungen, die nur dann gewährt werden, wenn die Mitarbeiter längerfristig beim Konzern bleiben. Unter den Mitarbeitern gilt dieses Programm inzwischen als Massstab dafür, ob man im Konzern noch erwünscht sei.