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Mehr Nachtruhe, dafür massiv weniger Flüge am Flughafen Zürich?

Der Flughafen Zürich warnt vor drastischen Folgen, sollten die Start- und Landezeiten beschnitten werden. Doch es gibt Widersprüche.
Benjamin Weinmann
Am Flughafen Zürich sollen die spätesten An- und Abflüge künftig einige Minuten früher stattfinden. (Christian Beutler/Keystone)

Am Flughafen Zürich sollen die spätesten An- und Abflüge künftig einige Minuten früher stattfinden. (Christian Beutler/Keystone)

Erst kürzlich sorgte die Swiss mit ihrer Drohung für Aufregung: Sollten die Rahmenbedingungen in Zürich weiter verschlechtert werden, drohe ein massiver Abbau des Flugangebots (CH Media berichtete). Nun schlägt der Flughafen Zürich in die gleiche Kerbe. Anlass dafür ist eine Studie, die der Flughafen im Auftrag des Bundesamtes für Zivilluftfahrt erstellen musste. Der Bund wollte wissen, welche betrieblichen, wirtschaftlichen und lärmtechnischen Folgen eine Vorverlegung der letzten Slots am Abend hätte. Heute landen die letzten Flugzeuge in Zürich um 22.55 und starten um 22.45 Uhr. Der Bund fasst für beides 22.30 Uhr ins Auge.

Der Flughafen Zürich engagierte das deutsche Beratungsunternehmen Intraplan. Gestützt auf dessen Studie, die den Sommerflugplan 2018 analysierte, kommt der Flughafen zum Schluss, dass eine Verschärfung der schon strengen Nachtruhe zu einem massiven Abbau von Flügen führen würde. Dies kommunizierte Flughafen-Operationschef Stefan Tschudin am Mittwoch an einem Gespräch mit Journalisten. «Eine Vorverlegung wäre unverhältnismässig.»

Swiss und Edelweiss als Opfer

Betroffen wären insbesondere die Hub-Airline Swiss und ihre Schwester-Airline Edelweiss, da diese auf Umsteigepassagiere angewiesen seien, die bei einer Vorverlegung fehlen würden. Laut Tschudin würden 8 Prozent der heutigen Interkontinentalflüge wegfallen wie zum Beispiel São Paulo, Hongkong, Singapur oder Johannesburg sowie 2,5 Prozent der Europaflüge. Nach Südamerika gäbe es gar keine Direktflüge mehr. Für Edelweiss würde dies einen jährlichen Verlust von 2,1 Millionen Passagieren und 1 Milliarde Franken an Umsatz bedeuten. Billigairlines wären kaum betroffen.

«Ein solcher Abbau könnte schlimmstenfalls zu einem Kippeffekt bei der Swiss führen, bei dem sie das gesamte Drehkreuz Zürich infrage stellt», sagt Tschudin. «Die Lufthansa könnte jederzeit Flüge von Zürich nach München verlagern.» Allerdings muss der Flughafen-Manager einräumen, dass der Wegfall zumindest teilweise durch andere Airlines kompensiert werden dürfte. So gebe es Interesse von südamerikanischen Airlines für Direktflüge – notabene zwischen 22 und 22.20 Uhr.

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