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Mehr Sicherheit bei Krypto-Finanzierungen

Mit Initial Coin Offerings beschaffen sich Krypto-Firmen Kapital. Doch die Finanzierungsform ist umstritten. Nun zeichnet sich eine Alternative ab.
Maurizio Minetti
Der Börsenbetreiber SIX will Geld mittels Security Token Offering (STO) aufnehmen. (Bild: Christian Beutler/Keystone, Zürich, 10. Januar 2018)

Der Börsenbetreiber SIX will Geld mittels Security Token Offering (STO) aufnehmen. (Bild: Christian Beutler/Keystone, Zürich, 10. Januar 2018)

Der Hype ging vor ungefähr zwei Jahren los: Jungunternehmen aus dem Krypto-Umfeld begannen, sich mittels Initial Coin Offerings (ICO) Geld zu beschaffen. Mit dieser Finanzierungsform nehmen Firmen etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether entgegen und geben im Gegenzug sogenannte Utility Tokens heraus, die dem Investor sozusagen als Gutschein dienen. Eines der Probleme mit ICOs ist, dass diese Tokens an keinerlei Sicherheiten gebunden sind. Investoren erhalten bei ICOs nur das Recht, einen zukünftigen Service oder ein Produkt zu nutzen. Entsprechend vage sind die Renditeversprechen. Letztes Jahr warnten weltweit mehrere Aufsichtsbehörden vor dem spekulativen Charakter dieser Finanzierungsform. Auslöser waren diverse betrügerische ICOs.

Nach dem Boomjahr 2017 ist ab Mitte 2018 die Zahl der ICOs weltweit radikal zurückgegangen. Das zeigt die am Freitag veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens PwC in Zusammenarbeit mit der Crypto Valley Association in Zug. Die Abnahme sei einerseits auf den sogenannten «Kryptowinter» zurückzuführen, heisst es in der Studie. Damit ist der jüngste Wertzerfall der Kryptowährungen gemeint.

Der zweite Grund ist die neuere Finanzierungsform namens Security Token Offering (STO). Im Gegensatz zu einem ICO erwerben Investoren bei einem STO einen Vermögenswert. Security Tokens sind in der Regel direkt an Gewinn- oder Umsatzversprechen gekoppelt und lassen sich deshalb eher mit Wertpapieren vergleichen. Solche Anlage-Token seien wie eine Aktie, Obligation oder ein derivatives Finanzinstrument zu werten, hielt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma vor einem Jahr in ihrer Wegleitung fest. Firmen, die sich mittels STO Kapital beschaffen, müssen eine Prospektpflicht abklären und gegebenenfalls einhalten. In anderen Worten: STOs sind besser reguliert als ICOs. Derzeit ist laut PwC der globale Trend erkennbar, dass bestehende Wertschriften-Regulierungen als Basis für ein STO-Regelwerk verwendet werden. Dies reduziere die grenzüberschreitende Komplexität.

Anteile an Luxusautos oder Immobilien kaufen

Laut der PwC-Studie gab es 2017 weltweit erst zwei STOs mit einem Gesamtvolumen von 22 Millionen US-Dollar. 2018 waren es bereits 28 mit einem Volumen von 442 Millionen Dollar. Vorreiter sind Zuger Projekte wie Lykke oder Alethena. Auch der Börsenbetreiber SIX will in der zweiten Jahreshälfte Geld mit einem STO sammeln. Hintergrund ist die Lancierung einer Blockchain-basierten Börsenplattform.

Wie aus dem Umfeld des Crypto Valley in Zug zu erfahren ist, sind derzeit viele weitere STOs in Planung. Investoren werden damit in der Lage sein, zum Beispiel Anteile an einem seltenen Ferrari zu kaufen oder an einer Immobilie. Zwar sind auch bei STOs Renditen nicht garantiert, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Investoren damit betrogen werden, sinkt deutlich. Ausserdem werden die Renditeversprechen realistischer: Bei ICOs wurden zum Teil Gewinne in schwindelerregender Höhe angepriesen, bei STOs richtet sich die Renditeerwartung nach dem zu Grunde liegenden Vermögenswert.

Der ICO/STO-Report von PwC wird am Freitagabend in Zug präsentiert. Weitere Informationen gibt es hier.

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