«Illegale Bergleute» – mindestens 19 Tote in Glencore-Bergwerk im Kongo

Bis zu 2000 Arbeiter betreten nach Angaben des Baarer Rohstoffkonzerns täglich unbefugt Minengebiete.

Livio Brandenberg
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Arbeiter in der KOV-Kupfer- und Kobaltmine der Glencore-Tochter Katanga im Südosten der Demokratischen Republik Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg, 1. August 2012)

Arbeiter in der KOV-Kupfer- und Kobaltmine der Glencore-Tochter Katanga im Südosten der Demokratischen Republik Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg, 1. August 2012)

In einem Bergwerk des Rohstoffkonzerns Glencore im Kongo ist es am Donnerstag zu einem Unglück gekommen. Dabei haben nach Angaben des Baarer Unternehmens 19 Menschen ihr Leben verloren, weitere bisher unbestätigte Tote könnten nicht ausgeschlossen werden, schrieb Glencore in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Unglück ereignete sich demnach auf dem Gelände des Kamoto-Oliveira-Virgule-Tagebau-Bergwerks der Kamoto Copper Company (KCC), einer Glencore-Tochterfirma. Bei den Opfern handle es sich um illegale Bergleute, die in Handarbeit an einem Hang oberhalb des Abbaugebiets in Stollen nach Mineralien gegrabt hätten. Zwei dieser Stollen seien eingestürzt, so Glencore weiter. Die Unfälle hätten keinen Bezug zu den operativen Arbeiten der Mine.

KCC arbeite derzeit an der Suche und Rettung von weiteren möglichen Opfern. Es gebe seit einiger Zeit einen starken Zuzug von illegalen Arbeitern, die im gesamten Abbaugebiet Kolwezi der Mine tätig seien, hiess es weiter. Täglich würden durchschnittlich rund 2000 Arbeiter unbefugt die Minengebiete von KCC betreten. Kamoto ist ein Ort im Kupfergürtel im Südosten der Demokratischen Republik Kongo.

Die Glencore-Aktien büssten am Donnerstag an der Londoner Börse deutlich ein, sie verloren knapp 4,9 Prozent und schlossen bei knapp 264 britischen Pence.

Glencore beklagt im Jahr 2018 mehr Todesfälle

Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht weist der Rohstoffkonzern Glencore aus, wie viele Mitarbeiter in den Minen ihr Leben verloren. Diese Zahl nahm 2018 zu. Bei den CO2-Emissionen zeigt sich ein geteiltes Bild.
Livio Brandenberg