Cyberattacke belastet das Jahresergebnis von Meier Tobler

Das Gebäudetechnikunternehmen mit Hauptsitz in Egolzwil hat 2019 einen geringeren Umsatz verbucht. Die Cyberattacke belastete auch den Gewinn.

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Meier Tobler-CEO Martin Kaufmann an der letztjährigen Bilanzmedienkonferenz. Auf 1. September 2020 gibt er seine Stelle ab.

Meier Tobler-CEO Martin Kaufmann an der letztjährigen Bilanzmedienkonferenz. Auf 1. September 2020 gibt er seine Stelle ab. 

Alexandra Wey / KEYSTONE

(sda) Das Gebäudetechnikunternehmen Meier Tobler erzielte 2019 mit dem fortgeführten Geschäft einen Nettoumsatz von 496,1 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 5,3 Prozent, wie das in Egolzwil ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Bereits ausgeklammert ist der per Ende Juni verkaufte Geschäftsbereich Keramikland.

Die Cyberattacke vom Juli 2019 habe deutliche Auswirkungen auf den Umsatz und den Gewinn gehabt, teilte Meier Tobler mit und bezifferte den damit verbundenen Umsatzverlust auf rund 5 Millionen Franken. Obschon die vorbereiteten Notfallprozedere gegriffen hätten, habe sich ein Unterbruch bei den Auslieferungen nicht verhindern lassen. Ein zusätzlicher Umsatzverlust in ähnlicher Grössenordnung habe später im Wärmeerzeugungsgeschäft aufgrund mangelnder Verfügbarkeit der Informatiksysteme resultiert.

Auch Gewinn von Cyberangriff belastet

Auf operativer Ebene entwickelte sich das Handelsgeschäft stabil, in der Wärmeerzeugung gab es hingegen einen «deutlichen Rückschlag». Der Fokus auf das Wärmeerzeugungsgeschäft sei als Folge der fusionsbedingten Verbreiterung der Produktpalette teilweise verloren gegangen.

Auch beim Gewinn hinterliess der Cyberangriff Spuren. Der operative Gewinn (Ebitda) ging um 6,7 Prozent auf 27,4 Millionen zurück. Auf Stufe Reinergebnis ergab sich ein Plus von 3,4 Millionen Franken, nach einem Verlust von 9,2 Millionen im 2018. Hier sind allerdings noch gut 2 Millionen aus dem verkauften Bereich Keramikland enthalten, der vergleichbare Reingewinn aus dem fortgeführten Geschäft lag bei 1,3 Millionen Franken. Die direkten Sonderkosten zur Bewältigung der Attacke haben das Jahresergebnis um 1 Million Franken belastet. So wurde der Schutz vor künftigen Angriffen verstärkt und der Neuaufbau der IT eingeleitet. Wie geplant, soll es auch in diesem Jahr keine Dividende für die Aktionäre geben. Das Unternehmen hatte bereits im Sommer 2018 wissen lassen, dass wegen der schwierigen Geschäftslage für die Jahre 2018 und 2019 auf eine Ausschüttung verzichtet werde.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 zeigt sich Meier Tobler zurückhaltend. Aus heutiger Sicht könne man nicht prognostizieren, wann der negative Umsatztrend in der Wärmeerzeugung gestoppt werde. Deshalb könnte der Umsatz auch im laufenden Jahr leicht zurückgehen. Und aufgrund von Spätfolgen der Cyberattacke sowie Investitionen in den Turnaround der Wärmeerzeugung sei auch auf Ertragsseite nicht mit einer deutlichen Verbesserung zu rechnen.

Weiter gibt das Unternehmen einen Wechsel auf dem Chefposten bekannt. Der bisherige CEO von Meier Tobler Martin Kaufmann wolle nach zwölfjähriger Tätigkeit eine neue Herausforderung ausserhalb des Unternehmens annehmen. Ab 1. September 2020 werde er deshalb durch Roger Basler ersetzt, den CEO der Franke Water Systems AG.