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Mercedes-Händler Merbag findet Käufer für Zentralschweizer Filialen

Die deutsche Lueg-Gruppe übernimmt die Zentralschweizer Filialen des Mercedes-Händlers Merbag mit 200 Mitarbeitern. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.
Maurizio Minetti
Blick auf die Merbag-Filiale an der Spitalstrasse in Luzern. (Bild: PD)

Blick auf die Merbag-Filiale an der Spitalstrasse in Luzern. (Bild: PD)

Der schweizweit grösste Mercedes-Händler Merbag hat einen Käufer für seine Zentralschweizer Standorte gefunden. Erst vor drei Monaten hatte der Grosshändler aus Schlieren die Absicht bekannt gemacht, die sechs Filialen in Luzern, Kriens, Littau, Emmenbrücke, Sursee und Ennetbürgen verkaufen zu wollen. Nun ist klar, wer zum Zug kommt: Es ist das deutsche Familienunternehmen Lueg, das bislang nicht in der Schweiz tätig war, aber zu den Schwergewichten in der Branche gehört.

Die rund 200 Merbag-Angestellten an den sechs Zentralschweizer Standorten sind am Montagmorgen über den Verkauf informiert worden. Der Verkauf umfasst die Geschäftsbetriebe inklusive sämtlicher bestehender Arbeitsverträge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heisst es in einer Mitteilung. Merbag behält vorerst einen Minderheitsanteil. Ein Sprecher wollte auf Anfrage keine Angaben zum Verkaufspreis machen. Ebenfalls nicht bekannt ist, welche anderen potenziellen Käufer Interesse an der Übernahme der sechs Filialen angemeldet hatten. In Bezug auf die mögliche Käuferschaft hatte Merbag-COO Herbert Dali im Juni gesagt, es sei «wahrscheinlich, dass ein Käufer aus dem Ausland in die Schweiz eintritt».

140 Millionen Franken Umsatz

Wie die deutsche «Automobilwoche» unter Berufung auf Lueg-Chef Jürgen Tauscher schreibt, liegt das Umsatzvolumen der übernommenen sechs Betriebe bei rund 140 Millionen Franken. Merbag selbst wollte diese Zahl nicht kommentieren.

Für die Bochumer Autohandelsgruppe ist es das erste Auslandsengagement in der über 150-jährigen Firmengeschichte. Laut der «Automobilwoche» war Lueg mit einem Umsatz von 916 Millionen Euro im vergangenen Jahr die Nummer acht im deutschen Autohandel. Nun erreiche das deutsche Unternehmen voraussichtlich die Umsatzmilliardäre. Die Lueg-Gruppe umfasst insgesamt 12 Gesellschaften mit mehr als 30 Standorten und beschäftigt rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Merbag war zu dominant geworden

Lueg ist heute einer der grössten Vertriebs- und Servicepartner der Daimler AG in Stuttgart. Es war die Mercedes-Muttergesellschaft, die laut Merbag den nun abgeschlossenen Verkauf der Zentralschweizer Standorte forciert hat: «Die Entscheidung fiel auf Wunsch der Daimler AG, welche erwartet, dass der Schweizer Markt durch die Präsenz weiterer Anbieter ein diversifizierteres Profil erhält», erklärte Merbag-COO Dali im Juni.

Merbag sei in den letzten Jahren stark gewachsen. «Für Mercedes sind wir in der Schweiz mittlerweile zu dominant geworden», sagte Dali damals. Er betonte, dass der Teilverkauf der Firmengruppe aus einer Position der Stärke geschehe: Die sechs Filialen seien erfolgreich unterwegs. Auf die Frage, warum Daimler ausgerechnet die Zentralschweizer Filialen abgestossen sehen wolle, sagte Dali: «Die Zentralschweiz ist geografisch gesehen ein klar abgeschlossenes Gebiet, das für einen Verkauf prädestiniert ist.»

Merbag will sich nun auf die Internationalisierung fokussieren. Die Firmengruppe hat vor zwei Jahren nach Italien expandiert und ist auch in Luxemburg tätig. Im Ausland beschäftigt Merbag nun 800 Personen. Insgesamt (ohne Zentralschweiz) sind es über 2000 Angestellte.

Der Firmenname Merbag steht für Mercedes-Benz Automobil AG. Der Stuttgarter Autohersteller besitzt aber entgegen der weit verbreiteten Annahme keine Anteile am eigenständigen Unternehmen, das der Zürcher Familie Stüber gehört. Anfang Juli hat Karin Stüber das Verwaltungsratspräsidium von ihrem Vater Peter übernommen.

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