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V-Zug soll eigenständig werden

Das Geschäft mit den V-Zug-Haushaltsgeräten soll an die Börse. Dies prüft der Mutterkonzern Metall Zug. Die Kotierung könnte bereits 2020 erfolgen.
Raphael Bühlmann
Blick in die Backofen-Produktion von V-Zug in Zug. Bild: Gaetan Bally/Keystone (2. November 2017)

Blick in die Backofen-Produktion von V-Zug in Zug. Bild: Gaetan Bally/Keystone (2. November 2017)

Metall Zug bleibt im Umbruch. Anfang Jahr hat die Gruppe das Belimed-Geschäft mit der Pharmaindustrie in einen eigenen Geschäftsbereich abgespaltet. Nach dieser Restrukturierung stellte das Unternehmen am Donnerstag eine Auslagerung des Geschäfts mit Haushaltgeräten in Aussicht. An der Bilanzmedienkonferenz in Zug sagte Verwaltungsratspräsident Heinz M. Buhofer, dass die Sparte die dafür notwendige Grösse erreicht habe. V-Zug trägt heute die Hälfte zum Gruppenumsatz bei (siehe Tabelle unten).

Eine Kotierung solle nun genauer geprüft und gegebenenfalls Mitte 2020 vollzogen werden. Metall Zug fiele dabei die Rolle eines strategischen Ankeraktionärs zu, die Mehrheit der Aktien soll den bestehenden Aktionären zugeteilt werden. Denkbar sei, dass Metall Zug zusammen mit den Mitgliedern der Familie Buhofer weniger als 50 Prozent halten könnte, sagte der Präsident. Details sollen in den nächsten Monaten erarbeitet werden.

Geschäftsleitung wird verkleinert

Bereits Anfang Juni soll dazu die Geschäftsleitung der Metall Zug verkleinert werden. Dirk Hoffmann (V-Zug) und Christoph Schüpbach (Wire Processing) scheiden aus der Geschäftsleitung aus und konzentrieren sich auf die Leitung der von ihnen geführten Geschäftsbereiche. Verschiedene Kompetenzen sollen an die Verwaltungsräte verschoben werden. So besteht die Geschäftsleitung der Metall Zug AG ab 1. Juni aus dem CEO Jürg Werner und dem Finanzchef Daniel Keist.

In den am Donnerstag veröffentlichten Geschäftszahlen von Metall Zug schlägt sich vor allem die Beteiligung an Haag-Streit nieder. Metall Zug hat per 1. März 2018 70 Prozent des Medizinaltechnikers übernommen, der bei Metall Zug neu die Sparte Medical Devices bildet. Der Bereich erzielte vom 1. März bis 31. Dezember 2018 einen Bruttoerlös von 182,3 Millionen Franken und ein Betriebsergebnis auf Stufe Ebit von 21,6 Millionen. Der Gruppenumsatz stieg vor allem dank der Akquisition um gut 25 Prozent auf knapp 1,20 Milliarden Franken. Teils negativ ausgewirkt hätten sich Währungseffekte sowie Schwierigkeiten bei der Implementierung des neuen Warenbewirtschaftungssystems von SAP.

Dabei sei Letztere noch nicht abgeschlossen. Metall Zug rechnet auch für das laufende Jahr mit anhaltend hohen IT-Kosten. Operativ bestünden zudem weiterhin viele Unsicherheiten. Man rechnet mit leicht stagnierenden Aufträgen. «Wer Agilität will, muss auch Ausrutscher in Kauf nehmen», sagte Buhofer am Donnerstag dazu. Als «herausfordernd» bezeichnet die Metall-Zug-Geschäftsleitung ebenfalls den Ausbau der Kühlschrankfabrik in Sulgen im Kanton Thurgau sowie die Bauarbeiten in Zug. Wobei der Ausbau in der Ostschweiz durch einen Neubau neben der Belimed erfolgt, Spatenstich war Mitte Dezember des letzten Jahres. 2020 soll der Bau fertig sein. Dann übersiedelt die V-Zug Kühltechnik AG vom alten Werk in Arbon, wo sie eingemietet ist, nach Sulgen. Der Einbau und die Montage der zwei je 1000 Tonnen schweren Metallpressen sei für sich allein ein Grossprojekt, sagte CEO Jürg Werner am Donnerstag.

Eine solche Industriefertigung inmitten einer Schweizer Stadt hochzuziehen, sei einerseits schlicht eine technische Meisterleistung und andererseits auch ein Bekenntnis zum Standort Zug. Die erste Etappe des Baus sei in vollem Gange. Noch in diesem Jahr sollen die Pressen eingebaut werden. Die Investition soll die Produktionskapazität in Zug verdoppeln. Mit dem Technologiecluster Zug soll auf dem Areal zudem eine technologisch geprägte «Smart City» entstehen, welche auch Drittnutzern zur Verfügung stehen wird.

Aktienkurs trotzt enttäuschten Analysten

Unter dem Strich stieg das Gesamtergebnis auf Stufe Ebit ebenfalls dank der akquirierten Geschäfte um 69 Prozent auf 89,3 Millionen Franken. Ohne die Zukäufe sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 14,5 Prozent auf 63,1 Millionen Franken.

Dennoch schlägt der Verwaltungsrat eine unveränderte Dividende von 70 Franken je Aktie vor. Dies und die Auslagerungspläne von V-Zug scheinen den Anlegern zu gefallen. Auch wenn Metall Zug die Rendite-Erwartungen der Analysten im abgelaufenen Jahr nicht erreicht hat, schnellten die Aktie der Gruppe am Donnerstag bei Eröffnung um über 2 Prozent nach oben, wo sie auch verharrten.

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