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Microsoft will eine neue Generation von Spielkonsole auf den Markt bringen

Microsoft stellt eine neue Spielkonsole vor – verkauft wird sie ab Herbst. Damit sagt der Softwarekonzern den anderen Konsolen von Sony oder Nintendo den Kampf an.

Matthias Niklowitz
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Spielszenen auf Konsolen werden immer realitätsnaher. HO

Spielszenen auf Konsolen werden immer realitätsnaher. HO

«Eine neue Generation wird enthüllt.» Mit diesen vollmundigen Worten lädt Microsoft, der grösste Softwarehersteller der Welt, die Medien am Dienstagabend 19 Uhr Schweizer Zeit an den Hauptsitz im US-Bundesstaat Washington ein. Don Mattrick, der Chef der Spielkonsolesparte, wird eine neue Konsole vorstellen, wie Microsoft auf Anfrage bestätigte.

Zu den Features und dem genauen Verkaufsstart schweigt sich Microsoft noch aus. Eckdaten haben Experten bereits veröffentlicht. Sie stützen ihre Vermutungen zur neuen Konsole mit der möglichen Bezeichnung «Xbox 720» auf Stellenausschreibungen bei Microsoft: Profile für Grafikspezialisten und Hardwareexperten weisen auf eine PC-Architektur hin, die auf einem x86-Prozessor aufbaut. Lieferant der Chips soll AMD sein, der kleinere Rivale von Intel.

Alte Spiele nur noch online

Damit sind die Architektur und der Chiplieferant gleich wie bei der von Sony kürzlich vorgestellten Konsole Playstation 4. Und so stellt sich für die Fans der Microsoft-Box auch das gleiche Problem wie bei Sony: Die alten Spiele laufen nicht mehr auf der neuen Hardware. Sony verspricht, die alten Spiele als Online-Versionen zur Verfügung zu stellen. Diese Spiele funktionieren aber nur, wenn die Benutzer online sind. Von Microsoft erwartet man einen vergleichbaren Schritt, um die Fangemeinde nicht zu verprellen.

Die muss sich so oder so noch einige Monate gedulden. Denn Sony stellte Mitte April lediglich «den umfassendsten Produktestart, den es je für die Playstation gab», in Aussicht. Konkret wollen Sony und Microsoft zum nächsten Weihnachtsgeschäft bereit sein. Erste Details dürften beide Konzerne auf der grossen Computerspielmesse «E3», die im Juni in Los Angeles stattfinden wird, verraten.

Viel Zeit dürfen sich die drei führenden Konzerne – neben Microsoft und Sony zählt auch Nintendo dazu – nicht lassen. Denn einerseits sind viele Spieler auf Smartphones abgewandert. Diese bieten mit Online-Verbindungen und Bewegungssensoren bereits die Details, die in den Konsolen erst noch kommen. Und es geht mit der Firma Ouya ein Neueinsteiger mit einer 99-Dollar-Konsole am Start.

Diese ist nicht nur günstiger als die Modelle der Konkurrenten. Sie arbeitet als einzige auch mit dem Betriebssystem Android. Dieses hat bereits den weitaus grösseren Smartphone-Markt umgekrempelt.