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Mieten könnten weiter fallen: Mehr leere Wohnungen in der Region

Die Zahl der leer stehenden Wohnungen steigt in der Zentralschweiz nur leicht an. Die Vorzeichen für tiefere Mieten stehen gut.
Rainer Rickenbach
Wohnungen in der Luzerner Bürgenstrasse. Bild: Nadia Schärli

Wohnungen in der Luzerner Bürgenstrasse. Bild: Nadia Schärli

Institutionelle Investoren wie Pensionskassen, aber auch private Anleger haben schon seit Jahren grösste Mühe, ihr Geld halbwegs Gewinn bringend anzulegen. Darum fliessen nach wie vor jedes Jahr Milliarden von Franken in den Wohnungsbau.

Doch dieser Markt ist eigentlich in vielen Regionen der Schweiz gesättigt. Das seit ein paar Jahren wachsende Überangebot an Wohnungen wird jeweils deutlich, wenn der Bund bekannt gibt, wie viele Wohnungen am Stichtag des 1. Juni leer standen.

Leerwohnungsbestand steigt in Uri am stärksten

In diesem Jahr waren in der Schweiz am Stichtag 1,66 Prozent aller verfügbaren Einfa­milienhäuser, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen unbewohnt. Das sind über 75000 Wohnungen. In der Zentralschweiz liegt die Quote mit den leer stehenden Wohnungen mit 1,32 Prozent leicht unter dem Schweizer Durchschnitt (siehe Tabelle). Am schwierigsten haben es die Mietwohnungen, in dieser Wohnkategorie liegt die Leerstandsquote schweizweit bei rund 2,7 Prozent. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Drei- und Vierzimmerwohnungen.

«Es stehen zwar mehr Wohnungen leer als vor einem Jahr, doch die Steigerung fiel geringer aus als erwartet», sagt Robert Weinert vom Immobiliendienstleister Wüest Partner. Die leeren Wohnungen sind ungleich verteilt. «Die Zentralschweiz steht im schweizerischen Vergleich ordentlich da. Aber auch hier gilt die Faustregel: Je weiter von den nationalen und regionalen Zentren entfernt eine Wohnung ist, desto schwerer ist sie aktuell zu vermieten», sagt Weinert.

Besonders hoch ist die Leerstandsquote in Teilen Solothurns, des Aargaus, Thurgaus und Tessin. Im Kanton Luzern machen die Zahlen von «Luzern Statistik» die Aussagen von Weinert deutlich. Überdurchschnittlich viel Wohnraum ist in den Regionen des Unteren Wiggertals und um das Städtchen Willisau ungenutzt. In der Stadt Luzern standen 1,30 Prozent der Wohnungen leer, in der Agglomeration sogar weniger als 1 Prozent. Am stärksten in der Zentralschweiz stieg der Leerwohnungsbestand im Kanton Uri – und zwar um fast ein halbes Prozent auf 1,88 Prozent. «In Uri sank die Quote im Vorjahr überdurchschnittlich. Kommt hinzu, dass in kleinen Kantonen eine oder zwei fertig erstellte Überbauungen statistisch bereits stark ins Gewicht fallen», so Weinert.

Sinkt der Referenzzinssatz noch tiefer?

Ein Unikum auf der andern Seite der Skala bildet der teure Kanton Zug. Er verfügt mit einer Leerstandsquote von 0,42 Prozent noch vor den Regionen Zürich und Genfersee über den tiefsten Anteil freier Wohnungen. Weinert: «Die gute Lage zwischen Zürich und Luzern, die hohe Lebensqualität und die tiefen Steuern ziehen Gutverdienende an. Die Anzahl Leute, die sich in Zug Wohneigentum und Mietwohnungen leisten können, ist offensichtlich gross genug.»

Obwalden wies ebenfalls weniger als 1 Prozent leere Wohnungen aus, Schwyz und Nidwalden bewegen sich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Der Immobilienexperte von Wüest Partner erwartet eine anhaltend starke Wohnbautätigkeit in den nächsten ein bis zwei Jahren. An zentralen Lagen weichen mehr und mehr Altbauten neuen, verdichtet geplanten Überbauungen. «Die Zuwanderung aus den EU-Ländern könnte in diesem Jahr leicht ansteigen, doch das Angebot weitet sich trotzdem aus. Die Marktmieten sinken weiter.», so Wei­nert. «Für die Mieter ist das eine gute Nachricht».

Er hält es sogar für möglich, dass auch langjährige Mieter wieder in den Genuss von einer Mietsenkung kommen. Für bestehende Mietverhältnisse ist der Referenzzins massgebend, er liegt aktuell bei tiefen 1,5 Prozent. Vor einem Jahr deutete vieles auf eine Zinswende hin – inzwischen stehen aber die Vorzeichen auf noch tiefere Zinsen. Weinert: «Vor diesem Hintergrund ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Referenzzins im kommenden Frühling auf 1,25 Prozent sinkt. Dann könnten die Mieter eine weitere Mietzinssenkung geltend machen.»

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