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MIGROS: Abholmärkte ade

Der Grossverteiler steigt aus dem Cash & Carry-Geschäft wieder aus: CC Angehrn geht an die Westschweizer Firma Aligro.
Thomas Griesser Kym
Die Gemüse- und Früchteabteilung im Cash & Carry Angehrn. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Die Gemüse- und Früchteabteilung im Cash & Carry Angehrn. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Thomas Griesser Kym

«Eine optimale Lösung, um in der Schweiz langfristig wachsen zu können und erfolgreich zu bleiben» – mit diesen Worten feierten vor elf Jahren die Migros und Cash & Carry Angehrn (CCA) den Einstieg des Grossverteilers beim Abholgrosshändler mit Sitz in Gossau SG. Damals kaufte die Migros der Familie Angehrn 30 Prozent an CCA ab und stockte den Anteil 2012 auf 80 Prozent auf. Man träumte von besseren Einkaufskonditionen in der Beschaffung dank Grössenvorteilen.

Nun kommt es zu einer abrupten Kehrtwende: CCA wird zu 100 Prozent an die Firma Aligro verkauft. Diese betreibt den Abholgrosshandel des Westschweizer Grossisten Demaurex & Cie SA. Ali­gro übernimmt alle 360 Beschäftigten der CCA und führt deren neun Standorte in der Deutschschweiz, davon einer in Luzern, unter der Marke CCA Angehrn weiter. Geschäftsleiter bleibt Martin Angehrn.

Aligro mit 550 Mitarbeitenden hat selber fünf Abholgrossmärkte, davon vier in der Romandie und einen in Schlieren. Geografisch ergänzen sich CCA und Aligro. Zusammen rücken sie zudem näher an Marktführer Prodega, der via Transgourmet zu Coop gehört, und sie gewinnen Abstand zur Nummer drei im Abholgrosshandel, Top CC von Spar. In Abholmärkten kaufen Grossverbraucher ein wie Hotels, Restaurants, Kantinen, Heime, Dorf- und Quartierläden und so weiter. Das Geschäft ist hart, denn der Einkaufstourismus, das Ausbleiben von Feriengästen als Folge der Frankenstärke und die Alternative, sich von Grosshändlern beliefern zu lassen, machen den Abholmärkten zu schaffen.

Erneuerung und vielleicht mal Expansion

CCA jedenfalls ist vergangenes Jahr geschrumpft, wie dem Mi­gros-Geschäftsbericht 2016 zu entnehmen ist. Wie viel CCA umsetzt, will Simone Frei, Sprecherin der Migros-Grosshandelstochter Saviva, nicht sagen. 2006, als die Migros einstieg, waren es mit damals acht Abholmärkten und 300 Beschäftigten gut 350 Millionen Franken.

Die Migros-Tochter Saviva selber konzentriert sich im Grosshandel künftig auf die Belieferung, wo man marktführend sei. Dies mit den Firmen Scana, Lüchinger + Schmid, Apposito und Mérat. Die Synergien zwischen Belieferungsgrosshandel und Cash & Carry seien «kleiner als erwartet» gewesen, wird der Verkauf von CCA begründet. Dabei ist auch die Rede von «unterschiedlichen Kundenanforderungen» in diesen beiden Absatz­kanälen. Frei sagt, in der Belieferung spielten Dienstleistungen eine sehr wichtige Rolle, während im Cash & Carry-Geschäft die Marktbearbeitung mit beispielsweise wöchentlichen Aktionen stärker gewichtet werde.

Martin Angehrn stellt in einem Video auf der CCA-Website «die Erneuerung der CCA-Märkte» und für 2018 «Sortimentsergänzungen» in Aussicht. Konkretes lasse sich noch nicht sagen, sagt anstelle Angehrns Dominique Demaurex, dem zusammen mit seinem Bruder Etienne Aligro gehört. Ferner sagt Demaurex, zuerst wolle man die bestehenden Abholmärkte entwickeln. «Langfristig sehen wir Potenzial für neue Standorte.» Saviva-Sprecherin Frei sagt, die Belieferung von CCA mit Artikeln der Migros-Industriebetriebe solle beibehalten werden.

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