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Migros produziert in Dierikon Strom, Wärme und Kälte

Die Migros Luzern hat in ihrer Betriebszentrale die Holzschnitzelanlage erneuert und ausgebaut. Diese produziert damit nicht mehr nur Wärme, sondern auch Kälte und Strom.
Rainer Rickenbach
So sieht die Migros-Betriebszentrale Dierikon von oben aus. (Bild: PD)

So sieht die Migros-Betriebszentrale Dierikon von oben aus. (Bild: PD)

Rund zehn Millionen Franken investiert die Genossenschaft Migros Luzern in ihre neue Energieanlage. Sie steht damit nicht ­alleine da. Die Zentralschweizer Unternehmen investieren recht fleissig in erneuerbare Energien.

Das Biomasse-Heizkraftwerk. (Visualisierung: Migros)

Das Biomasse-Heizkraftwerk. (Visualisierung: Migros)

Das bleibt den im Öko-Business tätigen Preisverleihern nicht verborgen. In diesem Herbst zum Beispiel erhielten die Pilatus Flugzeugwerke den Schweizer Solarpreis, weil sie auf dem Dach ihrer Industriehalle in Stans auf fast 6000 Quadratmetern Solarmodule installieren liessen. Eine Auszeichnung gab es auch für die Fenster- und Holzbaufirma Hunkeler 1a in Ebikon. Das KMU bekam den Family Business Award gleich aus zwei Gründen: Es legt grossen Wert darauf, Energie zu sparen, und betreibt ebenfalls eine Solarzellenanlage.

Migros bleibt bei Holzschnitzeln

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch der Schweiz wuchs im vergangenen Jahr auf knapp 23 Prozent. Kurt Lanz vom Wirtschaftsverband Economiesuisse vermutet, in Industrie und Gewerbe liege dieser Anteil etwas höher als bei den Privathaushalten. Damit dürfte er richtig liegen, denn für die Unternehmen lohnen sich die Investitionen alleine schon darum eher, weil sie mehr Energiebedarf haben und meist über grosse Flächen verfügen, auf denen sich Anlagen installieren lassen, die nachhaltige Energie erzeugen. Nicht selten sogar mehr, als das Werk selber benötigt. Der Verkauf von überschüssigem Strom oder Wärme bringt einen willkommenen Zustupf in die Firmenkasse ein. Umstritten ist indes, ob diese Rechnung auch ohne Fördermittel aus den öffentlichen Kassen aufgehen würde.

Der Leiter Haustechnik/Umwelt Josef Amrhein auf dem Dampfkessel des Biomasse-Heizkraftwerks. (Bild: PD)

Der Leiter Haustechnik/Umwelt Josef Amrhein auf dem Dampfkessel des Biomasse-Heizkraftwerks. (Bild: PD)

Bei der Genossenschaft Migros Luzern stellt sich diese Frage nicht. Als sie vor 25 Jahren ihre neue Betriebszentrale in Dierikon mit einer Holzschnitzelfeuerungsanlage ausrüstete, flossen noch keine Fördergelder. Und als sie dieses Jahr innert acht Monaten die Anlage erneuerte und ausbaute, kam sie ebenfalls ohne Zuwendungen aus der Staatskasse aus. «Es brauchte etwas Mut, diesen Weg zu gehen. Zehn Millionen Franken sind schliesslich viel Geld», sagte Kurt Odermatt, Leiter Technik und Umwelt, als er die neue Energiezentrale des Genossenschaftbundes den Medien vorstellte.

Es brauchte etwas Mut, diesen Weg zu gehen. Zehn Millionen Franken sind schliesslich viel Geld.

Doch den Weg zu gehen sei nötig gewesen, denn die alte Anlage habe den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Sie produzierte zwar genügend Wärme, um auch benachbarte Wohnsiedlungen und Industriebetriebe zu versorgen. «Doch wir brauchen in zunehmendem Masse auch Kälte zur Kühlung von verschiedenen Produktionshallen und Kühllagern», so Odermatt. Die neue Anlage deckt ab dem kommenden Jahr diesen Bedarf mit bis zu minus sechs Grad vollumfänglich ab und erzeugt zudem etwa einen Fünftel des Stromes, den die Betriebszentrale benötigt. Den Auftrag für die neue Anlage führte die Firma Polytechnik in Immensee aus. Sie ist Teil einer österreichischen Unternehmensgruppe, die Biomasse-Verbrennungsanlagen herstellt. Rund 8000 Tonnen Altholz werden künftig in Dierikon verfeuert. Die damit erzeugte Wärme erhitzt einen mit Wasser gefüllten Hochdruck-Dampfheizkessel.

Über eine Dampfturbine entsteht Strom. Ein Teil der Restwärme des Heizkraftwerks dient zur Beheizung der Betriebszentrale und zur Aufbereitung von Warmwasser. Was dann noch an Wärme übrig bleibt, wird für die Kälteherstellung verwendet. Mit Gewebefiltern sowie der Beimischung von Kalk und Harn werden die Rauchgase gering gehalten. «Wir kommen ohne fossile Brennstoffe aus und können uns selber mit Wärme und Kälte versorgen», so Odermatt. So trage die Betriebszentrale dazu bei, dem Ziel der Migros-Genossenschaften näherzukommen, die Treibgasemissionen bis in zwei Jahren im Vergleich zu 2010 um einen Fünftel zu senken.

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