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MILCHVERARBEITER: Übernahme zahlt sich für die Hochdorf-Gruppe aus

Die Beteiligung an der Vertriebsfirma Pharmalys lässt den Umsatz des Milchverarbeiters Hochdorf ansteigen. Auch der Milchpreis befindet sich im Steigflug.
Maurizio Minetti
Produktion von Babynahrung am Standort Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli (Hochdorf, 22. November 2016))

Produktion von Babynahrung am Standort Hochdorf. (Bild: Dominik Wunderli (Hochdorf, 22. November 2016))

Maurizio Minetti

Die Klagen der Bauern waren in den letzten Monaten nicht zu überhören. Der Preis für sogenannte A-Milch für den geschützten Inlandmarkt sei mit 65 Rappen pro Kilo zu tief, und man könne kaum mehr davon leben.

Dabei ging aber vielerorts unter, dass im Vorjahresvergleich der Preis für B- und C-Milch – also solche, die hauptsächlich in den Export gelangt – angestiegen ist. Hauptgrund dafür ist, dass in vielen EU-Ländern die Milchmengen kleiner wurden und die internationale Nachfrage nach Milchprodukten gleichzeitig angestiegen ist.

Auch in der Schweiz ist die Milchmenge im ersten Halbjahr zurückgegangen. Das zeigen die Halbjahreszahlen des börsenkotierten Milchverarbeiters Hochdorf. Insgesamt verarbeitete die Firmengruppe mit 378 Millionen Kilogramm 9,2 Prozent weniger Milch, Molke, Rahm und Permeat (Flüssigmenge) als im Vorjahreszeitraum. Auch das verkaufte Produktvolumen reduzierte sich um 10,9 Prozent auf 112000 Millionen Tonnen.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Obwohl die Milchmenge rückläufig war, konnte Hochdorf im ersten Halbjahr den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent auf 312,1 Millionen Franken steigern. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 20,4 Prozent auf 15,8 Millionen Franken. Der Reingewinn betrug 12,8 Millionen Franken, ein Plus von 16,2 Prozent.

Mit Abstand am meisten Geld setzt Hochdorf mit Pulverprodukten aus Milch und Molke um. In diesem Dairy Ingredients genannten Bereich wuchsen die Umsätze im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent auf 216,1 Millionen Franken. Stagnierend präsentiert sich hingegen der Geschäftsbereich Cereals & Ingredients (Weizenprodukte, Snacks, Desserts).

Hauptgrund für das Umsatzwachstum bei Hochdorf sind die höheren Milchpreise, die teilweise auch zu höheren Preisen für Endkundenprodukte geführt haben. Hochdorf beliefert traditionell andere Unternehmen (Business to Business) und war lange Zeit nicht im Endkundenmarkt tätig. Doch im margenträchtigen Endkundengeschäft hat sich die Firma nun Ende 2016 mit der Mehrheitsbeteiligung an Pharmalys Laboratories verstärkt. Die ­ursprünglich in Baar stationierte Firma (die ihren Hauptsitz in der Zwischenzeit nach Hochdorf verlegt hat) vermarktet Babynahrung und Cerealien. Nun zeigt sich, dass sich dieser Schachzug auszahlt: Dank der Integration der Pharmalys-Gruppe erhöhte sich der Umsatz im Geschäftsbereich Baby Care um 36,5 Prozent auf 82,2 Millionen Franken. Allerdings haben sich wegen temporär geringerer Mengen in Ägypten und Libyen sowie kürzerer Lieferfristen die produzierten und verkauften Volumen im Schweizer Baby-Care-Geschäft verringert. Dies sowie ein Margenverlust im Geschäftsbereich Dairy Ingredients und tiefere Ansätze der Ausfuhrbeihilfen belasteten das Geschäft der Hochdorf Swiss ­Nutrition, womit im Wesentlichen das Schweizer Geschäft von Hochdorf gemeint ist. Genaue Zahlen zum Schweizer Geschäft gibt Hochdorf nicht bekannt.

Produktsortiment wird gestrafft

Nun will die Firma mit Preiserhöhungen, Portfoliobereinigungen und Kosteneinsparungen vor allem im Bereich der Pulverprodukte das Resultat im Heimmarkt wieder verbessern. «Geplant sind Verbesserungen bei den Abläufen. Stellen sind nicht gefährdet», sagt Hochdorf-Sprecher Christoph Hug. Allerdings bedeutet eine Optimierung der Prozesse auch, dass kein zusätzliches Personal benötigt wird. Ausserdem will Hochdorf gewisse Pulverprodukte, die zu wenig profitabel sind, aus dem Sortiment streichen. «Entschieden ist aber noch nichts», sagt Hug.

Fürs zweite Halbjahr rechnet Hochdorf mit einem leicht höheren Milchpreis und höheren Produktpreisen. Den Umsatzrückstand des ersten Semesters werde man wohl nicht aufholen können. Hochdorf senkt die Umsatzprognose fürs Geschäftsjahr von 635 bis 670 Millionen Franken auf 610 bis 650 Millionen Franken. Weil die Auftragsbücher im Bereich Babynahrung gut gefüllt seien, werde an der prozentualen Ebit-Prognose von 6,1 bis 6,6 Prozent aber festgehalten.

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