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Milliarden-Betrug bei General Electric

Ein prominenter Privatermittler wirft General Electric vor, GE habe Verluste von 38 Milliarden Dollar nicht ausgewiesen. Der Konzern kontert mit wütenden Statements.
Niklaus Vontobel
General Electric: der Konzern taumelt von Krise zu Krise (Bild: keystone)

General Electric: der Konzern taumelt von Krise zu Krise (Bild: keystone)

General Electric wird massiver Buchhaltungsbetrug vorgeworfen. GE habe Verluste von 38 Milliarden Dollar nicht ausgewiesen. Die einstige amerikanische Industrieikone wird in die Nähe berühmter früherer Betrugsfälle gestellt wie «Enron» oder «WorldCom».

An der Börse brach GE ein. Aktuell ist die Aktie noch 8 Dollar Wert, vor drei Jahren waren es 30 Dollar. Einst galt sein Management als vorbildlich. Zuletzt fiel GE mit Fehlinvestitionen auf, etwa mit dem Kauf der Gaskraftwerk-Sparte von der französischen Alstom. Seither gab es mehrere Massenentlassungen, hierzulande verschwanden 2850 Stellen.

Die Anschuldigungen kommen von prominenter Stelle. Harry Markopolos hatte vor dem Finanzbetrüger Bernard Madoff gewarnt, war aber nicht gehört worden. Er hatte im Jahr 2000 die Aufsicht alarmiert. Erst 2008 flog Madoff auf, 2009 wurde er zu 150 Jahren im Gefängnis verurteilt.

Markopolos war 2004 noch Investmentchef einer US-Finanzfirma, eher er sich auf die Entdeckung von Finanzgaunereien spezialisierte. Die letzten sieben Monate verbrachte er damit, mit einem Team die Bücher von GE zu durchwühlen. Sein Urteil legt er in einem 170-Seiten-Bericht vor: «GE steuert auf einen Konkurs zu.»

In diesem Stile geht es weiter. «GE ist der nächste Enron-Fall», ist ein Kapitel betitelt, eine anderes mit: «GE besteht den Madoff-Test nicht: Die Rendite sind zu gut, um wahr zu sein.» Sätzen fallen, wie: «Die Bilanz von GE wird zerstört werden.» Zum Schluss heisst es: «Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs.»

In der Analyse von Markopolos setzt sich der 38-Milliarden-Betrug quasi aus zwei Betrügereien zusammen. Etwa 9 Milliarden weniger an Bilanzvermögen habe GE, wenn der Aufkauf von Baker Hughes korrekt verbucht werde. 2017 hatte GE diesen Zulieferer für die Ölindustrie gekauft. Derzeit soll er abgestossen werden.

Der Löwenanteil fällt in der Versicherungssparte an. GE hatte Versicherungen verkauft für «longterm care», langfristige Pflege. Damit kann man sich in den USA versichern lassen gegen das Risiko, einmal zahlen zu müssen für Hilfe im Alltag. Also beim Baden, Essen oder Kleideranziehen.

GE wirft seinerseits dem Ermittler vor, er wolle mit seinem Bericht den Markt manipulieren

Markopolos hatte für acht grosse «longterm care»-Deals von GE die Gegenparteien ausfindig gemacht, grosse Versicherungen. Diese verbuchten die Deals anders als GE. «Entweder die Versicherungen rapportieren falsch – oder die Bilanzen von GE waren falsch.» Weitere Forschungen ergaben, dass GE massive Verluste auf diesen acht «longterm care»-Deals verbarg.

GE konterte wütend. Chef Larry Culp warf Markopolos seinerseits Marktmanipulation vor. Dieser wolle den Kurs von GE drücken und so Kasse machen. Tatsächlich hatte Markopolos offen gelegt, er habe mit einem Hedgefonds einen Deal abgeschlossen. Wenn der 170-Seiten-Bericht die GE-Aktie nach unten treiben sollte, würden die Gewinne geteilt.

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